Am Tag danach – So hat Bonn gewählt

Der Wahlausgangs auf Bundesebene dürfte jedem bekannt sein. Doch wie haben gestern die Bonner abgestimmt und was waren die Reaktionen der Parteien? Hier ein kurzer Überblick.

Ein „Historischer Rückschritt“ eine „Zäsur für Deutschland“ oder „mehr als ein Denkzettel“. So lauteten einige der ersten Kommentare zur gestrigen Bundestagswahl. Tatsächlich markiert das Wahlergebnis einen Umbruch im politischen System der Republik. Erstmals seit 1949 werden im kommenden Bundestag sechs unterschiedliche Fraktionen vertreten sein. Außerdem hat es, ebenfalls seit der 49er Wahl, wieder eine Partei rechts von CDU/CSU geschafft, ins Parlament einzuziehen. Die AfD holte nach dem vorläufigen Endergebnis dabei sogar 12,6 Prozent der Stimmen und wird damit die dritte Kraft im Bundestag.

Kelber holt Direktmandat – Lücking-Michel zieht nicht wieder ein

Ulrich Kelber ist das gelungen, was viele im Vorfeld nicht für wahrscheinlich gehalten hatten. Der SPD-Politiker konnte in Bonn die Wahl um das Direktmandat für sich entscheiden. Kelber lag mit 34,68 Prozent der Erststimmen mehr als zwei Prozentpunkte vor seiner direkten Herausforderin Dr. Claudia Lücking-Michel von der CDU (32,04 %). Der gelernte Diplominformatiker Kelber zieht damit das fünfte Mal in Folge für die Stadt Bonn in den Bundestag. Kelber trotzte mit seinem Ergebnis weiterhin den schwachen Werten seiner Partei. Die SPD bekam in Bonn nur 20,15 % der Zweitstimmen. Für seine Konkurrentin der CDU ist Niederlage um das Direktmandat dieses mal besonders bitter, da es erst einmal das Ende ihrer Laufbahn als Bundestagsabgeordnete bedeutet. Frau Lücking-Michel war auf der Landesliste der CDU auf Platz 27 gesetzt. Diese Platzierung reichte jedoch nicht für ein Nachrücken ins Parlament.
Neben Kelber als erfolgreichem Direktkandidaten werden noch zwei weitere Bonner im Bundestag vertreten sein. Katja Dörner von Bündnis90/Die Grünen und Alexander Graf Lambsdorff von der FDP zogen auf Grund von guten Listenplätzen beide ins Parlament.

Starke FDP und schwache AfD – Die Bonner Wahlergebnisse

CDU und SPD mussten auch in Bonn schwere Verluste hinnehmen. Die Union lag in Bonn bei 29,76, die SPD bei erwähnten 20,15 Prozent. Die Grünen erhielten mit 14,06 Prozent der Stimmen nur einen leicht höheren Anteil als 2013. Der stärkste Gewinner in Bonn ist die FDP, die 15,69 Prozent der Zweitstimmen bekam und damit ihr Ergebnis von 2013 fast verdoppelt konnte. Die AfD erreichte in Bonn 7,33 Prozent und blieb damit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.

Tops und Flops – Die Hochburgen und aussichtslosen Posten der Parteien in Bonn

Ihr bestes Ergebnis erzielte die AfD in Tannenbusch mit 13,16 Prozent der Stimmen. Ihr schlechtestes Ergebnis holte die Partei im Bezirk Poppelsdorf mit 4,12 Prozent. Auch die SPD schnitt in Tannenbusch am stärksten ab und holte dort 28,36 Prozent, der schwächste Bezirk war für die Sozialdemokraten Röttgen/Ückesdorf (14,68 %), ebenso wie für die Linke mit 5,59 Prozent. In diesem Wahlbezirk holten jedoch die CDU und die FDP mit 35,7 und 23,3 Prozent ihr stärkstes Ergebnis. Dafür schafften es die beiden Parteien in der inneren Nordstadt (CDU) nur auf 18,59 und in der äußeren Nordstadt (FDP) nur auf 10,25 Prozent der Stimmen. Die Innere Nordstadt war wiederum eine Hochburg für Grüne und Linke, sie holten dort 18,6 und 11,85 Prozent der Zweitstimmen. Das schwächste Ergebnis der Grünen ließ sich in Tannenbusch mit 7,81 Prozent verzeichnen.

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