Immer wieder sonntags kommt die Erinnerung

Autor: Philipp Lohmüller

Bild: © Koch Media

Es ist der Tag vor Lisas Geburtstag: Ihr Bruder weckt sie, ihre Mutter bittet sie, sich um die Wäsche zu kümmern und ihr Vater repariert in der Garage das Auto der Familie. Ein ganz normaler Sonntag. Doch auch der nächste Tag ist der Tag vor Lisas Geburtstag: Ihr Bruder weckt sie, ihre Mutter bittet sie, sich um die Wäsche zu kümmern – Lisa erlebt denselben Tag stets aufs Neue, doch ihre Familie scheint das nicht zu merken. Und mit jeder Nacht, die verstreicht, häufen sich merkwürdige, geisterhafte Vorkommnisse in dem Haus. Lisa ist die einzige, die versuchen kann, das Rätsel um den sich stets wiederholenden Tag zu lösen und ist somit – ohne es zu merken – die einzige Rettung für einen Geist, der eigentlich keiner ist…

Freitag, Samstag, Sonntag, Sonntag, Sonntag, …

Zeitschleifenfilme sind nicht neu: Während man in Und täglich grüßt das Murmeltier das Phänomen mit Humor nahm und so einen Kultfilm schuf, versucht sich Regisseur Vincenzo Natali nun daran, sich die Story der Zeitschleife für einen Horrorfilm eigen zu machen. Das gelingt am Anfang auch exzellent, denn die sich stets wiederholenden Szenen, in denen sich die Familie immer gleich verhält, haben schon etwas beunruhigendes an sich. Doch sobald sich die geisterhaften Erscheinungen in dem Haus häufen, wird Haunter – Jenseits des Todes ein Hybrid aus Mysterythriller und Gruselfilm, der nie eine Balance findet. Egal, welches Geheimnis Lisa lüftet, es bleibt ein fader Beigeschmack.

 

… Sonntag, Sonntag, Sonntag, …

Problematisch wird es dann, als sich der Twist der Story offenbart – und das geschieht leider so ungeschickt, dass es in dem wilden Potpourri aus Geistern, Wäsche waschen und Auto reparieren völlig untergeht. Die Wendung und somit auch der Höhepunkt kommen so überraschend früh, dass sich das Interesse des Zuschauers für den Rest des Films in absehbaren Grenzen hält. Den Klimax vorzuziehen kann funktionieren, wenn ihm dann auch die verdiente Aufmerksamkeit zuteil kommen lässt – doch Haunter schafft den interessantesten Teil des Films mit einem Augenschlag aus dem Weg. Schade.

 

… Sonntag, Sonntag, häää?

Abigail Breslin – bekannt aus Little Miss Sunshine und Zombieland – spielt die Protagonistin Lisa, die endlich mal wieder einen Montag erleben möchte. Von der Jungschauspielerin ist man durchweg gute Leistungen gewohnt und auch in Haunter – Jenseits des Todes trägt sie den Film mit Leichtigkeit. Leider wirkt Breslin im Verlauf des Films zunehmend hilfloser. Während sich die Story als immer komplexer und unnötig verwirrend präsentiert, scheint selbst die Hauptdarstellerin gar nicht mehr so wirklich zu wissen, was eigentlich gerade passiert. Die letzte Szene hinterlässt dann zwar einen positiven Eindruck beim Zuschauer, kann aber nicht die vorangegangenen Enttäuschungen vergessen machen.

 

Fazit

Haunter – Jenseits des Todes startet vielversprechend und bietet eine überzeugende Hauptdarstellerin, die leider das Drehbuch wohl selber nicht so ganz verstanden hat. Kein Wunder: Denn Regisseur Vincenzo Natali versucht zu viele Elemente in seinem Film zu vereinen und verstrickt sich dabei in einer Story, die eigentlich nicht so kompliziert ist und auf ein schönes Ende hinsteuert. Weniger wäre hier deutlich mehr gewesen. Für Genrefans und Zeitschleifenfanatiker lohnt sich ein Blick unter Umständen dennoch.

 

Weitere Infos:

 

Filminfos:

 

Darsteller

Abigail Breslin, David Hewlett, Peter Outerbridge

Regie

Vincenzo Natali

Produktionsjahr

2013

Produktionsland

Kanada

 

 

Blu-ray:

 

Bild

1,85:1 (1080p/24)

Ton

Deutsch, Englisch (DTS-HD 5.1)

Laufzeit Hauptfilm

97 Minuten

Laufzeit Bonusmaterial

75 Minuten

Bonusmaterial

Behind the Scenes; Storyboard; Trailer

Veröffentlichung

22.05.2014

 

bonnFM-Redaktion

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