Einer fehlt noch

von Kevin Scheuren

Foto: Sebastian Derix

Durch den 99:95-Sieg über ratiopharm Ulm haben die Telekom Baskets Bonn am morgigen Sonntag die Chance ins Playoff-Halbfinale der Beko Basketball-Bundesliga einzuziehen. Das Team von Mathias Fischer bot den Fans im ausverkauften Telekom Dome eine kämpferisch hochwertige Leistung und siegte am Ende verdient. In der Best-Of-Five-Serie steht es jetzt 2:1 für die Telekom Baskets.

Zu Beginn den Tritt noch nicht gefunden

Das Heimrecht hatten sich die Baskets vor wenigen Tagen trotz aller Spielchen rund um zurückgerufene Eintrittskarten für Bonner Fans und platte Bälle für das Shoot-Around zurückerkämpft, gestern nun sollte die Serie komplett gedreht werden. Und das gelang zu Beginn der Partie erstmal gar nicht so gut. Die Bonner taten sich schwer in ihren Offensivflow reinzukommen und konnten durch Dirk Mädrich erst nach knapp 3:30 Minuten die ersten Punkte verzeichnen. Da stand es dann aber auch schon 2:7 für die Gegner aus Ulm. Was aber schon zu Beginn der Partie relativ klar wurde und am Ende auch zu einem wichtigen Trumpf um den Sieg avancierte waren die Freiwürfe. Sukzessive arbeitete sich das Team von Mathias Fischer an der Freiwurflinie heran und kam so zu wichtigen Punkten. Das Wichtigste im ersten Viertel war dran zu bleiben und die Ulmer nicht davonziehen zu lassen. Das gelang u.a. durch Punkte von Florian Koch von jenseits der Dreierlinie, Tadas Klimavicius und Mickey McConnell. Zum Ende des 1. Abschnitts stand es 19:23 aus Sicht der Bonner.

Ein Spieler der Ulmer erwischte einen Sahnetag. Der griechische Center Ian Vougioukas erzielte am Ende des Spiels 27 Punkte für die Ulmer, aber sorgte im zweiten Viertel auch dafür, dass es noch eine ganze Zeit dauerte, bis die Telekom Baskets die Führung übernehmen konnten. Immer wieder setzte er nach erfolgreichen Angriffen der Bonner, u.a. durch Ryan Brooks, einen nach und drauf und sorgte damit für eine beständige Führung der Gäste. In der 16. Spielminute war es dann aber soweit und Angelo Caloiaro erwischte den Dreier perfekt und sorgte für die erste Bonner Führung im Spiel (37:35). Die Ulmer waren davon etwas geschockt, was Nationalspieler Per Günther zu einem leichten Ballverlust zwang. Dies konnte Benas Veikalas aber nicht nutzen, genauso wenig Caloiaro danach. Trotzdem bauten sich die Bonner eine kleine Führung auf, die sie dann auch mit in die Halbzeit nehmen konnten (47:44).

Rezept zum Sieg: Dreier und Freiwürfe

Die ersten zehn Minuten in der zweiten Halbzeit gehörten ganz klar den Telekom Baskets. Zwar versuchten die Ulmer immer wieder Nadelstiche zu setzen, aber darauf ließen sich die Bonner und v.a. Andrej Mangold nicht ein, der direkt eine Duftmarke setzte und zwei Dreier sicher versenkte (55:50, 24.) Weitere wichtige Punkte von Downtown und unter dem Korb folgen durch Tadas Klimavicius, Kapitän Benas Veikalas und auch Angelo Caloiaro, allerdings war es der Center, Dirk Mädrich, der für die erste zweistellige Führung der Baskets sorgte. Von wo? Ebenfalls von hinter der Dreierlinie in die Reuse der Ulmer (72:61, 29.). Doch es wären nicht die Telekom Baskets, wenn nicht kurzzeitig der Schlendrian einkehrt, was den Ulmern Chancen gab den Rückstand schmelzen zu lassen. Tim Ohlbrecht und Co. kamen so bis zum Ende des dritten Durchgangs bis auf 7 Punkte ran und ließen sich für das letzte Viertel alle Chancen offen (74:67, 30.).

Das letzte Viertel war hart umkämpft und beide Mannschaften zeigten sich offensiv von ihrer besten Seite. Nach wenigen Sekunden brachte Ryan Brooks durch einen Dreier die Halle zum Beben, der Ulmer Brian Rush setzte aber schon bald nach. So ging es dann erstmal munter zwischen den Körben hin und her. Doch im letzten Abschnitt zeigte sich der Trumpf der Baskets – die Freiwürfe. Egal, ob bspw. Tadas Klimavicius oder Angelo Caloiaro. Die Dinger waren drin, das sorgte für Erleichterung und wichtige Punkte. Und natürlich die Dreier, die am Ende mit einer Quote von 44,4% im Korb der Ulmer. Den wohl wichtigsten Dreier, weil es die Bonner ein großes Stück näher zum Sieg brachte, versenkte Eugene Lawrence, der ein bärenstarkes Spiel machte, in der 37. Minute zum 88:79. Hin und wieder gab es noch ein Aufbäumen der Gäste, am Ende stand aber durch eine großartige Teamleistung, starken Nerven von der Freiwurflinie und einer guten Dreierquote ein umkämpfter, aber verdienter 99:95-Sieg für die Telekom Baskets Bonn in den Büchern.

Spiel 4 morgen Abend in Ulm

Dieser Sieg gibt den Baskets jetzt die Chance bereits morgen Abend den Sack in der Playoffserie gegen ratiopharm Ulm zuzumachen. Um 17 Uhr geht’s los. Sollte es noch ein fünftes Spiel geben, so findet das am kommenden Mittwoch, den 20.05. um 20 Uhr im Telekom Dome statt. Eins ist schon sicher, der Gewinner dieser Serie spielt im Halbfinale gegen die Brose Baskets Bamberg.  

 
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