Packender Kampf wird belohnt

Von Sebastian Derix

Die Telekom Baskets Bonn können spannend. Nach den Niederlagen nach Verlängerung gegen Bayern und Paris wurde es beim MBC in Weißenfels schon wieder eng. Diesmal mussten die Bonner sogar über 50 Minuten ran.

Foto: Sebastian Derix

Die Baskets leisteten sich an diesem Abend keinen Fehlstart. Ein schlechtes Zeichen eigentlich, wenn man bedenkt, dass Aufholjagden in dieser Saison eine Bonner Spezialität zu sein scheinen. In Weißenfels war die Partie von Beginn an ausgeglichen. Kein Team konnte sich absetzen. Es war ein relativ nervöser Start auf beiden Seiten. Dennoch hatten die Gäste optisch das Übergewicht. In Zahlen zeigte sich das allerdings nicht wirklich. Nach zehn Minuten betrug die Bonner Führung nur zwei Punkte (16:14).

Das änderte sich im zweiten Abschnitt. Bonn erspielte sich erstmals einen größeren Vorsprung. Immer wieder brachten sie ihre Spielzüge gut zu Ende. Auch defensiv standen die Gäste jetzt sehr gut. Sie schraubten ihre Führung zwischenzeitlich in den zweistelligen Bereich. Zur Halbzeit waren davon noch sechs Punkte übrig (31:25).

Baskets haben das Spiel im Griff – bis kurz vor Schluss

Nach der Pause machten die Baskets genau da weiter, wo sie davor aufgehört hatten. Sie kontrollierten das Spiel. Die Defensive stand, vorne punkteten vor allem Benas Veikalas und Dirk Mädrich. Der Bonner Vorsprung pendelte immer um die zehn Punkte-Marke. Der MBC fand kein Mittel, ihn entscheidend zu verkleinern. Mit 42:56 ging das Spiel in seinen letzten Abschnitt.

Den eröffneten die Hausherren mit einem Dreier. Bonn aber konterte wieder. Alle Baskets-Spieler, die bis dahin gespielte hatten, konnten sich auch in die Scorerliste eintragen. Die Baskets suchten und fanden immer einen freien Mann. Es schien, als könnte auch das unaufhörliche Brüllen des Hallensprechers nichts mehr ausrichten. Dann jedoch kam der MBC urplötzlich. Punkt um Punkt knappsten sie von ihrem Rückstand ab. 44 Sekunden vor Spielende waren sie auf einmal vorne. Eine dramatische Schlussphase endete mit dem Ausgleich von Geno Lawrence und einem verworfenen Wurf der Gastgeber. 70:70 hieß es nach vierzig Minuten – Overtime.

Fünf Minuten extra reichen nicht

Es schien, als hätte das Momentum sich jetzt entschieden, in Weißenfels zu bleiben. Der MBC legte vor und Bonn rannte fünf Minuten lang einem Rückstand her. Erst Sekunden vor Schluss hatten sie wieder die Chance auf den Ausgleich. Geno Lawrence besorgte den mit zwei Freiwürfen, die Hausherren schafften es in fünf Minuten nicht, erneut in Führung zu gehen. Noch einmal Overtime.

Das Spiel war an Spannung kaum noch zu überbieten. Wieder ging der MBC in Führung. Es schien, als könnten die Baskets diese mal nicht gegen halten. Und doch kamen sie noch einmal zurück. Und dieses Mal machten sie den Sack zu. Ryan Brooks machte mit den Freiwürfen zum 99:93 klar, dass der Sieg mit nach Bonn fahren würde. Ein wilder Dreier von Hördur Vilhjalmsson brachte nur noch etwas Kosmetik auf. Die Baskets hatten den MBC nieder gerungen.

Fünfmal zweistellig gepunktet

Bester Werfer bei den Baskets war Benas Veikalas. Zwanzig Punkte markierte der Litauer. Nicht weit dahinter fand sich Ryan Brooks wieder (17), Steve Wachalski brachte es an alter Wirkungsstätte auf 16 Zähler, Dirk Mädrich ackerte sich zu 13 Punkten und sieben Rebounds und auch Geno Lawrence punktete zweistellig (10). Außerdem gab er sieben direkte Korbvorlagen und schnappte sich fünf Rebounds.

Baskets-Coach Mathias Fischer hätte sich den Abend auch ruhiger vorstellen können: “Wir hätten es keinesfalls noch einmal so spannend machen dürfen, aber der Mitteldeutsche BC ist eine gute Mannschaft – und hat genau das heute bewiesen. In der Verlängerung hat uns das den Vorteil verschafft, was uns zuvor enorm weh getan hat: Unsere Freiwurfquote. Dieser Sieg tut unserem Selbstbewusstsein ungemein gut. Darauf wollen wir am kommenden Mittwoch anknüpfen und unseren Fans einen tollen Abschied aus dem Eurocup gegen Grissin Bon Reggio Emilia bescheren.” Los geht es im Telekom Dome um 19.30 Uhr, es gibt noch Karten.

 

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