Ab in die Off-Season

von Katharina Weber

Foto: Sebastian Derix

Mit 79:86 (17:19, 21:21, 21:17, 20:29) unterlagen die Telekom Baskets Bonn am Mittwochabend im entscheidenden letzten Spiel der Best-of-five-Viertefinalserie ihrem Kontrahenten ratiopharm ulm. Ein drei Viertel lang knappes Spiel entschieden die Ulmer in den letzten fünf Minuten durch stärkere Nerven an der Freiwurflinie und wichtige Offensiv-Rebounds. Für die Baskets bedeutet die Niederlage das vorzeitige Saisonende. Am Freitag um 17:00 Uhr feiert das Team mit den Fans den Saisonabschluss im Telekom Dome.

Es ging um alles an diesem Abend: Die Ausgangslage hieß 2:2 Unentschieden, jedes Team hatte je zwei Spiele gewonnen – wer das fünfte Spiel gewann, würde ins Halbfinale einziehen und dort auf die Brose Baskets aus Bamberg treffen. Ulm fand deutlich besser ins Spiel und setzte sich schnell mit 2:7 ab (4. Spielminute). Von Anfang an hielt das Team um Trainer Thorsten Leibenath die Intensität hoch: Bei einem Versuch, den Ball vor dem Aus zu retten, sprang Per Günther Kopf voran über die Bande. Die Bissigkeit, die die Baskets im vierten Spiel der Serie ein wenig vermissen ließen, kehrte nach einer kurzen Aufwärmphase am Anfang des Viertels endlich zurück. Bonn trat in der Defense aufs Gaspedal und suchte im Angriff fest entschlossen den Weg in die Zone. Dank eines Dreipunktspiels von Tadas Klimavicius und eines Korblegers von Mickey McConnell kurz vor Ende des Viertels, konnten die Ulmer sich nur knapp absetzten (17:19).

Enge Kiste, auch im zweiten Viertel

Wenig änderte sich in den zweiten zehn Minuten: Beide Teams spielten konstant aggressive Defense und schenkten sich nichts. Dirk Mädrich eröffnete mit einem Dreier und verschaffte den Baskets die erste Führung des Abends (20:19). Doch kein Team konnte sich anschließend deutlich absetzten, ganz im Gegenteil, es hätte nicht knapper ausfallen können: Zur Pause hieß es 38:40; auf dem Spielbogen standen sechs Führungswechsel und fünf Unentschieden. Wie gewohnt spielte auf Ulmer Seite besonders Ian Vougioukas stark auf. Ein ums andere Mal ließ er die Baskets in der Abwehr stehen wie Schuljungen. Das Ergebnis: Zur Halbzeit durfte der Ulmer Center zwölf Punkte und fünf Rebounds verzeichnen.

Nach der Pause kehrten die Baskets mit neuer Energie zurück aufs Feld. Ein Dunk nach Fast Break von Dirk Mädrich und ein Drei-Punkte-Wurf von Geno Lawrence hielten die Baskets auf Augenhöhe (45:45, 26. Spielminute). Sie schalteten in der Verteidigung noch einen Gang höher und schaffen es kurz darauf sich mit 50:45 abzusetzen – die höchste Bonner Führung des Spiels. Doch fünf Punkte in Folge von Martin Leunen ließen Ulm wieder gleichziehen (54:54, 28. Spielminute). Mit einem Drei-Punkte-Wurf von Benas Veikalas in buchstäblich letzter Sekunde endete das Viertel knapp zu Bonner Gunsten (59:57).

In den letzten zehn Minuten wirkte das Spiel zunehmend zerfahrener. Nach fünf intensiven Spielen schien ein wenig Kraft zu fehlen, zumindest aber die Konzentration, folglich ließ die Aggressivität in der Defense auf beiden Seiten nach: Zwei Dreier in Folge brachten Ulm klarer als je zuvor im Spiel nach vorne (60:67, 35. Spielminute). Doch auch den Baskets gelangen zwei Würfe von jenseits der Dreipunktelinie und vier Minuten vor Schluss lagen sie nur knapp mit 70:73 hinten. Auf der Gegenseite behielt Günther die Nerven und schenkte den Baskets erneut einen Dreier ein (70:76, 36. Spielminute).Das Bonner Schicksal besiegelte wohl Ulms Brion Rush eine Minute vor Schluss: Von allen Verteidigern außer Acht gelassen stand er mutterseelenallein unter dem Korb und vollstreckte zum 74:80. Die Baskets versuchten anschließend mit schnellen Fouls und Körben das Spiel zu drehen, aber drei Ulmer Spieler verwandelten eiskalt jeden ihrer Freiwürfe, sodass die Baskets nicht mehr in Reichweite kamen.

Am Ende steht ein niedergeschlagener Coach

Geno Lawrence konnte die Enttäuschung über das Ausscheiden nicht verbergen. Lange rang er auf der Pressekonferenz nach Worten, um eine Erklärung für die Niederlage zu finden. Coach Mathias Fischer gab sich als fairer Verlierer und gratulierte dem Team aus Ulm, das seiner Meinung nach verdient gewonnen hat. Aber auch er konnte seine Enttäuschung nicht verbergen. Ungewohnt kurzangebunden verwies er auf die magere 57-prozentige Bonner Freiwurfquote. Dass Ulm in der entscheidenden Phase wichtige Offensiv-Rebounds einsammelte, während die Baskets diese liegen ließen, habe seinem Team „sehr wehgetan“.

Eine Chance, den Coach und das Team vor dem Start der Sommerpause noch einmal hautnah zu erleben, bietet sich am Freitag, den 22.5. um 17:00 Uhr. Im Telekom Dome feiert der Verein dann seinen traditionellen Saisonabschluss.

Katharina Weber

Ehemalige Chefredakteurin Nachrichten und Wort, Moderatorin, Campusradio-Methusalem und Baskets-Enthusiastin.

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