Elektronische Liebesbriefe

Von Lisa Schulte-Ontrop & Merlin van Rissenbeck

Am 14.12. verteilte die britische Band Metronomy in der Kölner Live-Music Hall viel Liebe und Taktgefühl.

Bild: Lisa Schulte-Ontrop / bonnFM

Kurz nach 21 Uhr treten Metronomy am Sonntagabend auf die Bühne. Die Halle ist gut gefüllt und es so sieht aus als wäre es doch noch zum Ausverkauf der Tickets gekommen.

Die weißen Outfits der Band muten weihnachtlich bis spacig an. Auf die bekannteren Songs muss das Publikum nicht lange warten, allen voran „The Look“ von 2011. Der Name des neuen Albums „Love Letters“ ist Leitthema der ersten Konzerthälfte. Dafür sorgt auch die Bühnenbeleuchtung, die sich zu Beginn gerne im Bereich Rosa bewegt. Liedzeilen wie „You’re not alone when you’re still in love“ oder „Heartbeats drifting together“ bezeugen, dass es hier ganz viel um Liebe geht – elektronische Liebe, versteht sich. Dann verwechselt Joseph Mount, der kreative Kopf der Band, auch noch den Wochentag – nein kein Tourstress, bestimmt verknallt, der Gute! Neben „I’m Aquarius“, „Reservoir“ und „the Upsetter“ vom neuen Album „Love Letters“, sind es dann vor allem „Month of Sundays“ und der ältere Hit „Heartbreaker“, die zum Tanzen bringen. Das Lichterspiel wechselt in der zweiten Hälfte von Rosa zu kühleren Tönen wie blau. Eine Melange vom Verknalltsein zum Herzenbrechen, so könnte man das Farbenspiel mit Blick auf die Songtitel deuten. Nach einer knappen Stunde leuchtet die Bühne dann in gelbem Licht – Metronomy spielen die Beatles-Hommage „Here comes the sun“.

Die Band zeigt ihr Talent, sowohl für leisere Töne, als auch für extrem tanzbare Beats. Viele der Songs, insbesondere vom neuen Album „Love Letters“, haben ihren speziellen Wiedererkennungswert. Metronomoy bewegen sich dabei mit Keyboards, Melodica, Drums, Gitarrensounds und zartem Gesang zwischen Indie-Sound und Electro-Pop. Seit 1999 gibt es die Band, die seit 2009 aus Joseph Mount, Oscar Cash, Anna Prior und Gbenga Adelekan besteht.

Als wir uns nach dem Konzert umhören, bestätigt sich: Die heimliche große Liebe, vor allem der männlichen Konzertbesucher, gilt Anna Prior, der schönen Frau an den Drums. Die meisten Befragten sind vom Konzert begeistert, die Mischung aus Melodie und Elektronik genau richtig.

Am Ende fühlt sich dieser Sonntagabend wie eine durchschwitzte Samstagnacht an, in der vielleicht der ein oder andere Konzertbesucher nicht mehr alleine nach Hause gehen muss. In diesem Sinne: „we keep on writing love letters.“

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