Augen zu und tanzen!

Bild: Janusz Kaliszczak via flickr.com (CC BY-NC 2.0)

Endlich ist es wieder so weit: Nicht nur der Sommer rückt immer näher, sondern damit auch die alljährlichen Silent Partys am Alten Zoll in Bonn. Mit dem Season-Opening am 4. Juni wird die Saison der etwas anderen Partyreihe wieder eröffnet, die im Laufe des Sommers in regelmäßigen Abständen stattfindet.

Aber was ist eigentlich eine Silent Party? Nein, es ist keine Party ohne Musik, wie man vielleicht denken könnte. Getanzt wird auch hier zu Musik, die kommt allerdings nicht aus großen Boxen, sondern stattdessen aus Kopfhörern. Und das dürfte natürlich gerade in einer lärmempfindlichen Stadt wie Bonn gut ankommen. Die kabellosen Kopfhörer kann man sich gegen ein Pfand, wie etwa Führerschein, Personalausweis oder Studentenausweis, ausleihen und schon kann es losgehen. Auf zwei Kanälen spielen DJ’s unterschiedliche Sets, von Electro und House bis hin zu Hip Hop oder RnB. So ist für jeden etwas dabei. Wer gerade welchen Kanal hört, erkennt man hier meist schnell an der Tanzart der anderen – die einen raven, die anderen singen mit.

Unter freiem Himmel

Durch die verschiedenen Kanäle ist es damit ähnlich wie in einem Club mit unterschiedlichen Floors. Doch zu diesem gehören natürlich das ewige Warten an der Garderobe und die schwüle Hitze, die oft sogar noch durch den Einsatz der Nebelmaschine getoppt wird, genauso dazu wie die Musik. Und dabei ist wahrscheinlich jeder das eine oder andere Mal schon dem Hitzetod nahe gewesen – gerade im Sommer. Probleme wie diese hat man bei einer Silent Party natürlich nicht. Statt im stickigen Club wird hier unter freiem Himmel getanzt und das besondere Highlight dabei: der Blick auf den Rhein.

Solotänzer statt Gruppen-Feeling

Doch die große Frage ist natürlich: Vermisst man bei einer Silent Party nicht das typische Club-Feeling? Die Lichter, die Stimmung und die lauten Bässe, die man im ganzen Körper spürt. Nicht unbedingt. Denn durch die Kopfhörer hat man das Gefühl, der Musik irgendwie „näher“ zu sein und sich besser auf die einlassen zu können. Es ist ähnlich, wie wenn man mit Kopfhörern durch die Stadt läuft, auf einmal in seiner ganz eigenen Welt ist und alles um sich herum vergisst. Die Stimmung ist dementsprechend gut, aber sie ist eine andere. Denn auch wenn man zu derselben Musik tanzt, wie einige der anderen, bleibt man doch eher für sich – die Tänzer bleiben letztendlich Solisten.

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