Von Marmor, Jungfräulichkeit und Eierschalen

Am 23. Juni 2014 fand die Vernissage der Ausstellung „Weiß ist…“ der Ausstellungsgruppe der Uni Bonn statt. Noch bis zum 18. Juli ist das gesamte Kunsthistorische Institut der Uni gepflastert mit Skulpturen, Installationen und Gemälden von fünf rheinischen Künstlern. Alle thematisieren die Farbe Weiß und deren viele Facetten.

Drei Punkte regen zum Denken an

Alles dreht sich um die Farbe Weiß. Dieses Semester hat die Ausstellungsgruppe der Uni Bonn eine ganze Ausstellung einer einzigen Farbe gewidmet. Das Ziel der Ausstellung ist, sich mit den individuellen Assoziationen zur Farbe auseinander zu setzen. Friedrich Becher, ein Mitglied der Ausstellungsgruppe, erklärt im Interview, dass die Assoziationen der Besucher alle ganz unterschiedlich waren. In Facebook konnte man nicht nur Gegenstände nennen, die man mit der Farbe verbindet, sondern auch Musiktitel. So läuft während der Vernissage „The Whitest Boy Alive“ im Hintergrund, während man einen Weißwein trinkt und an weißem Mäusespeck knabbert. Die Assoziationen zu der Farbe werden in Form von Fotos im Eingang zum Institut präsentiert. Doch weiß ist nicht nur Mäusespeck, Klopapier und Plumeau-Bezug.

Im Spiel mit dem Institut

Weiß ist auch die Farbe des Instituts. Weiße Mauern und Türen und die ständige Sammlung des Instituts samt Reliefs und Madonnenfiguren, bieten den modernen Aspekten der Ausstellung einen direkten Kontrast. Das haben sich die Kuratoren zu Nutze gemacht und die Exponate gezielt zwischen den Sammlungsstücken verteilt. Bei manchem weiß man gar nicht so genau, ob es Teil der Kunstgeschichte ist, oder ob es sich um ein Ausstellungsstück handelt.

Ein Randprogramm zum Thema

Begleitet wird die Ausstellung von Gastvorträgen, Filmvorführungen und dem Theaterstück „Kunst“ von Jasmina Reza im Theater im Keller in Bonn. Alle Veranstaltungen diskutieren den Wert und die Stellung der Farbe Weiß in der Kunst und in der Gesellschaft. Wer mag, kann auch eine der Führungen besuchen, die die Ausstellungsgruppe leitet. Dort werden das Konzept und die Idee hinter den einzelnen Stücken erläutert. Auf der Facebookseite der Ausstellungsgruppe findet ihr alle Informationen zum Programm und auch zu den Künstlern.

Interview mit unserer bonnFM-Reporterin Hella Schmitz mit Friedrich Becher