Hausarbeiten-Stress: „In den seltensten Fällen geht es um Leben und Tod“

Zitierregeln, roter Faden, Umzug in die ULB – wer kennt es nicht: das Drama um Hausarbeiten – und hasst es? Doch nun gibt es Hoffnung für alle, die der wissenschaftliche Schreibprozess an den Rand der Verzweiflung treibt! Das Schreiblabor der Philosophischen Fakultät berät bei allen Fragen rund ums Schreiben.

Die Vorlesungen sind vorbei, es sind Semesterferien. Für viele Studierende ist das nicht unbedingte ein Grund zum Aufatmen, denn statt Urlaub heißt es jetzt häufig Hausarbeiten schreiben. Literatursuche, roter Faden, Zitierregeln – das kann schnell überfordern. Hier setzt
das Schreiblabor der Philosophischen Fakultät an, das Studierende bei allen Fragen rund ums wissenschaftliche Schreiben berät. Angesiedelt ist das Schreiblabor in der Abteilung interkulturelle Kommunikation und Mehrsprachigkeitsforschung (IKM). Das Beratungsangebot wird im Rahmen der Bonner Projektinitiative “Gemeinsam für mehr Qualität in Studium und Lehre“ (QSL) durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert.

Beratungsmöglichkeiten

Im Wintersemester 2014/15 ging das Schreiblabor an den Start. Das fachübergreifende Angebot, richtet ausdrücklich an Studierende aller Fakultäten. Seit diesem Semester gibt außerdem es die offene Schreibsprechstunde in der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn (ULB). Diese findet jeden Dienstag von 11 bis 13 Uhr sowie jeden Donnerstag von 16 bis 18 Uhr statt.
„Die offene Sprechstunde ist ein eher niedrigschwelliges Angebot“, erklärt Andreas Bissels. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Schreiblabor. „Wichtig ist, dass man dabei nicht unbedingt ein Problem haben muss. Wir beantworten auch allgemeine Fragen zum wissenschaftlichen Schreiben“. Eine dieser „ambulanten“ Sitzungen dauert etwa zwischen 15 und 20 Minuten. Wem das nicht genügt, hat außerdem die Möglichkeit, per E-Mail (schreiblabor@uni-bonn.de) einen Termin für eine einstündige individuelle Schreiberatung zu vereinbaren.

“Drei wichtige Dinge”

Ob Gliederung, Selbstorganisation, Zeitmanagement oder Leistungsdruck – die Probleme der Studierenden sind häufig sehr verschieden. Eines kann Schreibberater Andreas Bissels dennoch allen raten: „Drei Dinge sind ganz wichtig. Schreiben ist Übungssache. Wer schreiben lernen will, sollte dies nicht nur in Druck- und Prüfungsphasen tun, sondern auch während des Studiums. Außerdem muss Schreiben nicht immer eine einsame Tätigkeit sein. Reden hilft, und sei es nur, um einen anderen Input oder Feedback zu bekommen. Und zu guter Letzt heißt es locker bleiben! Es sind nur Texte. In den seltensten Fällen geht es um Leben und Tod.“

Die lange Nacht des Schreibens

Wen auch das nicht beruhigen kann, der kann am 1. März zur langen Nacht des Schreibens gehen, welche dieses Jahr zum dritten Mal von 18 bis 0 Uhr in der ULB stattfinden wird. Frei nach dem Motto „Geteiltes Leid ist halbes Leid“ sollen Studenten zum gemeinsamen Schreiben und Austausch zusammenkommen. An verschiedenen Beratungsstationen können sich Studierende für ihr aktuelles Schreibprojekt Hilfe holen und zwischendurch an mobilen Massagestationen entspannen.

Anm. der Red.: Im Radiobeitrag stellen wir Andreas Bissels als „fachübergreifenden Peer-to-Peer-Tutor“ vor. Peer-to-Peer-Beratungen führen jedoch lediglich die studentischen MitarbeiterInnen durch. Andreas Bissels ist ein normaler Schreibberater. Wir bitten, dies zu entschuldigen.