Farbe im Herbst

 Von Jasmin Vettel

Bild: Astrid Götze-Happe  / pixelio.de

Sie hat begonnen: Die Kürbiszeit. Ob groß, klein, orange, grün oder weiß – überall gibt es die Herbstbegleiter bereits wieder zu kaufen. Bis in den Winter können die Kürbisfans jetzt wieder herzlich zugreifen. Doch viele Sorten stehen immer noch im Schatten des beliebten Garten-, Butternuss- oder Hokkaido-Kürbis.

Weltweit gibt es über 800 verschiedene Kürbissorten. Von 700 kg-Riesen bis zu zierlichen 300g-Zwergen umfassen sie sämtliche Formen, Farben und Größen. Vor allem Halloween macht den Kürbis(markt) fett. Doch das Herbstgemüse boomt mittlerweile auch außerhalb der Gruselsaison. Um die 70 Tonnen wurden 2012 laut BMELV in Deutschland geerntet. Das sind fast 30 Tonnen mehr als noch 2006.

Gesundheits-Cocktail mit wenigen Kalorien

Grund für die immer größere Beliebtheit des kulinarischen Herbst- und Winterhighlights sind auch die vielen gesunden Inhaltstoffe und Geschmacksnuancen. Wer Kürbis mag, der kann sich auf eine große Portion Vitamine, Mineralstoffe und sättigende Ballaststoffe freuen. Bedeutend sind an erster Stelle Beta-Carotin als Vorstufe von Vitamin A, was für die Sehkraft und als Antioxidans wichtig ist. An zweiter Stelle sind Kalium, Magnesium, Calcium und Eisen zu nennen. Aber auch Vitamin C ist im Kürbis reichlich vorhanden und unterstützt das Immunsystem in der kalten Jahreszeit. Wie auch Melonen und Gurken bestehen auch Kürbisse bis zu 90 Prozent aus Wasser und schlagen daher mit nur rund 25 Kilokalorien pro 100 Gramm zu Buche. Männer aufgepasst: Auch bei Prostata-Beschwerden soll der Kürbis helfen, etwa indem die die Glutaminsäure, die im Kürbis enthalten ist, bei einer vergrößerten Prostata die Neubildung des Prostatagewebes bremst.

Eine leichte, gesunde und sättigende Mahlzeit also – von nussig bis süßlich findet auch jeder unter den zahlreichen Sorten seinen persönlichen Lieblingskürbis.

Kleine Sortenkunde

Butternut

Wegen seiner Form auch Birnen-Kürbis genannt. Besonders beliebt, da er viel Fruchtfleisch und wenig Kerne besitzt und aufgrund seines unverwechselbaren buttrigen Geschmacks. Eignet sich gut zum überbacken oder für Püree.

Muskatkürbis

Eng mit Butternut verwandt. Sehr beliebt in Deutschland. Wenig Kerne und seine Schale ist weniger hart als bei anderen Sorten. Gelbes bis orangefarbiges Fruchtfleisch mit einem intensiven Geschmack und Muskatnote. Im Gegensatz zu anderen Kürbissen schmeckt dieser Kürbis am besten, wenn er noch leicht unreif ist.

Spaghetti

Die Haut ist dünn und nussfarben, das Fruchtfleisch zerfällt beim Garen in Fasern – ähnlich Spaghetti. Geschmack leicht nussig. Eignet sich gut zum Backen oder Püree.

Ufo

Auch Pattison genannt. Besonders kleiner Kürbis der vom Aussehen an ein Ufo erinnert. Gehört zu den ältesten Sorten. In Supermärkten leider nur selten zu finden. Auch roh mit Schale verzehrbar. Aber auch gut zum Füllen und Backen im Ofen. Nur kurze Garzeit. Da er zu den Sommerkürbissen gehört, hat er keine lange Lagerzeit!

Sweet Dumpling

Fruchtfleisch gelblich, sehr fein, leicht mehlig, ähnlich der Süßkartoffel. Essbar als Rohkost und mit Schale. Am besten wie Bratkartoffeln zubereiten und leicht würzen.

Türkenturban

Untersorte der Bischofsmütze, auch Aladin-Kürbis genannt. Eignet sich am Besten zum Füllen mit Reis. Die Bischofsmütze und deren Sorten gehören zu den dekorativsten Kürbissen.

Hokkaido

Den Namen hat der Kürbis von seiner ursprünglichen Heimat – einer gleichnamigen Insel in Japan. Meist 1–2 kg schwer. Schale essbar. Eignet sich zum Backen, Braten und für Suppen. Geschmack leicht nussig, erinnert ein wenig an Esskastanien. Das Fruchtfleisch ist sehr saftig.

Gartenkürbis

Zu den großen Kürbissen gehörend, schmeckt am besten kräftig gewürzt mit Ingwer oder Chili. Eignet sich auch gut zum Einlegen.

Halloween-Kürbisse

Typische große, orange Kürbis-Sorten wie Rocket, Neon, Early Harvest oder Aspen, die leicht auszuhöhlen und gut zu schnitzen sind. Fruchtfleisch eignet sich gut für Suppen.


Tipp: Schaut mal in Biosupermärkten oder Feinkostläden nach alternativen und seltenen Sorten!

bonnFM-Redaktion

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