Bodo Wartke mit Pauken und Trompeten

Von Daniela Frerix

Foto: Carsten Dapper

Kabarett der etwas anderen Art gab es am 28. Februar bei uns in Bonn zu sehen und zu hören: Mit ihrem dreistündigen Programm „Swingende Notwendigkeit“ sind Bodo Wartke und das Capital Dance Orchestra in der ausverkauften Beethovenhalle aufgetreten.

Bodo Wartke, der inzwischen auf mehr als 15 Jahre Bühnenerfahrung zurückblicken kann, hat sich vor allem mit „Klavierkabarett in Reimkultur“ – wie er selbst es nennt – einen Namen gemacht. Also mit Liedern, deren Texte sich meist auf ganz alltägliche Situationen beziehen und die er selbst am Klavier begleitet. Wenn er gemeinsam mit dem Capital Dance Orchestra unter der Leitung von David Canisius auftritt, nimmt er allerdings nur selten selbst am Flügel Platz. Stattdessen tritt er in „Swingende Notwendigkeit“ als Sänger und Tänzer auf und führt gewohnt lässig durch das abendfüllende Programm.

Von Walzer bis Heavy Metal – ein humorvoller Genre-Überblick

In einem schicken weißen Anzug, mit Taschentüchern gegen den „Krach“ in den Ohren und dem Orchester im Rücken eröffnete Bodo Wartke den Abend, der zugleich den Abschluss der zweiten Tour markierte. Das Publikum in der komplett ausverkauften Beethovenhalle begrüßte die Musiker mit tosendem Applaus – kein Wunder, denn Bodo Wartke und das Capital Dance Orchestra starteten mit so viel Energie, dass es schwer war, nicht mitzusingen und zu klatschen.
Der erste Teil des Programms stand ganz unter der Vorgabe, möglichst viele Musikstile zumindest einmal anzuspielen. Bereits bekannte Wartke-Songs wie „Architektur in Deutschland“, „Loveparade“ oder „Regen“ bekamen durch die Marsch-, Walzer- oder sogar Reggae-Begleitung des Orchesters nochmal einen ganz neuen Klang. Bei „Konstanze“, dem Lied über eine Tanzlehrerin aus Konstanz, setzte das Orchester sogar quasi auf Zuruf alle genannten Tanzstile um. Aber auch die alteingesessenen Rocker kamen nicht zu kurz. Vor der Pause gewann Bodo Wartke gegen David Canisius beim Schere-Stein-Papier und durfte eine lautstarke Metal-Version von „Ja,Schatz“ auf die Bühne bringen, bevor das Lied nochmal als Polka gespielt wurde.

Abwechslungsreiches Programm mit Gesang und Tanz

Nach der Pause und einem brandneuen Song, den Bodo Wartke ganz klassisch am Klavier begleitete, gesellten sich Lucy Flournoy und Anita Hopt als Backgroundsängerinnen und Tänzerinnen zu ihm und dem Orchester auf die Bühne. Insgesamt lag der Schwerpunkt im zweiten Teil des Programms eher auf dem Thema Liebe, das mal ernst und ruhig („An dich“), aber auch gewohnt humorvoll („Logik“, „Meine neue Freundin“) aufgegriffen wurde. Und während die Musiker vom Capital Dance Orchestra in Solo-Parts nochmal eindrucksvoll ihr Können unter Beweis stellten, zeigte Bodo Wartke, was er als Tänzer drauf hat.
So viel Wandlungsfähigkeit belohnte das Publikum im Anschluss mit minutenlangem Klatschen und Standing Ovations, worauf Bodo Wartke und das Capital Dance Orchestra für drei Zugaben („Das letzte Stück“, „Believe in Steve“ und das Liebeslied, in den vom Publikum gewünschten Sprachen) noch einmal auf die Bühne kamen.

Konzert-Besuch? Swingend notwendig!

Insgesamt war es ein rundum gelungener Abend, bei dem selbst die Fans von Bodo Wartke, die inzwischen jeden Song auswendig mitsingen können, noch etwas Neues geboten bekamen. Wer bislang keine Gelegenheit hatte, sich „Swingende Notwendigkeit“ anzusehen, wird aber voraussichtlich im nächsten Jahr Gelegenheit dazu haben, denn da wollen Bodo Wartke und das Capital Dance Orchestra ein weiteres Mal zusammen auf Tour gehen. Ab September ist er aber erst mal wieder mit seinem Klavier unterwegs!

Weitere Infos und Termine:
www.bodowartke.de
www.swingende-notwendigkeit.de

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