Ein Viertel für die Götter

von Katharina Weber

Foto: Sebastian Derix

Die Telekom Baskets Bonn besiegen am 29. Spieltag der Beko Basketballbundesliga EWE Oldenburg mit 70:59 (13:12, 26:24, 14:21, 17:2). 5.720 Zuschauer erleben drei Viertel lang einen offenen Schlagabtausch. Erst in den letzten zehn Minuten können die Baskets das Spiel klar für sich entscheiden. Aggressive Bonner Defense sorgt für einen 15:0 Lauf und erlaubt den Oldenburgern nur zwei Punkte im letzten Viertel. Die Baskets lösen mit dem Sieg frühzeitig das Ticket für die Playoffs. 

Spiele gegen direkte Play Off-Konkurrenten versprechen gegen Ende der Saison immer eine besondere Brisanz. So zu beobachten am Ostermontag auf dem Hardtberg: Im Telekom Dome maß sich der Tabellenfünfte mit dem Tabellensiebten aus Oldenburg. Die Baskets strebten noch nach Platz vier, der das Heimrecht und damit zwei Heimspiele garantiert und auch die Oldenburger zielten noch auf einen höheren Tabellenplatz.

Die Partie war dementsprechend von Anfang an hart umkämpft. Starke Defense auf beiden Seiten zwang die Teams zu schwierigen Würfen. Zweistellig wurde die Punkteanzeige erst nach knapp acht Minuten durch den einzigen Oldenburger Dreier im ersten Viertel von Philip Zwiener (8:12). Ebenfalls ein Dreier, diesmal von Steve Wachalski sorgte für den 13:12 Zwischenstand.

Hochprozentigere Trefferquoten im zweiten Viertel

Hatten Dreipunktwürfe im ersten Viertel noch kaum eine Rolle gespielt, fanden Schüsse von jenseits der 6,75 Meter im zweiten Viertel vermehrt den Weg in den Korb. Einen Dreier von Florian Koch beantwortete Julius Jenkins auf der Gegenseite ebenfalls mit einem Dreier, der wiederrum von Ryan Brooks mit einem erneuten Dreier beantwortet wurde (23:21, 14. Spielminute). Mitte des Viertels fanden schließlich die Oldenburger Fans den Weg in die Halle und sorgten auch ohne Klatschpappen – die hatten Bonner Fans in den eigenen Fanblock entführt und unschädlich gemacht – für neue Intensität auf dem Feld. Das Spiel wurde zunehmend körperbetont, kein Team konnte sich deutlich absetzen: Eine sechs Punkte-Führung war alles, was die Baskets vor der Pause erreichen konnten (37:31, 19. Spielminute). Zur Halbzeit standen zehn Führungswechsel und vier unentschieden auf dem Scoutingbogen. 

Im dritten Viertel bewies „der ewige Oldenburger“ Rickey Paulding mit einigen guten Aktionen, dass er trotz seiner 32 Jahre noch nicht zum alten Eisen gehört. Am Ende sollte er mit 9 Punkten Top Scorer der Oldenburger werden. Die Baskets waren in den vergangenen beiden Spielen gegen ALBA Berlin und die Braunschweiger Löwen im dritten Viertel deutlich eingebrochen und schafften es nur im letzten Spiel sich davon wieder zu erholen. Und so drohte auch gegen Oldenburg der Hänger im dritten Viertel: 50:57 hieß es nach Freiwürfen von Philipp Neumann (30. Spielminute). 

Vollgas im letzten Viertel 

Zu Beginn der letzten zehn Minuten erzielte Casper Ware das 55:59 für Oldenburg. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch keiner, dass dies die letzten und einzigen Oldenburger Punkte des Viertels bleiben sollten. Dank Drei-Punkt-Spiel von Dirk Mädrich zogen die Baskets wieder an den Oldenburgern vorbei (60:59, 34. Spielminute). In der Verteidigung legten die Baskets noch eine Schippe drauf und sammelten offensiv wie defensiv die entscheidenden Rebounds ein. Unter dem Korb glänzte Tadas Klimavicius und setzte sich ein ums andere Mal gegen seine Centerkollegen durch. Völlig vom Wurfglück verlassen, schoss Chris Kramer den Ball am Ring vorbei – Airball. Klimavicius vollstreckte mit zwei Freiwürfen zum 70:59 Endstand. Im direkten Vergleich der beiden Teams steht es damit unentschieden. 

Fischer: TOP4 noch offen

Coach Mathias Fischer zeigte sich nach dem Spiel zufrieden, aber bescheiden. Am Samstag treffen die Baskets im Halbfinale des Pokals erneut auf Oldenburg, man solle aber wegen diesem Sieg nicht automatisch mit einem Sieg am Samstag rechnen. „Samstag wird ein ganz neues Spiel werden. Neues Spiel, neues Glück, sagt man so schön.“

Die Baskets setzen sich mit diesem Sieg weiter von Verfolger Fraport Skyliners ab und festigen den fünften Tabellenplatz. Außerdem sichern sich die Bonner den frühzeitigen Einzug in die Play Offs. Weiter geht es am kommenden Wochenende in der Endrunde des Pokals. Je nach Ausgang des Spiels gegen Oldenburg (Samstag, 20:00 Uhr), treffen die Baskets im Finale (Sonntag, 14:00 Uhr) oder im Spiel um Platz drei (Sonntag, 11:00 Uhr) auf ALBA Berlin oder die Brose Baskets Bamberg.

 

 

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