Hochwasser in Bonn

Autorin: Vanessa Yessica Dreier

Fotos: Michael Fiegle / de.wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Beinahe täglich geht man am Rhein vorbei, dennoch sehen nur die wenigsten auch die Risiken, die mit der Nähe des Stadtzentrums zum Fluss verbunden sind. Die letzten Hochwasser liegen noch nicht weit zurück, 1993 und 1995 überschritt der Rhein seinen durchschnittlichen Pegel um über 10 Meter. Im Vergleich dazu steht er aktuell bei 2 m. Diese beiden Höchstwerte wurden in Beuel gemessen, dem Stadtbezirk Bonns, der von Hochwassergefahr am meisten betroffen ist. 

Doch nicht nur Bonner Anwohner in Rhein Nähe sind von Hochwasser betroffen, auch Kanalnetze und Bäche können als Folge von extremen Unwettern mit Niederschlägen anschwellen. Dies war zum Beispiel am Mehlemer Bach der Fall. In den Jahren 2010 und 2013 kam es durch starke Regenfälle zu Überschwemmungen im Bereich des Baches. In der Folge ließ das Tiefbauamt zwei Grobrechen am Oberlauf einsetzen. Sie sollen großes Schwemmgut frühzeitig abfangen, um zukünftig ein Verstopfen und daraus resultierendes Überlaufen des Baches zu vermeiden.

 

Ein Problem: Kanalnetze

Auf der Seite der Stadt Bonn ist zu lesen, dass es keinen kompletten Schutz vor den Folgen von Starkregen gibt, obwohl die Stadt Bonn „ihre Fürsorgepflicht gegenüber ihren Bürgerinnen und Bürgern sehr ernst nimmt“. Unsere Kanalnetze sind auf extreme Wetterereignisse nicht vorbereitet. Verständlich, wenn man sich vor Augen führt, welcher Kanaldurchmesser nötig wär, um jeder Zeit unvorhersehbare Mengen an Starkregen aufzufangen. Auch der Bau dementsprechend großer Abwasseranlagen ist technisch kaum durchführbar. Eine weitere Gefahr im Bonner Raum ist durch Sturzfluten gegeben. Insbesondere an Hanglagen kann es hier zu Erdrutschen oder ähnlich schweren Verwüstungen kommen. 

 

Private Vorsorge schützt

Somit ist die Zivilbevölkerung gefragt sich in diesem Bereich zu engagieren. Die Bezirksregierung Köln informiert im Rahmen von Hochwassergefahrkarten auch über den aktuellen Stand einiger Bonner Gewässer. Eigentümer der als gefährdet eingestuften Regionen können dann individuell Maßnahmen ergreifen, um ihre Grundstücke und Häuser besser vor Hochwasser zu schützen. Auch im kleinen Rahmen kann jeder seinen Teil zum Hochwasserschutz beitragen. Auf einem Flyer der Stadt Bonn wird Menschen die in Rheinnähe leben, beispielsweise nahegelegt „auf die Ablagerung von Gartenabfällen und Boden in Gewässernähe zu verzichten“. Auch bei Bachläufen sollte darauf geachtet werden, dass sich keine Gegenstände in direktem Umfeld befinden. Sollte das Gewässer ansteigenden können diese mitgerissen werden und Schäden verursachen. 

Durch starken Regenfall kommt es auch zu einem Anstieg des Wasserspiegels im Kanal kommen. Wenn der Abwasserspiegel im Kanal die private Entwässerung erreicht, kann es zu einem Rückstau kommen. Dies ist die bei Weitem häufigste Schadensursache im Zusammenhang mit Starkregen. Gerade hier können privat Vorkehrungen getroffen werden, indem Rückstausicherungen im Haus eingebaut werden. Auch die aufmerksame Verfolgung der Wetternachrichten kann ein entscheidender Faktor sein, präventive Maßnahmen zu ergreifen, bevor Überschwemmungen eintreten. 

 

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