In den Häusern der Stadt

Von Laura Dresch

Die Lieblingsband in Eurem Wohnzimmer spielen lassen und danach mit ihr bis spätnachts in der Küche sitzen und quatschen? Genau das macht das Festival „Musik in den Häusern der Stadt“ möglich.

Bild: Laura Dresch / bonnFM

Bereits zum 16. Mal findet ein Kulturevent der besonderen Art statt. Der Veranstalter ist der 1994 gegründete KunstSalon e.V. aus Köln. Die Mitglieder fördern Kunst und Kultur und treffen sich jeden Monat an einem jour fixe mit illustren Gästen zum Austausch und Diskussionen.

All, überall

Mittlerweile zieht ihr Musikfestival vom Gründungsort durch viele weitere deutsche Städten. Das Programm umfasst 118 Veranstaltungen und in Bonn wurde es von „Bukahara“ eröffnet. Die Multinstrumentalisten spielten eine wilde Mischung aus Swing, Folk und Reggae. Sogar Elemente von Arabic-Balkan tauchten auf. Schnell hört man ihre verschiedenen Einflüsse, die sie auf zahlreichen Reisen gesammelt haben. Ihr zweites Album finanzierten sie über Crowdfunding, um sich der Eingrenzung einer Plattenfirma zu entziehen. Die benötigten 10.000 Euro kamen schnell zusammen.

Basecamp – mehr als eine Unterkunft

Im Basecamp spielten die Mittzwanziger auf einer mit einem Gartenzaun umfassten Bühne. Das Young Hostel, das nicht einfach nur aus Zimmern und normalen Betten besteht, ist der neue Kultur-Hotspot in Bonn. Hier können Gäste in liebevoll gestalteten Wohnwagen oder ausrangierten Bahnwaggons schlafen und regelmäßig finden Veranstaltungen statt. Auch die Band hat ihre Nacht hier verbracht.

Buntes Publikum feierte ausgelassen

Es kamen knapp 200 Gäste, die es sich zunächst auf Stühlen und in den Vorgärten der Campingdomizile gemütlich machten. Das Interieur vermittelt eine Stimmung, in der man sich wie im Wohnzimmer oder Garten eines Freundes fühlt. Darin dieses Mal eine ausgefallene Mischung aus exzessiv tanzenden Goa-Fans bis zum gediegenen Weintrinker mit Fliege. Die Stimmung war vom ersten Lied an gut und die ausgelassene lockere Art der Jungs sprang sofort auf das Publikum über. Die Band lud zum Mitsummen ein und schlug vor, sich einfach der Musik hinzugeben. Das funktionierte mit jedem Song besser und so sprangen mehr und mehr Gästen auf. Zum Schluss schwangen sogar die Veranstalter das Tanzbein. Nach der letzten Zugabe traf sich das Publikum an der Bar mit den Musikern auf einen lockeren Plausch. Ein absolut gelungener Abend!

Festival läuft noch bis zum 9.November

Dem Festivalauftakt folgen nun in Bonn bis Sonntag neun weitere Konzerte. Da öffnet die Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus ihre Pforten, die Villa Godesberg und sogar einige Privatleute freuen sich, Musiker und unbekannte Gästen in ihrem Wohnzimmer begrüßen zu dürfen.

bonnFM-Redaktion

die bonnFM-Redaktion!

Kommentar verfassen