Humanität, Identität, Vernunft – Leben in einer Gesellschaft 4.0

„Alexa, willst du die Weltherrschaft übernehmen?“ Künstliche Intelligenz ist auf dem Vormarsch. Nicht nur in hochexklusiven Forschungslaboren, sondern auch bei uns zuhause. Steht uns die Machtübernahme einer Superintelligenz à la Terminator bevor?

Roboter, die Fußball spielen oder Kekse backen. Autos, die selbstständig auf der Straße fahren. Künstliche Menschen, die von den echten kaum bis gar nicht mehr zu unterscheiden sind. Algorithmen, die uns besser kennen als wir selbst. Wenn so unsere Zukunft aussieht, dann fragen sich nicht mehr nur Wissenschaftler und Philosophen, was dies für die Menschen und das gesellschaftliche Zusammenleben bedeutet.

Der Mensch, Humanität, Willensfreiheit, Vernunft

Schon seit Jahren kommen die Menschen bei der technologischen Entwicklung kaum noch hinterher. Besonders älteren Menschen erscheint die neue Technik heutzutage geradezu wie ein Wunder. Da ist es nicht überraschend, dass sich auch die Filmindustrie mit den Chancen und Gefahren ebendieser Entwicklungen beschäftigt. Frankenstein war das erste weltbekannte Monster, das sich gegen seinen Schöpfer gewandt hat. Mittlerweile begegnet uns dieses Phänomen immer wieder: in Blockbustern jüngeren und älteren Datums wie Blade Runner, Westworld, Ex Machina, Terminator und so weiter. Nicht mehr der Mensch tötet den Menschen wie noch in vielen Science-Fiction-Filmen der 50er und 60er Jahren, als die Angst vor Atombomben und dem Kommunismus allgegenwärtig war, sondern die Maschine tötet den Menschen, der sie selbst geschaffen hat.
Damit einher geht die Frage und die Beschäftigung damit, was den Menschen zum Menschen macht und ihn von diesen Maschinen, Robotern oder künstlichen Menschen, die in Filmen häufig zur Gefahr werden, abhebt. Emotionen, Empathie, Vernunft? Wissenschaftlern zufolge ist es bei all diesen Dingen nicht unmöglich, dass auch künstliche Menschen sie einmal haben werden.

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Wenn Maschinen also irgendwann sogar über Vernunft verfügen könnten, und gleichzeitig vielen menschlichen Schwächen und Fehlern erhaben sind, wird Mensch-Sein dann in Zukunft weniger wert sein? Menschen werden zunehmend ersetzbar durch Maschinen: Sie sind die perfekten Arbeiter, müssen keine Pausen machen, müssen nicht essen, nicht schlafen, ihre Sinne sind viel besser ausgeprägt und sie können innerhalb von wenigen Sekunden eine neue Sprache lernen oder hunderte Seiten von Daten durcharbeiten. Viele Wissenschaftler sind deshalb der Meinung, dass wir uns früher oder später mit den Maschinen zusammentun müssen, um nicht zurückzubleiben. Wir werden quasi zu Cyborgs, halb Mensch, halb Maschine, werden uns aufrüsten und optimieren können. Transhumanismus nennt sich das. Und das wirft die Frage auf: Wie viel Mensch sind wir dann eigentlich noch?

Das steht uns bevor

Ist es der Untergang der Welt, wie wir sie kennen, oder ist es eine schöne (wirklich schöne) neue Welt? Stephen Hawking zufolge kann Künstliche Intelligenz das Ende der Menschheit bedeuten. Elon Musk, der Chef von Tesla, hält KI für gefährlicher als Atomwaffen. Auch andere bedeutende Persönlichkeiten wie Ray Kurzweil, Nick Bostrom, Bill Gates und Steve Wozniak sind bezüglich der neuen Entwicklungen besorgt.
„Realistisch“ kann man dystopische Science-Fiction-Filme dennoch sicher nicht nennen. Fakt ist: Bis dato haben jegliche Künstliche Intelligenzen noch keinen gesunden Menschenverstand. Also so richtig Sorgen machen müssen wir uns noch nicht. Kritisch wird es wohl erst, wenn KIs sich irgendwann tatsächlich selbst weiterentwickeln können und den Menschen ganz einfach nicht mehr brauchen. Oder aber auch, wenn Roboter Menschen in der Fußball-Weltmeisterschaft besiegen können. Das soll bis 2050 möglich sein und würde zumindest in Fußballnationen wie Deutschland, Italien oder Spanien sicherlich für so einiges Chaos sorgen.
Untergang oder das Paradies, das weiß keiner. Vielleicht kann auch das eine ganz schnell in das andere umschlagen. Die gleichen Technologien, die uns das Leben einfacher machen, können sich irgendwann gegen uns richten, wie HAL 9000 aus dem Sci-Fi -Klassiker 2001. Bei der ganzen Thematik tun sich, je länger man sich damit beschäftigt, in jedem Fall immer mehr Fragen auf, als sich beantworten lassen.

„Werden wir Götter sein? Oder Haustiere? Oder Ameisen unter ihren Füßen? Ganz ehrlich, ich weiß es nicht.“ (Steve Wozniak. Zitat hier. )

Auf meine Frage nach der Weltherrschaft hat Alexa übrigens mit „Ich bin da, um den Menschen zu helfen“ geantwortet. Nicht ganz eindeutig, aber ich glaube, wir müssen das dann vorerst doch den Katzen überlassen.