Mars One: Zwischen romantischem Pioniergeist und Wahnsinn

Von Stefan Neißen

Bild: pixabay.com (Public Domain)

Das niederländische Projekt ‚Mars One‘ lässt vielleicht bald Kinderträume wahr werden. 2025 sollen 24 Zivilisten auf dem Mars abgesetzt werden, um dort eine Kolonie zu gründen.

Über ein Auswahlverfahren, welches mittlerweile schon weit fortgeschritten ist, sollen die neuen Marsmenschen ermittelt werden. Prinzipiell konnten Weltraumbegeisterte aus aller Welt mitmachen. Aus 200.000 Kandidaten wurden bereits etwa Tausend ausgewählt – unter anderem auch einige Deutsche. Von diesen werden nun weitere aussortiert. Schließlich sollen in einer TV-Show die Kolonisten gefunden werden. Das Krasse: Es gibt kein Rückflugticket. Wie in alten Zeiten sollen sich die Kolonisten in Pioniermanier aufmachen und das große Unbekannte suchen, ohne Möglichkeit auf eine Rückkehr. Aber selbstverständlich werden die Kandidaten auf ein Leben auf dem Mars vorbereitet: Sie sollen lernen dort zu überleben.

Eine Marskolonie? Ist das überhaupt realistisch?

Doch ein fader Beigeschmack bleibt. Ist das Projekt überhaupt realisierbar? Ist es technisch machbar? Momentan: Ganz klar nein! Noch ist eine solche Reise pure Phantasie. Bisher konnten nur unbemannte Roboterfahrzeuge zum Mars geschickt werden. Aber das Projekt lebt vom Glauben an den Fortschritt. Durch Sponsoren und die TV-Show möchte man die nötigen Geldmittel einnehmen, um den Traum von der Marskolonie bald in Erfüllung gehen zu lassen. Abgesehen von dem niederländischen Plan ist eine Kolonie auf dem Mars in ferner Zukunft möglicherweise realisierbar, wenn genügend Ressourcen zur Verfügung stehen. Dennoch bleiben Zweifel. Grade aktuell wird in Frage gestellt, ob Mars One überhaupt ein seriöses Projekt ist.

Negativschlagzeilen und schlechte Presse…

Zurzeit rüttelt eine Vielzahl an schlechter Presse am Ruf des hochmotivierten Plans der Stiftung. Eine TV-Firma soll sich vom Projekt zurückgezogen haben. Außerdem behauptet ein Kandidat, dass es sich bei Mars One nur um pure Abzocke handeln soll. Des Weiteren soll das Projekt von einer äußerst untransparenten Finanzierung getragen werden. Man spricht von Kosten in Milliardenhöhe kann diese aber weder in näherer Zeit aufbringen noch große Geldgeber vorweisen, nachdem nun auch noch der Vertrag mit der Produktionsfirma geplatzt ist. Schließlich gibt es noch Kritiker, die behaupten, dass die veranschlagten Gelder nicht mal im Ansatz für ein solches Großprojekt ausreichen würden. Es steht folglich in den Sternen, ob Mars One jemals realisiert wird. All diesen Anschuldigungen und schlechten Neuigkeiten zum Trotz bleibt eins: Der Traum vom Leben als Marsmensch. E.T. lässt grüßen!

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