„Bier an das Volk“

Der erste “UniVerse Slam” füllte den Hörsaal der Uni

Von Carina Spiess

Am 11. Juni fand der erste „UniVerse Slam“ im Hauptgebäude der Universität statt, ein Poetry Slam ausgerichtet von den Fachschaften VWL und Romanistik. Im komplett gefüllten Hörsaal konnten sich erfahrene Slammer und Einsteiger vor studentischem Publikum präsentieren.

So viele Studenten hat der Hörsaal 1 der Universität wohl selten gesehen, so eine schöne Atmosphäre gab es dort bisher noch seltener. Nachdem auf Facebook im Vorfeld knapp 400 Leute der Veranstaltung zum Poetry Slam der Fachschaften VWL und Romanistik zugesagt hatten, füllten sich die Reihen nach und nach vollständig, bis um 20 Uhr die Moderatoren Tom und Felix das Podium betraten. Im Laufe des Abends würden nacheinander sechs (leider nur männliche) Poeten auftreten, jeder mit sechs Minuten Zeit, um das Publikum mit selbst geschriebenen Texten für sich zu gewinnen. Drei der Teilnehmer würden dann durch die Punktevergabe einer Jury aus dem Publikum in das Finale weitergewählt werden.

Ein fächerübergreifendes Pilotprojekt

Der „UniVerse Slam“ war der erste seiner Art, eine der OrganisatorInnen ist Justine Strube von der Fachschaft Romanistik. Im Interview mit bonnFM erzählte sie, dass vor allem Felix, einem der Moderatoren und Fachschaftsmitglied der VWL, die Idee für diesen Poetry Slam kam. Zusammen stellten sie das Event auf die Beine, “wir hatten immer schon mal Lust, etwas fächerübergreifend zu gestalten”. Bei der Organisation sei die Uni auch sehr kooperativ gewesen, es habe keine größeren Komplikationen gegeben, so Justine.
Wichtig sei den Organisatoren vor allem gewesen, Poeten aus den eigenen studentischen Reihen zu stellen und Leute zu animieren, die vorher noch nicht auf einer Bühne ihre Texte vorgetragen haben.

“Jeder kann ein Regenbogen sein.”

Zu Beginn des Abends wurde die Reihenfolge der antretenden Poeten ausgelost und den Start machte Michael, VWL-Student der Uni Bonn, der tatsächlich das erste Mal vor so großem Publikum seine Zeilen vortrug. Er begeisterte mit einer satirischen Anekdote zur Pegida und zu Essensgewohnheiten, sein Hang zu politischen Themen kam bei der „Putinbrust“, Bier für das Volk oder dem „Wurst-Case-Szenario“ zum Ausdruck. Ein guter erster Auftritt, der ihm auch den Einzug in das Finale sicherte. Michael erzählte danach im Interview mit bonnFM, dass er sich jetzt auch vorstellen könne, so etwas öfter zu machen.

Im Laufe des Abends stachen ein paar Themenfelder in den Texten der Antretenden hervor, so wurde mehrfach die Flüchtlingskrise oder die Suche nach dem Sinn unserer Generation behandelt, ob durch Jona, der geerdet und gleichzeitig weitreichend in seinen Visionen sein möchte wie ein Regenbogen, oder Florian, der die Welt zu einer besseren machen möchte. Der Abend schien dem Klischee der desinteressierten Generation Y widersprechen zu wollen.

Von Migration und Dreirädern

Mit Michael kamen auch Ingo und Jonathan in das Finale, das etwas schwächer war als noch die Vorrunde, doch zuerst durfte der Viertplatzierte Jona nach der Pause noch einen Text außerhalb der Wertung präsentieren. Damit lieferte er einen der unterhaltsamsten und gleichzeitig nachdenklichsten Momente des Abends. Das Finale war dann eine Mischung aus Gedanken über Deutschland und Migration, Mensaessen, Waffen und Fortbewegungsmittel. Zwischen Auftritten mit mehr oder weniger ernsten Themen konnte das Publikum seinen Gewinner küren, in diesem Fall seine beiden Gewinner: Nachdem der Applaus für Ingo und Michael recht ähnlich ausfiel, durften sich beide als Sieger eine Flasche Rum teilen.

Foto: Tobias Reinheimer

Foto: Tobias Reinheimer

Fortsetzung folgt?

Nicht nur die eigentlichen Beiträge des Poetry Slams sorgten für einen gelungenen Abend, begleitet wurde die Veranstaltung außerdem von drei Mitgliedern der Band “Siona”. Zwar lief die Organisation des “UniVerse Slams” an ein paar Stellen noch nicht einwandfrei, das tat der Stimmung aber keinen Abbruch. Poetische Texte und gute Livemusik im Hörsaal – man darf auf eine Wiederholung hoffen!

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