Melt! Festival 2014

Von Luisa Greupner

Während ganz Deutschland unter der Hitzewelle litt, machte das Melt! Festival seinem Name alle Ehre: „You Melt! My Heart“ lautete nicht umsonst das Motto des Festivals – und es schmolzen nicht nur die Herzen der Festivalbesucher. Ein Glück, dass der Gremminer See sowohl direkt am Campingplatz als auch auf dem Festivalgelände in nächster Abtauchnähe liegt. Da gönnte sich zu den Klängen der Desperados Melt! Selektor Stage (besser bekannt als Strandbühne) der ein oder andere Mutige auch mal ein Nacktbad.

Wieso auch nicht, schließlich zogen unter dem Projektnamen „NakedHeart“ am Samstag gut 100 Festivalbesucher gleichzeitig blank! Das Projekt von Fotograf Gerrit Starczewski hat eine ganz einfache Botschaft: zurück zu den wilden, freien, frechen Woodstock-Festivalursprüngen. Es wurde in diesem Jahr bereits zum vierten Mal in Folge erfolgreich auf dem Melt! durchgeführt.

Während also tagsüber eher leichte Bekleidung und möglichst wenig Bewegung auf dem Programm standen (bis auf ein paar Wasser-Stunts versteht sich), änderte sich das zum Abend. Bei trotzdem weiterhin dezenter Kleidung wurden die Bühnen geöffnet und bekanntermaßen luden nicht wenige Bands im elektronisch dominierten Melt! LineUp zum Tanzen ein: Moderat, SBTRKT, Fritz Kalkbrenner, Boys Noize, Recondite, Jeff Mills, Kölsch, John Talabot – die Liste könnte unendlich weitergehen. Sie alle beschallten die kreativ gestalteten Bühnen im Motto der vier Elemente „Water, Fire, Earth, Air“, die sich geschickt in die industrielle Kulisse des Ferropolis-Geländes einfügten. Im Licht der untergehenden Sonne begannen die Kräne der Braunkohlebagger in einem atemberaubenden Licht zu erstrahlen, Feuer schoss aus dem Schaufelradbagger „Big Wheel“ und löste auch nach dem 100. Mal ein Jubeln seitens der Festivalbesucher aus. Erst zum Sonnenaufgang neigte sich das Programm auf den Bühnen langsam dem Ende entgegen. Für diejenigen, die nach einer ganzen Nacht Musik noch immer nicht genug hatten, gab es zum Glück den Sleepless Floor, der dem Melt! Festival drei Tage 24 Stunden durchgehend Musik garantierte.

Neben den zahlreichen DJ-Sets bot das LineUp aber auch noch zahlreiche fein ausgewählte Bands. Die deutschen The Notwist erzeugten Gänsehautmomente, Future Islands aus Baltimore lockten die letzten Schweißperlen im Intro Zelt aus ihren Fans und die sehr früh spielenden, noch eher jungen Mighty Oaks beseelten ein überraschend großes Publikum mit ihren Folk-Klängen.

Das Melt! Festival hat 2014 mal wieder mit seinem besonderen Booking und einer mit viel Mühe und Detail kreierten Festivalatmosphäre alles getan, um ein traumhaftes Festival zu ermöglichen.

Alle Bilder: Luisa Greupner / bonnFM

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