Gelungener Start in die Rückrunde

von Katharina Weber

Foto: Sebastian Derix

Im ersten Spiel der Rückrunde in der Basketball Bundesliga konnten die Telekom Baskets Bonn einen 79:76-Sieg (21:22, 15:20, 23:15, 20:19) einfahren. Das Spiel gegen die Crailsheim Merlins erinnerte phasenweise stark an die erst knapp drei Wochen zurückliegende Partie der Hinrunde: Ein körperbetontes Spiel mit wenigen Dreiern und vielen Kämpfen unter dem Korb, das erst in letzter Minute entschieden wurde.

Auf dem Papier waren die Baskets wie auch beim letzten Spiel gegen die Merlins klar überlegen: Der Tabellensechste trat gegen den Tabellenletzten an, der zudem mit Jannik Freese kurz vorher einen seiner Leistungsträger ersatzlos an ALBA Berlin verloren hatte. 

Davon merkte man zu Beginn des Spiels allerdings nichts. Die Crailsheimer passten sich problemlos dem schnellen Spiel der Bonner an, die zunächst mit 11:6 in Führung gingen (5. Spielminute). Bis auf einen spektakulären Steal von Steve Wachalski eine Minute vor Ende des Viertels, den Ryan Brooks prompt in zwei Punkte verwandelte, gab es wenig herausragende Aktionen. Das Spiel war vielmehr ausgeglichen und hart umkämpft – leichte Punkte suchten die Teams vergebens. Zwischenstand: 21:22.

Die Defense vernachlässigt

Von diesem Katz-und-Maus-Spiel hatten die Merlins Anfang des zweiten Viertels anscheinend genug. Durch Punkte von Kronhardt und Saibou zogen sie auf 21:31 davon (14. Spielminute). Dabei nutzen sie viele Lücken in der Defense der Baskets aus. Obwohl die Bonner ihren Gegenspielern dicht auf den Fersen waren, kamen sie oft einen Schritt zu spät und erlaubten den Crailsheimern immer wieder Punkte unter dem Korb einzusammeln: Insgesamt 38 ihrer 42 Punkte zur Halbzeit machte das Team aus der Zone. Den Ballbesitz nach einem unsportlichen Foul an Angelo Caloiaro konnte Benas Veikalas zwar per Dreier zum 30:31 verwandeln (16. Spielminute), insgesamt war Crailsheim aber das deutlich aggressiver aufspielende Team. Zur Halbzeit lagen die Baskets dementsprechend mit 36:42 zurück.

In der zweiten Halbzeit zogen die Merlins auf 11 Punkte davon (40:51, 26. Spielminute), bevor bei den Baskets endgültig der Knoten platze. Spätestens nach Dreipunktwürfen von Brooks und Mickey McConnell waren das Team und die 5.360 Zuschauer in der Halle wieder hellwach (50:55, 28. Spielminute). Ein weiterer Dreier von Wachalski, zwei Freiwürfe von Veikalas und ein Tip-In von Dirk Mädrich sorgten dafür, dass Bonn mit einer kleinen Führung ins letzte Viertel ging (59:57).

Gleichstand in der letzten Spielminute

Den Aufschwung konnte das Team erfolgreich mit in die letzten zehn Minuten des Spiels nehmen. Zwei fast unmögliche Körbe von Wachalski, ein krachender Dunk im Vorbeifliegen von Caloiaro und ein Dreier von Veikalas bauten den Vorsprung der Baskets auf  75:66 aus (38. Spielminute). Aber Crailsheim hatte sich noch nicht aufgegeben: Zwei Dreipunktwürfe und zwei Freiwürfe später waren die Merlins auf 75:73 herangekommen. Gleich zwei verpatzte Angriffe der Bonner bestrafte Merlin Garrett Sim postwendend mit dem Ausgleich: 75:75, 19,7 Sekunden vor Schluss. Die Erlösung brachte Geno Lawrence  mit einem Dreier 5,7 Sekunden vor Schluss (78:75). Die Merlins konnten im Gegenzug nur einen Freiwurf verwandeln. Tadas Klimavicius sorgte ebenfalls per Freiwurf für den 79:76 Endstand. 

Trainer sind sich einig

Merlins-Trainer Ingo Enskat über das Spiel: „Vielleicht fehlt einem am Ende dann ein Tick Kraft, aber ich will das gar nicht groß in den Vordergrund stellen. Ich finde, die Jungs, die heute gespielt haben, haben einen tollen Job gemacht und deswegen bin ich mit der Leistung, trotz der Niederlage am Ende, zufrieden.“ 

Baskets-Coach Mathias Fischer zeigte sich weniger zufrieden mit der Leistung seines Teams: „Im Endeffekt haben wir das Spiel gedreht, so wie wir es auch schon in Crailsheim gemacht haben, aber wir haben sehr viel Intensität gebraucht. Viele Baustellen sind heute aufgezeigt worden: Rebound-Duell verloren, 18 Turn Overs, weniger Assists als Turn Overs. Gewonnen ist gewonnen, nichtsdestotrotz: Ich muss dafür sorgen, dass wir in den nächsten Spielen anders auftreten und viel besseren Basketball spielen.“

Weiter geht es für die Telekom Baskets am 27. Januar um 20:00 Uhr auswärts gegen medi Bayreuth. Danach begrüßen sie zuhause den Mitteldeutschen BC, am 31. Januar um 20:30 Uhr.

 
bonnFM-Redaktion

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