Hobbits, Zwerge und Elben in Bonn

Unter einer Hobbit-Convention stellt man sich wahrscheinlich eine Zusammenkunft von rundlichen Hobbits vor, die gemeinsam um einen reich gedeckten Tisch sitzen. Ganz so falsch ist dieses Bild gar nicht, allerdings müsste man es um bärtige Zwerge, langhaarige Elben und ganz viele Fantasy-begeisterte Menschen ergänzen. Der reich gedeckte Tisch bietet allerdings weitaus mehr als Leckereien für Hobbitmägen.

Ganz schön bunt wurde es am Osterwochenende im Bonner Maritim Hotel und das lag nicht etwa an den hier und da verirrten Ostereiern. Vielmehr waren es die vielen Fantasyfans, die die Feiertage auf ihre ganz spezielle Art zelebrierten. Statt Eiersuche wurde in phantasievollen Kostümen durchs Hotel flaniert – und das nun schon zum 3. Mal! Neben der alljährlich im Herbst stattfindenden RingCon, die eine bunte Masse von Fantasybegeisterten anzieht, fand am Osterwochenende die HobbitCon statt. Obwohl die drei Hobbit-Filme von Peter Jackson schon längst im Kino gelaufen sind und so langsam Schluss sein müsste mit dem Hype, haben die Fans noch lange nicht genug von Zwergen, Hobbits, Elben und Zauberern. Tolkiens Fantasywelt wurde zusammen mit Stargästen in Workshops, Vorträgen, Wettbewerben und Panels wiederbelebt. Das vielseitige Programm ließ so manchen Fan verzweifeln, der sich zwischen Autogrammstunden, Partys, Konzerten und all den anderen verlockenden Angeboten entscheiden musste.

Mittelerde ist überall!

Die Leidenschaft, mit der das Tolkien-Universum hier gefeiert wurde, ist überwältigend. Längst geht es nicht mehr nur darum möglichst viel Merchandise anzusammeln, sondern selbst aktiv zu werden – beispielsweise als Cosplayer, der sich selbst in eine von Tolkiens Figuren verwandelt oder als Zeichner, der die Ideen des Professors auf Leinwand lebendig werden lässt. Mittendrin waren die Stargäste, allen voran Luke Evans, Ken Stott und seine Zwergen-Kollegen. Wer hinter die Kulissen des Hobbit-Drehs schauen wollte, hatte hier die Möglichkeit seine Fragen direkt an die beteiligten Stars zu richten.

Bei all dem Trubel war das Wichtigste allerdings das Zusammentreffen der Fans. Wo findet man sonst so viele Gleichgesinnte? Hier lernt man nicht nur neue Gesichter kennen, sondern kann sich auch endlich wieder mit seinen Fantasyfreunden über die neusten Nachrichten aus Mittelerde austauschen. Für wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse aus Tolkiens Welt waren übrigens einige Spezialisten vor Ort, die ihr Wissen in Vorträgen zugänglich machten. Damit es bei all den Fakten nicht zu theoretisch wurde, sorgten praktische Workshop für die richtige Abwechslung. Ob singen, tanzen, basteln, nähen, schreiben oder zeichnen, hier konnte Jeder auf seine Art aktiv werden.

Filmmusik und Gänsehautfeeling

Das Ende dieser drei bunten Tage kam wie immer viel zu schnell. Bei der „Closing Ceremony“ am Ostermontag wurden die Preisträger der Kostüm- und Kreativ-Wettbewerbe geehrt. Außerdem sorgte der „Ring-Choir“ mit seinem Medley aus stimmungsvoller Filmmusik für ordentlich Gänsehautfeeling und bedankte sich damit bei all denen, die Tolkiens Welt zum Leben erweckt haben. Bei so vielen Emotionen blieb am Ende kaum ein Auge trocken und die Fans erhoben sich voller Rührung von ihren Sitzen. Vor allem der Chorauftritt ist für die Besucher in jedem Jahr ein ganz besonderes Highlight, das Niemand mehr missen möchte. Eins steht fest: Der graue Alltag blieb an diesem Osterwochenende komplett ausgesperrt!

bonnFM Reporterin Julia Kahlert schildert ihre Eindrücke von der HobbitCon 2015:

Teil 1

Teil 2

 

 

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