Eine ganze Stadt liest

Von Luisa Greupner

Bild: Lupo / pixelio.de

Wenn es Frühling wird, die ersten Sonnenstrahlen die Stadt erwärmen und die ersten Frühlingsblumen erwachen, ist es wieder so weit: Literaturfans und Leseratten aus aller Welt strömen nach Köln und versammeln sich zum gemeinsamen Lesen, Zuhören und Austauschen. Wo? Natürlich drinnen, in diversen Locations im Stadtgebiet. Warum? Es ist wieder lit.COLOGNE.

Zeitgleich zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse startet in Bonns Nachbarstadt das internationale Literaturfestival getauft auf den Namen lit.COLOGNE. 11 Tage lang – also bis zum 21.03. – können Besucherinnen und Besucher verschiedenste Veranstaltungen in der ganzen Stadt wahrnehmen. Traditionell wurde die lit.COLOGNE wieder mit der Verleihung des Deutschen Hörbuchpreises durch Götz Alsmann eröffnet. Das internationale Festival erwartet in diesem Jahr bereits zum 15. Mal mehrere Tausend Literaturfans. Die 30.000 Besucher der ersten lit.COLOGNE im März 2001 haben sich inzwischen mehr als verdreifacht, ebenso die Veranstaltungen.

Namhafte Gäste…

Das Literaturfest besteht hauptsächlich aus Lesungen, aber auch einigem Drumherum. Von den „Drei ???“ über die „Geschichte des Alten Roms“ bis hin zu der „Knickerbocker-Bande“ und einem Märchen von Hans Christian Andersen ist hier für jeden Geschmack etwas dabei. Doch in die über 200 Veranstaltungen in diesem Jahr werden auch wieder Musiker, Künstler und Schauspieler integriert, um das Spektrum zu erweitern. So spricht Marcus Wiebusch – Sänger der Band Kettcar – am Sonntag darüber, wie die Geschichten zu seinen Songs entstehen und der Edeka-Werbestar Friedrich Liechtenstein liest schon am Freitag aus seiner Biografie „Super. Mein Leben“. Herbert Grönemeyer erzählt ebenfalls, wie er zu seinen Liedtexten kommt und spricht mit Michael Lentz darüber und über noch mehr: das Dichten, Schreibblockaden und Rainer Maria Rilke. Jürgen von der Lippe sorgt am Montag für humorvolle Beiträge mit seinen Kurzgeschichten und Glossen „Beim Dehnen singe ich Balladen“.

…und ein abwechslungsreiches Programm

Wer Lust auf Shakespeare mal anders hat, kann sich am Samstagabend die Relektüre von „Romeo und Julia“ zu Gemüte führen. In einer Kurzversion präsentieren unter anderem Julia Engelmann und Ralf Husmann das Liebesdrama. Aber auch politische Themen bleiben bei der lit.COLOGNE nicht außen vor: Peer Steinbrück analysiert in „Vertagte Zukunft“ die Herausforderungen, denen sich Deutschland in Zukunft stellen muss und liest aus dem gerade erschienenen Buch über Themen wie Führungskompetenzen, die Große Koalition und er kritisiert die sich einstellende Selbstzufriedenheit in Deutschland. Auch Joschka Fischer hat ein kritisches Buch geschrieben – über Europa. Daraus liest er am Donnerstag und entwickelt Ideen für den europäischen Einigungsprozess. Für Kinder und Jugendliche bietet die lit.kid.COLOGNE verschiedene Veranstaltungen – beispielsweise zahlreiche sogenannte Klasse-Buch Lesungen für Schulkinder. Doch auch hier werden andere Künstler integriert. Am Samstag liest der bekannte Kindermusiker herrH die Janosch-Geschichte „Oh wie schön ist Panama!“ und gibt anschließend ein Konzert.

Tickets müssen für jede Veranstaltung einzeln gekauft werden. Wer nach den 11 Tagen noch mehr Literatur in diesem Jahr erleben will, der kann sich schon auf die im Herbst stattfindende lit.COLOGNE Spezial freuen. Für den Frühling heißt es aber erstmal: auf nach Köln und die nächsten 11 Tage die besten Buchtipps für den nächsten Urlaub sichern.

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