Neu anfangen? Weitermachen!

Von Jasmin Vettel

Bild: Jasmin Vettel / bonnFM

Am Freitag, den 31.10.2014, spielten im Kölner Palladium „Wovenwar” als Vorband für „In Flames“. Die bonnFM-Reporter Jasmin Vettel und Cornelius Kückelhaus sprachen vor dem Konzert mit „Wovenwar“-Gitarrist Phil Sgrosso über die Auflösung von „As I lay dying“, die neue Band und die Pläne für die Zukunft.

bonnFM: Nach dem Aus von „As I lay dying“ habt Ihr sehr schnell eine neue Band gegründet. Warum die Eile?

Phil Sgrosso: Das stimmt. Wir wollten einfach am Schwung festhalten, den wir noch hatten. Wir wussten sehr früh, dass die Sache mit „As I lay dying“ vorbei war, und wir brauchten eine neue Band, um voranzugehen, weil das alles war, was wir tun wollten: weiter Musik machen. Und das ging alles sehr schnell, nach einem Monat oder so haben wir neu angefangen.

bonnFM: Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Sänger Shane Blay?

Sgrosso: Viele Songs haben wir musikalisch ohne einen Sänger geschrieben und dabei gehofft, einen zu finden, der gut darauf singen kann. Dann haben wir Shane gefunden und gewusst, dass er interessiert ist, mitzumachen. Er machte dann den Gesang und das war es. Wir machten von dort an das Album mit ihm.

bonnFM: Ihr habt ja Euren musikalischen Stil etwas in Richtung „soft“ gewandelt. War das geplant?

Sgrosso: Absolut. Ich denke, wir wollten ursprünglich mit „As I lay dying“ in diese Richtung gehen, aber wir haben einfach nicht gleich empfunden, besser gesagt: Eine Person hat vielleicht nicht so empfunden. Es ist aber eine gute Chance, unser musikalisches Spektrum zu erweitern und neue Dinge auszuprobieren, die wir vorher noch nicht gemacht haben. Das war damals schon ein bisschen beschränkter. Klar, es ist toll auf immer den gleichen Metalfestivals zu spielen, aber wir mögen es jetzt auch, in eine größere und breitere Rockszene zu kommen und unsere Fanbase zu erweitern. Es wäre wirklich toll, mit großen Rockbands auf Tour zu sein. Wir wollen unseren Metal-Charakter beibehalten, aber eben auch Rock dazu machen.

bonnFM: Wie kamt Ihr auf den Bandnamen?

Sgrosso: Die ursprüngliche  Idee war, dass wir unschuldig und gleich geboren werden und man in einer schlechten Situation die Wahl hat, postitiv oder immer noch negativ herauszukommen, so in der Art eines inneren Kampfes, wie Du aus belastenden Situationen herauskommst.

bonnFM: Wie ist es, wieder neu anzufangen?

Sgrosso: Es ist, als seien wir eine ganz neue Band, die in die Szene kommt. Klar, wir haben eine tolle Gelegenheit, mit „In Flames“ hier auf Tour zu sein; wir sind Freunde seit langem. Wir haben natürlich noch viele Freunde in dieser Szene, die uns helfen, wieder auf die Füße zu kommen, aber wir müssen trotzdem noch die beste Show machen, als wären wir ein ganz neues Ding. Es ist also schon wie neu anfangen: Sachen, wie einen Bus zu teilen… Weißt Du, Dinge haben sich geändert, wir hoffen einfach zu wachsen und wieder dort zu stehen, wo wir einmal waren.

bonnFM: Habt Ihr viele Fans behalten können?

Sgrosso: Man sieht viele alte und neue Fans. Alte sind oft noch nicht „on board“, aber das Beste ist: Sie schenken dem Online-Gerede keine Aufmerksamkeit und natürlich kann man sich leicht darin verlieren. Wir haben gehofft, dass wir viele Fans noch mitnehmen können. Es gab aber auch eine Gegenreaktion von Fans, die gehofft haben, wir wären noch immer „As I lay dying“. Aber sie müssen verstehen, dass Wovenwar eine ganz neue Band, ein neues Ding ist.

bonnFM: „As I lay dying“-Songs spielt Ihr natürlich auch nicht mehr, richtig?

Sgrosso: Klar, es hinterlässt einfach einen schlechten Geschmack bei vielen Leuten, wie es geendet hat. Die Vergangenheit ist die Vergangenheit und die Zukunft ist die Zukunft. Wir wollen einfach beibehalten, neue Alben zu machen, zu touren und unsere Fanbase zu erweitern.

bonnFM: Was sind Eure Ziele für die Zukunft?

Sgrosso: Beschäftigt bleiben, so viel wie möglich touren, die Zeit dazwischen zum schreiben nutzen und neue Ideen bekommen. Einfach inspiriert bleiben und die Leidenschaft beibehalten, in einer Band zu sein und Musiker zu sein. Es ist viel Arbeit, alles von hinten wieder aufzurollen, aber es ist auch irgendwie wieder aufregend.

bonnFM: Gibt es Festivals auf denen Ihr besonders gerne spielen möchtet?

Sgrosso: Im UK das „Download“-Festival, hier „Wacken“, „Summerbreeze“ natürlich, „Rock am Ring“ und „Rock im Park“ –  immer großartig; einfach die gleichen Festivals, die wir immer gespielt haben. Wenn andere noch dazu kommen, dann wäre das natürlich auch toll.

bonnFM-Redaktion

die bonnFM-Redaktion!

Kommentar verfassen