Knapp, aber passt!

Von Katharina Weber

Foto: Sebastian Derix

Die Telekom Baskets Bonn haben ihren zweiten Eurocup-Sieg eingefahren. Knapp besiegten die Bonner Paris Levallois mit 81:78 (15:22, 14:21, 26:24, 26:11). Die Franzosen dominierte die erste Halbzeit klar. Erst in der zweiten Hälfte fanden die Baskets zu ihrer Form und drehten das Spiel – nicht nur sprichwörtlich – in letzter Minute. 

Es versprach ein intensives Spiel zu werden. Sowohl die Bonner wie auch die Pariser konnten im Eurocup vor der Partie einen Sieg und zwei Niederlagen verzeichnen. Wer sich die Chance auf einen der ersten vier Plätze (und das Weiterkommen in die nächste Runde) sichern wollte, konnte einen Sieg gut gebrauchen.

Defense ist das Zauberwort

Dementsprechend motiviert legten die Pariser los. Besonders Blake Schilb schien an diesem Abend nichts anbrennen lassen zu wollen. Nach gut drei Minuten führt Paris mit 2:11, acht Punkte davon gehen auf Schilbs Konto. Benas Veikalas liefert mit einem erfolgreichen Drei-Punkte-Wurf prompt die passende Antwort: 5:11. Die Baskets versuchen dagegenzuhalten, scheitern aber ein ums andere Mal am Abwehrbollwerk der Pariser. In der eigenen Verteidigung dagegen fehlt oft die letzte Konsequenz. Ende des ersten Viertels führt Paris dementsprechend mit 15:22.

Im zweiten Viertel knüpfen die Franzosen nahtlos an ihre gute Abwehrarbeit an. Oft doppeln sie den Bonner Ballführenden, was die Baskets anscheinend mächtig unter Druck setzt. Sogar Zwei-Meter-Vier-Mann Tadas Klimavicius wird zu Beginn des Viertels unterm Korb abgeräumt – bezeichnend für die Athletik der Pariser. Die ersten Punkte des zweiten Viertels liefert Ryan Brooks, nach einem beinah misslungenen Alley Oop-Anspiel von Mickey McConnell. Die Baskets fokussieren sich zunehmend auf Würfe jenseits der Dreier-Linie, vor der Pause finden davon allerdings nur vier von 18 den Weg durch die Reuse (22%). Lichtblicke gibt es nur vereinzelt. Veikalas macht fünf Punkte in Folge: 26:31 (17. Spielminute). Und trotzdem, für die Baskets ist unterm Korb kein Durchkommen und auch die Drei-Punkt-Würfe wollen nicht fallen. Die Konsequenz: Paris Levallois setzt sich zum Halbzeitpfiff mit 29:40 ab.

17-Punkte Rückstand im dritten Viertel

In der Pause haben die Baskets ihr Wurfglück anscheinend wiedergefunden. Angelo Caloiaro und Eugene Lawrence eröffnen die zweite Halbzeit mit einer Reihe von Dreiern und können so den Anschluss an das französische Team wahren (41:52, 23. Spielminute). Doch es scheint, als habe Paris stets eine Antwort auf die Bemühungen der Baskets. So wird die Freude über den Dreier von Center Klamivicius in der 25. Spielminute postwendend von einem Dreier Schilbs gedämpft. 44:59 – Die Baskets liegen 15 Minuten vor Schluss mit 15 Punkten hinten. Zum Viertelschluss können sie nur wenig Boden gutmachen: 55:67.

Zu Beginn der letzten zehn Minuten verwandelt Caloiaro einen beinahe Ballverlust doch noch in zwei Punkte und heizt so den 3.150 Zuschauer im Telekom Dome ordentlich ein. Mit den Fans scheinen auch die Baskets zu neuem Leben erwacht zu sein. Coach Mathias Fischer lässt seine zwei Aufbauspieler Lawrence und McConnel nun gleichzeitig spielen, was hervorragend zu funktionieren scheint. Brooks kämpft sich erfolgreich unterm Korb durch und sorgt im darauffolgenden Angriff erneut für zwei Punkte, nachdem er seinen Gegenspieler ausgetanzt und zum unfreiwilligen Spagat gebracht hat (63:69, 34. Spielminute). Knapp zwei Minuten vor Schluss sorgt ein Drei-Punkte-Wurf von Caloiaro für das 77:78. Auch in der Defense läuft es jetzt rund: Schilb verfehlt seinen Mitspieler und passt den Ball ins aus, kurz darauf muss Sharrod Ford mit fünf Fouls vom Platz (19 Punkte). Trotzdem verpassen es die Baskets zwei Mal den Sack endgültig zuzumachen. Erst 25 Sekunden vor Schluss sorgt Klimavicius mit einem Korbleger für die ersehnte Führung: 79:78. Dank aggressiver Defense treffen die Pariser im letzten Angriff nicht. Im Gegenzug sorgt McConnell per Buzzer Beater für den 81:78 Endstand und baut damit die Siegesserie der Baskets auf vier aus.

Damit haben die Baskets im Eurocup zwei Siege und zwei Niederlagen und klettern auf Platz vier der Gruppe A. Weiter geht es für die Bonner am Sonntag in der BBL mit dem Heimspiel gegen die Brose Baskets Bamberg. Am kommenden Mittwoch muss das Team im Eurocup zum ersten Mal auswärts antreten und zwar in Italien gegen den Gruppenletzten Grissin Bon Reggio Emilia.

bonnFM-Redaktion

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