22 Jump Street

Von Daniela Frerix

Vor gut zwei Jahren stürmten Channing Tatum und Jonah Hill in einer zumindest dem Namen nach der 80er-Serie „21 Jump Street“ nachempfundenen Komödie die Kinos. Nachdem der erste Teil schon relativ wenig (bis auf den Kurzauftritt von Serienstar Johnny Depp) mit der Serie zu tun hatte, entfernt das Sequel sich noch weiter von seiner vermeintlichen Vorlage und nimmt in erster Linie sich selbst aufs Korn – und damit liefern die Regisseure Phil Lord und Christopher Miller einen der bislang lustigsten Filme des Jahres ab! Hierzulande startete der Spaß am 31. Juli in den Kinos.

Ermittlungen, Vorlesungen und andere Probleme

Nachdem die Undercover-Cops Schmidt (Jonah Hill) und Jenko (Channing Tatum) erfolgreich gegen einen Drogenring an der High School ermittelt haben, vertrauen ihre Vorgesetzten ihnen nun auch größere Fälle an. Aber leider vermasseln die beiden ihren nächsten Einsatz und lassen den Drogendealer Ghost (Peter Stormare) davonkommen. Für die Vorgesetzten ist schnell klar, dass der Einsatz nur deshalb nicht funktioniert hat, weil die beiden anders vorgegangen sind als beim letzten Mal. Schmidt und Jenko müssen also zurück in die Jump Street, von wo aus Captain Dickson (Ice Cube) sie ans College schickt. Dort ist eine Studentin nach der Einnahme einer neuartigen Droge umgekommen und das dynamische Duo soll nun die Dealer und deren Quelle ausfindig machen. Aber neben der Polizeiarbeit und dem College-Leben müssen die beiden sich auch noch mit ihren ganz persönlichen Problemen auseinandersetzen: Als Jenko auf einer Party den Sportler Zook (Wyatt Russell) kennenlernt, fühlt sich Schmidt vernachlässigt. Er bandelt mit der hübschen Kunststudentin Maya (Amber Stevens) an, ohne jedoch zu wissen, wer ihr Vater ist…

Dieselbe Undercover-Schüler-Sache wie letztes Mal

Fortsetzungen von erfolgreichen Komödien haben es zum Teil schwer, sich im Vergleich zu ihrem Vorgänger zu behaupten. Viel zu oft kommt es vor, dass einfach nur wiederholt wird, was im ersten Teil gut funktioniert hat. Genau das wird auch in „22 Jump Street“ gemacht, allerdings ist das paradoxerweise der größte Pluspunkt des Films. Es geht zwar vordergründig um die Ermittlungen an einem College, aber gleichzeitig wird in fast jedem Dialog mehr oder weniger subtil darauf hingewiesen, wie einfallslos und unkreativ Hollywood-Fortsetzungen sind. Nachdem „21 Jump Street“ sich in erster Linie über die vorherrschenden Klischees in Actionfilmen und Buddy-Komödien lustig gemacht hat, nimmt „22 Jump Street“ seinen Vorgänger und vor allem auch sich selbst aufs Korn. Dabei werden viele schon aus dem ersten Teil bekannte Gags noch einmal aufgegriffen, um daran augenzwinkernd deutlich zu machen, wie einfallslos so eine Herangehensweise ist. Diese treffsichere Art von Meta-Humor beschert dem Film vor allem im ersten und letzten Drittel so viele lustige Szenen, das andere Komödien nur schwer mithalten können.

Einer der lustigsten Filme des Kinojahres!

Ein paar kleine Schwächen hat der Film aber trotzdem, denn der Handlungsbogen fällt zur Mitte hin stark ab. Über diese Momente tröstet die erneut fantastische Chemie zwischen den Hauptdarstellern Channing Tatum und Jonah Hill jedoch gekonnt hinweg, denn die beiden liefern mit „22 Jump Street“ eine glaubhafte und nie zu sehr ins Alberne abrutschende Beziehungskiste ab. Während im ersten Film die klassische Rollenverteilung noch vertauscht war, wird das Muster nun wieder umgekehrt. Jenko ist bei den coolen Partys dabei und Schmidt gesellt sich zu den Außenseitern, zu denen auch die attraktive Maya gehört. Die Sympathien liegen dieses Mal also eher bei Jonah Hill, wobei Channing Tatum kaum eine Gelegenheit auslässt, um selbstironisch auf seine bisherige Karriere einzugehen. Auch die Auftritte von Ice Cube als cholerischer Captain Dickson bleiben im Gedächtnis und gehören zu den stärksten Szenen des Films. Einzig auf den im Vergleich zu den sonstigen Gags eher geschmacklosen Gastauftritt der aus „21 Jump Street“ bekannten Darsteller Dave Franco und Rob Riggle hätte man gut verzichten können.

„22 Jump Street“ ist eine Fortsetzung der etwas anderen Art. Gegenstand des Gelächters ist hier vor allem, dass Fortsetzungen generell Mist sind und dem Vorgänger nie gerecht werden. Aber erstaunlicherweise schafft der Film es dadurch tatsächlich, den ersten Teil noch in den Schatten zu stellen und sich als einer der bislang lustigsten Filme des Jahres hervorzutun. Da kann man eigentlich nur hoffen, dass eine der im Abspann angeteaserten und bewusst trashigen Fortsetzungen es tatsächlich noch in die Kinos schafft!

Alle Bilder: © 2014 Sony Pictures Releasing GmbH

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