Nicht schön, aber wichtig

von Katharina Weber

Foto: Sebastian Derix

Die Telekom Baskets Bonn haben am 31. Spieltag der Beko Basketball Bundesliga mit 89:80 (22:24, 22:19, 23:16, 22:21) gegen die WALTER Tigers Tübingen gewonnen. Stark aufspielende Tübinger stellten die Baskets phasenweise vor Herausforderungen. Erst im letzten Viertel konnten die Baskets die Tübinger dauerhaft auf Abstand halten. Überragender Mann war mit 22 Punkten und 100% Feldwurfquote Tadas Klimavicius. Der Sieg stellt einen wichtigen Schritt Richtung Heimrecht in den Playoffs dar: Auch Dank einer Niederlage des Verfolgers ratiopharm Ulm haben die Baskets nun zwei Siege Abstand auf den fünften Platz.

Der Tabellenvierte gegen den Tabellensechzehnten. Auf den ersten Blick keine besonders spannende Partie, aber Basketballkenner wissen: Spiele gegen vermeintlich schwächere Gegner sind oftmals die schwierigsten – so wieder zu beobachten beim Spiel am Sonntag. Die Tübinger, einen Platz vom Abstieg entfernt, waren angetreten, um den Tabellenkeller zu vermeiden. Für die Baskets ging es um Platz vier und damit das Heimrecht in den Playoffs. Dementsprechend motiviert legten beide Teams los. Tübingen machte das Spiel schnell, während die Baskets in der Defense oft noch die letzte Konsequenz vermissen ließen. Prompt lagen die Bonner nach acht Minuten mit 16:24 hinten. Dank Freiwürfen und einem Dreier von Steve Wachalski verkürzte das Team den Rückstand bis zum Viertelpfiff auf 22:24. 

Klimavicius regiert unterm Korb

Im zweiten Viertel platzte der Knoten bei Tadas Klimavicius, der bis dahin noch keine Punkte erzielt hatte. Er eröffnete das Viertel per Dunk und sorgte für gleich zwei Drei-Punkt-Spiele. Das Bonner Team Play wurde zusehends besser, der Ball lief gut durch die Reihen, bis er unterm Korb meist in den Händen von Klimavicius landete. Der Rückstand verwandelte sich so schnell in einen Vorsprung: 38:27 (16. Spielminute). Die Tigers reagierten mit einer sauber ausgeführten Ganzfeldpresse und setzte den Bonner Spielaufbau damit von der ersten Sekunde des Angriffs an unter Druck. Zur Pause stand es knapp – 44:43. 

Zu Beginn des zweiten Durchgangs war es erneut Klimavicius, der für Punkte sorgte. Unaufhaltsam setzte er sich zwei Mal in Folge unterm Korb durch: 48:48 (23. Spielminute). Das knappe Spiel wurde zunehmend aggressiver. 25. Minute: Lawrence am Boden, aber die Schiedsrichter lassen laufen, im Gegenzug foult Dirk Mädrich Branislav Ratkovica – die Halle tobt. Im dritten Viertel begingen beide Teams fast genauso viele Fouls wie in der ersten Hälfte. Offenbar unzufrieden mit einer Schiedsrichterentscheidung, stand kurz vor Viertelende plötzlich Tübingens Trainer Igor Perovic auf dem Feld, was die Unparteiischen mit einem technischen Foul ahndeten. Andrej Mangold verwandelte die drei gewonnen Freiwürfe souverän zum 67:59-Viertelstand. 

Cool bleiben im letzten Viertel

Im letzten Viertel waren es die in diesem Spiel seltenen Dreier, die den Baskets halfen sich abzusetzen. Ryan Brooks drehte auf und machte in den letzten zehn Minuten aus seinen bisher vier gesammelten Punkten ganze 15. Die Tigers wehrten sich mit einem Dreier von Jonathan Wallace und einem Drei-Punkt-Spiel von Augustine Rubit, aber die Baskets ließen jetzt nichts mehr anbrennen, griffen in der Defense konsequent durch und sammelten wichtige Rebounds. McConnell vollstreckte per Freiwurf zum 89:80 Endstand.

Coach Mathias Fischer: „Ich denke das war kein schönes Spiel, aber ein wichtiges. Ich hab ein bisschen die Energie, die Wachsamkeit vermisst in der ersten Halbzeit.“ Schuld daran sei unter anderem das kräftezehrende Auswärtsspiel gegen die Eisbären Bremerhaven vom Freitag gewesen. Nach dem anstrengenden Wochenende dürften sich die Spieler nun anderthalb Tage ausruhen, bevor sie mit den Vorbereitungen auf das Spiel gegen den amtierenden deutschen Meister FC Bayern München (24.4., 20:00 Uhr) beginnen müssen. Zwei Tage später, am 26. April um 17:00 Uhr, geht es auswärts gegen Phoenix Hagen, bevor zu Hause am 30. April um 20:00 Uhr gegen ratiopharm Ulm das letzte Spiel der Rückrunde ansteht. 

 

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