Erfolgreiche Mannschaftsleistung

Von Kevin Scheuren

Foto: Sebastian Derix

Die Telekom Baskets Bonn können es doch noch…also gewinnen. Gegen die bislang ungeschlagenen Artland Dragons lieferten die Baskets eine tolle Mannschaftsleistung ab und siegten am Ende hochverdient mit 99:77. Besonders das dritte Viertel war der Schlüssel zum Erfolg. Bester Werfer der Bonner war Neuzugang Angelo Caloiaro mit 22 Punkten.

Holpriger Start, danach immer besser

Headcoach Mathias Fischer schickte zu Beginn der Partie Dirk Mädrich, Eugene Lawrence, Angelo Caloiaro, Andrej Mangold und Kapitän Benas Veikalas auf das Parkett. Das Team musste sich erstmal ins Spiel finden. Dann entwickelte sich aber ein rasantes, erstes Viertel, in dem beide Mannschaften mit offenem Visier in der Vorwärtsbewegung zu Werke gingen. Nach 5 gespielten Minuten waren die Bonner aber im Hintertreffen und lagen mit 10:14 zurück. Lange sollte das aber nicht dauern, denn Angelo Caloiaro besorgte die wichtigen Punkte zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Ein bisschen bitter war vielleicht, dass man nach 6 Minuten schon fünf Teamfouls auf dem Konto hatte, Andrej Mangold alleine zwei. Doch davon ließen sich die Baskets nicht irritieren, spielten im Laufe des ersten Durchgangs immer sicherer und blieben durch klug vorgetragene Angriffe in Schlagdistanz. Gegen Ende zog dann der Schlendrian nochmal ein und sorgte damit für einen 5-Punkte-Rückstand zur ersten Viertelpause. 

Im zweiten Viertel zeigte sich dann so langsam, wohin die Reise gehen würde an diesem Abend im Telekom Dome. Ryan Brooks machte die ersten Punkte der Baskets im zweiten Viertel, Center Tadas Klimavicius sorgte für ein bisschen Slapstick, als er bei drei Korblegern den Ball nicht unterbringen konnte. Nach 15 Minuten meldete sich dann auch ein Ex-Bonner zu Wort. David McCray haute 3 von insgesamt nur 13 Punkten für die Quakenbrücker in die Bonner Reuse zum zwischenzeitlichen 28:33, aber dann drehten die Bonner auf. Vor der Halbzeit wollte man auf jeden Fall in Führung gehen, das merkte man der Körpersprache der Spieler an. Nach 17:48 Minuten sorgten zwei Steals in Folge für einen 9:0-Lauf der Hausherren. Einmal von Angelo Caloiaro mit Abschluss Eugene Lawrence und dann einmal von Caloiaro selbst. Die letzten Punkte der ersten Halbzeit machte dann Florian Koch zum 41:38. Die Baskets zwangen die Dragons immer wieder zu Fehlern und haben den roten Faden im Laufe des zweiten Viertels wiedergefunden, weswegen man guter Dinge in die Halbzeit gehen konnte.

Schneid abkaufen nach Bonner Art

Das dritte Viertel gehörte dann komplett den Bonnern, die in der Defensive eine gut durchgeführte Zonenpresse spielten und damit durch hohen Aufwand den Quakenbrückern den Schneid abkaufen konnten. Dazu kamen, beflügelt durch 5040 Zuschauer im Telekom Dome, gut vorgetragene Angriffe und die nötige Portion Konzentration, die die Baskets in den letzten Spielen allzu oft haben vermissen lassen. Im gesamten dritten Viertel kamen die Gäste nur zu 12 Punkten, die Baskets dagegen machten 31 und legten den Grundstein für den späteren Sieg. Alleine Mickey McConnell gelangen 8 Punkte im dritten Durchgang, man zwang die Dragons dazu die Shotclock runterzuspielen und sicherte sich einen Steal nach dem Anderen. Auch unter den Körben war die Leistung mehr als ansprechend, Dirk Mädrich war ein wahres Rebound-Ungeheuer an diesem Abend. Am Ende sollten 7 Rebounds auf seinem Konto stehen. Der Wille der Dragons war nach dem Ende des dritten Viertels gebrochen, nun hofften alle, dass Mathias Fischer die Nerven seines Teams in den Griff bekommen hat – und das hat er!

Die Baskets haben auch im letzten Viertel nie den Vorsprung richtig aus der Hand gegeben. Zwischen 15 und 20 Punkte war man den Gästen zu jedem Zeitpunkt voraus. Zwar kamen die Dragons immer mal wieder zu Punkterfolgen, die Baskets spielten ihren Schuh aber routiniert und sicher runter, ließen sich in der Defensive nicht von ihrer Idee abbringen und nutzten die Chancen in der Offensive knallhart aus. Zwei Minuten vor Schluss konnte Mathias Fischer den sicheren 93:70-Vorsprung nutzen, um auch die Nachwuchsspieler Robin Lodders und Thomas Michel ein paar Minuten in der BBL zu geben. Für Lodders war es das Debüt, dementsprechend nervös war er auch, verlor hier und da den Ball, sicherte sich aber auch einen Defensiv-Rebound. Thomas Michel präsentierte sich nervenstark beim Freiwurf und machte seine zwei Versuche rein. Per Dreier schraubte Angelo Caloiaro das Ergebnis auf 99:75 hoch, nach zwei Punkten für die Dragons wollten die Baskets aber nicht mehr auf die 100 gehen und ließen die Uhr beim Stand von 99:77 auslaufen und holten sich damit den lang ersehnten ersten Heimsieg der Saison. 

Und nun?

Wenn die Baskets doch nur immer so auftreten würden wie gegen die Artland Dragons. Konzentration, Wille, Laufbereitschaft, Intensität – all die Facetten, die Fans und Trainer in den letzten Spielen so vermisst haben, zeigten die Bonner gegen Quakenbrück. Mit einer solchen Leistung ist auf jeden Fall jede Mannschaft gewarnt, die gegen die Baskets ranmuss. Aber man darf sich jetzt nicht auf der guten Leistung ausruhen, sagte auch Mathias Fischer in der Pressekonferenz nach dem Spiel. Man muss weiter hart arbeiten, aber das Team findet langsam zusammen und setzt die Ideen des Trainers um – und belohnt sich endlich selbst! Am Mittwoch geht’s im Eurocup zu den Brose Baskets Bamberg (20 Uhr, live im TV bei sport1), am darauffolgenden Samstag muss man zu den Aufsteigern nach Göttingen (18:30 Uhr, live bei Telekom Basketball), die am Wochenende den amtierenden Meister schlagen konnten. Keine einfache Aufgabe, aber wenn man so spielt wie gegen Quakenbrück, sollte auch da ein Sieg drin sein. 

 
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