Lebensmittelunverträglichkeit

Autorin: Carmen Baustert

In letzter Zeit hört man immer öfter vom Phänomen Lebensmittelunverträglichkeit. Was die einen belächeln ist für die anderen unangenehmer Alltag. Doch welche Stoffe sind es genau, die Beschwerden nach sich ziehen können, und in welchen Lebensmitteln sind diese enthalten?

 

“Problemstoffe”

Zuckerarten

Bei einer Studie des Marktforschungsinstituts „Ears and Eyes“ im Auftrag von „Spiegel Online“ gaben 23 Prozent der Befragten an, bestimmte Lebensmittel nicht oder nur schlecht zu vertragen. Laktose, Fruktose, Histamin oder Gluten – das sind die Stoffe in Nahrungsmitteln mit denen die meisten Menschen zu kämpfen haben. Von den Befragten haben 16 Prozent angegeben laktoseintolerant zu sein. Bei der Laktose handelt es sich um Milchzucker, der in Milch und den meisten Milchprodukten enthalten ist. Tatsächlich ist die Menge an Laktose, wie sie in Milchprodukten enthalten ist, unproblematisch für die meisten Menschen in Europa und auch Menschen mit einer Laktoseintoleranz vertragen problemlos ein Glas Milch am Tag.

Zehn Prozent der Befragten klagen über eine Unverträglichkeit von Fruktose. Wie auch bei der Laktose steht die Endung -ose für Zucker. Die Fruktose ist also nichts anderes als Fruchtzucker und der kommt natürlich in den meisten Obstsorten und im Honig vor. Blähungen, Bauchkrämpfe und Durchfall aber auch Konzentrationsstörungen und Niedergeschlagenheit, bis hin zu depressiven Verstimmungen können die Folge von übermäßigem Fruchtzuckerkonsum sein. Heutzutage findet man den Fruchtzucker jedoch längst nicht mehr nur in Früchten, sondern auch in vielen Fertigprodukten, und die sind längst nicht so gesund wie die Lebensmittelindustrie uns glauben lassen will.

Histamin

Eine weitere verbreitete Unverträglichkeit existiert im Hinblick auf Histmain. Elf Prozent geben an, negativ auf den Stoff zu reagieren, den man in Rotwein, Käse aber auch vielen Fleisch- und Fischprodukten findet. Eine erhöhte Histaminkonzentration ist unter anderem auch für die rote Nase verantwortlich, die viele Menschen vom Alkohol bekommen, da diese die Gefäße erweitert.

Gluten

Zu Letzt klagen heutzutage auch viele Menschen über eine Glutenunverträglichekeit. Gluten ist ein Klebereiweis, bezeichnet also die Proteine, die im Samen einiger Arten von Getreide vorkommen. 9 Prozent der Befragten verzichten auf diesen Stoff und greifen lieber zu glutenfreiem Mehl, Brot, Gebäck und sogar glutenfreier Streuwürze. Nach dem Vorbild von Gwyneth Paltrow, Anne Hathaway oder Miley Cyrus versuchen aber auch viele Menschen mittels dieser Produkte abzunehmen. Das ist jedoch Unsinn, da die Lebensmittelindustrie den Geschmacksträger Gluten häufig durch Zucker und Fett ersetzt.

Lebensmittelunverträglichkeit als Trend?

Die Tatsache, dass solche Unverträglichkeiten immer häufiger zu Trends werden, würde auch erklären warum 43 Prozent der Befragten das “Gehabe” um solche Unverträglichkeiten für übertrieben halten. 55 Prozent gehen zudem davon aus, dass viele Menschen auf Lebensmittel verzichten, obwohl sie das gesundheitlich gar nicht müssten, was sicher bei vielen der Fall ist, da nur 21 Prozent der Befragten eine Diagnose von einem Arzt erhalten haben. Vor allem Glutenunverträglichkeit wurde oft von einem Heilpraktiker festgestellt. Letzten Endes gilt wohl das gleiche Gebot wie in allen Bereichen, die das Essen betreffen: in den richtigen Mengen ist nichts ungesund. 

bonnFM-Redaktion

die bonnFM-Redaktion!

Kommentar verfassen