Euroblast 2014

Von Jasmin Vettel

Anfang Oktober vereinte sich die härtere Djent- und Progressive-Metal-Szene in der Kölner Essigfabrik um eines zu tun: Drei Tage am Stück ihr Lieblingsgenre zu feiern. Thomas Frerix und Jasmin Vettel waren vor Ort.

Zwischen ein paar Szene-Verkaufszelten und Lounge-Sitzecken gab es abseits der Konzerte kaum mehr Ambiente, um die Festivalgänger zu unterhalten: Langweilig wurde es jedoch den Wenigsten. In zwei Festivalhallen tobten sich die Fans auf knapp 900 Quadratmetern Hallenfläche zu sämtlichen internationalen und nationalen Bands aus. Es war ein Zusammentreffen der unterschiedlichsten Nationalitäten. Und das erstaunte auch die Besucher selbst. Niederland, Dänemark, Schweden, Schweiz, es kam einem mehr vor wie ein Westeuropäisches Szene-Treffen als ein kleines Köln-Deutz-Underground-Festival. Und auch style- und alterstechnisch war es eine bunte Mischung. Es gab weit mehr Farben als Schwarz und es waren Fans aus fast allen Altersklassen vertreten.

Ein hartes musikalisches Pflaster

Als Standard-Festivalgänger von Wacken, With Full Force, Summerbreeze und co. hatte man es sicher nicht leicht. Musikalisch driftete dieses Festival in seine ganz eigene Richtung ab. Aber genau das machte es für die Anhänger des Genres so unverwechselbar. Für alle anderen war es ein Schauplatz inmitten von kunstvollem episch-düsteren Sound wie von TESSERACT, gesangloser Instrumentalakrobatik wie von EXIVIOUS, brutal-schiefem und nervenzerrenden musikalischen Geplänkel wie von VILDHJARTA und hektisch-melodischer Klangfarbe von Bands wie SikTh. Daneben gab es noch Auftritte von kleineren deutschen Bands wie von der Kölner Band GEIST mit ihrem dichterisch-philosophisch angehauchten melodramatischen Musikstil oder der Mannheimer Band CHAOSBAY mit ihren geliebten Longtracks aus energiegeladener Direktheit.

10-jähriges Jubiläum

Das Euroblast-Festival scheint bei den Fans gut anzukommen. Die diesjährige Ausgabe ist bereits die zehnte Auflage des deutschen Djent- und Progressive-Highlights. Nach sechs Jahren hat das Festival bereits eine beeindruckende Geschichte hinter sich. Eine kleine Übersicht:

2008 startete das Kölner Euroblast Festival mit 250 Besuchern einen Tag lang mit 12 deutschen Bands durch. 2011 wurde es dann vom Bogen 2 ins Underground verlegt, wurde dadurch auf zwei Tage verlängert und hatte schon über 600 Besucher und 25 europäische Bands zu verbuchen. Mittlerweile ist es in der Essigfabrik bei drei Tagen, über 1200 Besuchern und über 45 internationalen und nationalen Bands angekommen und bei einem stolzen Ticketpreis von 99 Euro gelandet. 2008 musste man für ein Ticket noch 6 Euro zahlen.

Trotz seiner Erfolgsgeschichte gab es dieses Jahr aber noch ein paar kleine Dinge, an denen man noch tüfteln könnte. Da es auch Tageskarten gab, waren für Solo-Festivalgänger die pflichtmäßigen 10er-Getränkekarten nicht besonders sinnvoll. Auch soundtechnisch gab es noch einige Mängel, vor allem auf der großen Bühne. Ohne Ohropax konnten die Wenigsten die Konzerte genießen, es war wirklich ungewöhnlich laut dort. Ein paar mehr Verkaufsstände hätten sicher auch nicht geschadet und ein festivaleigener Campingplatz wäre in den kommenden Jahren sicherlich auch eine gute Option. Mit Ohropax ausgerüstet kann es 2015 für Metal-Interessierte bestimmt ein besonderes Festival werden!

Alle Fotos: Thomas Frerix / bonnFM

bonnFM-Redaktion

die bonnFM-Redaktion!

Kommentar verfassen