Düsseldorfer Comic und Manga Convention 2015

Von Désirée Wilde

Was kann ein Mangafan und Bonner Student an einem verregneten Sonntagnachmittag tun, wenn er nicht gerade auf der Couch chillt und Manga liest? Genau! Sein NRW Ticket nutzen, um zur 2. Düsseldorfer Comicbörse zu fahren um sich dort mit neuen Manga für den nächsten Regentag einzudecken. Und nebenbei Künstler und Comichändler treffen. Und genau das, habe ich getan.

Am Eingang des Saales des VHS-Gebäudes am Düsseldorfer Hauptbahnhof begrüßt mich auch gleich Volker Robrahn, vom Sakura Eldorado, der extra aus Hamburg angereist ist, um seine Manga, Anime und jede Menge (vor allem plüschiges) Merchandise unter die Leute zu bringen. Leider sieht man von diesen im Vergleich zu bereits anderen besuchten Messen eher wenig. Die vor allem „älteren Herrschaften“ inspizieren mit fachmännischem Blick die mit Comicheften vollgestopften Boxen auf den langen weißen Tischen im Vorraum (einige Verkaufsschildern ziert noch der DM-Preis), während es die „Jüngeren“ weiter nach hinten in den großen Saal zieht, wo die Künstler zu finden sind.

Kamera ab!

Ich habe Volkers Helferinnen erst mal unter die Arme gegriffen – oder besser – mir wurde eine Kamera in die Hand gedrückt und dann ging es einmal über die gesamte Convention – Eindrücke sammeln für Volkers bald auf www.massengeschmack.tv startende Sendung „Sakura – das Magazin rund um Anime und Manga“. Vorbei an zahlreichen mit Bildern, Postkarten, Lesezeichen und Postern ausgeschmückten Ständen, legen wir einen ersten Stopp bei Lotta ein, einer ehemaligen Helferin von Volker, die nun selbst ihre eigenen Werke, vorrangig Sammelkarten mit Mangamotiven, so bunt wie ihr Haar, verkauft. Wie auch bei vielen anderen Künstlern, dienen Kekse ihr als gern gesehenes Lockmittel für potenzielle Kunden. Auch wenn man nichts kauft und sich nur einen Keks genehmigt, nimmt sich jeder Künstler Zeit für einen netten Plausch, ein Autogramm oder gegen kleines Geld auch für eine Zeichnung ins ConHon („Con“ von Convention, „Hon“ japanisch für Buch).

Ich nutze die Gelegenheit, um Freunden meine Bekannte Anne Delseit vorzustellen, die Autorin des Manga „Lilientod“ und des kürzlich neuerschienen Manga „Schattenarie“. Anne vergleicht ihre Arbeit mit der an einem Theaterscript. Sie arbeitet die Dialoge und Szenenbeschreibungen aus, die der jeweilige Künstler dann bildlich umsetzt. Sie verrät mir auch, dass deutsche Mangazeichner es leider nach wie vor schwer haben, Bekanntheitsgrad zu erlangen und von ihrer Arbeit allein zu leben. Die Con beweist aber auch, dass Nachwuchstalente nicht müde werden auf diesem Markt Fuß zu fassen – und sei es erst mal nur durch den Verkauf von Buttons. Auch Cosplayer nutzen die Gunst der Stunde, um ihre zumeist selbst geschneiderten Kostüme zu präsentieren, darunter eine Zwergin, die sich schon riesig auf die um Ostern rum in Bonn stattfindende HobbitCon freut. Allein für die Zöpfe ihrer Perücke brauchte sie mehrere Tage. So viel Nerv hatte ich bisher leider nie für ein Kostüm und griff auch für heute lieber auf meinen Totoro-Pulli zurück.

 

Alte und neue Bekannte

Nach dem Videodreh nutze ich die verbleibenden zwei Stunden dafür, um die Arbeit aller Künstler nun nicht mehr durch das Kameraobjektiv zu begutachten und ein bisschen zu quatschen. Unter anderem mit dem Illustrator Martin Schliermann, dessen Werke auch in der noch bis 2. Mai laufenden „Batman: The Dark Knights Turns 75“-Ausstellung im Cöln Comic Haus zu finden sind.

Fantasy und Co macht auch Mangafans froh – mich vor allem Zeichnungen von Drachen und so freue ich mich umso mehr Fyre-Dragon alias Julia Niehüser wieder zutreffen, die ich auf der zweimal jährlich stattfindenden Yukon in Solingen kennengelernt habe. Sie hat einfach ein paar Verlage angeschrieben mit dem Vorschlag, ein Buch über Drachen zu zeichnen, und schwupps, im April erscheint „Faszinierende Drachenwelt. Das große Zeichen und Wissensbuch“ von ihr. Man muss sich einfach trauen und dran bleiben! Da ich schon genug Sachen von Fyre-Dragon hatte, habe ich mich lieber mit Postern von Lunakia eingedeckt.

Flaute für Händler

Auch wenn die Con bis 17 Uhr gehen sollte, bauen die ersten Händler bereits eine Stunde früher zusammen – laut Volker waren die Verkäufe auch eher mau. Für die Händler also nicht so lukrativ, für mich aber ein sehr netter Nachmittag und ausgestattet mit Postern und Autogrammen geht es zurück nach Bonn. Auch meinen Vorsatz mich mit neuen Manga auszustatten, habe ich mit dem Kauf von Annes „Schattenarie“ erfüllt. Falls ihr Euch auch ein Autogramm von Anne Delseit und Zeichnerin Zofia Garden holen wollt, habt ihr auf dem Hexenmarkt am 1. Mai auf Burg Satzvey Gelegenheit dazu. Und vielleicht schaut Anne auch bald bei bonnFM im Studio vorbei. Die nächste Con in Düsseldorf findet erst wieder am 29. November 2015 statt.

Alle Bilder: Désirée Wilde / bonnFM

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