Samuel Breuer & Band

Von Adrian Ladenberger

Auch wenn Samuel Breuer & Band beim Auftakt der „Total Lokal“-Konzertreihe in der Bar Ludwig nur als Support unterwegs waren, spielten sie sich ins Herz des Publikums. bonnFM sprach vor dem Konzert mit dem Kopf der Gruppe über das Musikerleben in Bonn.

Bild: Friederike Berghauer

bonnFM: Aufgeregt?

Samuel Breuer: Nein, nicht mehr so. Irgendwie ist das schon zur Gewohnheit geworden.

bonnFM: Wie lange machst du sowas schon? Wie lange spielst du Musik?

Breuer: Also aktiv auftreten tun wir seit November letzten Jahres, da haben wir unseren ersten Auftritt in der „Dimi‘s Bar“ gehabt hier in Bonn und seitdem eigentlich ziemlich regelmäßig. So im Schnitt haben wir alle zwei Wochen einen Auftritt.

bonnFM: Du spielst meistens solo, hast aber auch eine Band, oder?

Breuer: Ich spiele meistens mit zwei Freunden zusammen, die mich unterstützen. Da ist einmal Sven am Cajón und Enno an der zweiten Gitarre. Der ist heute leider verhindert, weil er sich mit seinem Flug aus dem Urlaub vertan hat. Also machen wir das heute mal zu zweit, wir sind da eh sehr flexibel, aber es ist immer ein gutes Programm.

bonnFM: Macht’s denn mehr Spaß alleine oder ist es besser in der Band?

Breuer: Am meisten Spaß macht‘s natürlich, wenn die anderen beiden noch mit dabei sind. Da kann man dann die Freude, die man auf der Bühne hat miteinander teilen. Man schaut sich an und merkt es wird gerade richtig gut.

bonnFM: Spielst Du mehr auf kleineren Konzerten oder liegen Dir eher größere Locations?

Breuer: Wir haben bisher viele kleine Konzerte gespielt, aber auch ein paar größere. Allerdings muss ich sagen, dass mir die kleinen bis mittelgroßen doch am meisten Spaß gemacht haben, weil bei größeren Konzerten irgendwann eine gewisse Intimität verloren geht. Das mag ich an kleinen Konzerten, denn das ist etwas, was einen großen Teil meiner Musik ausmacht.

bonnFM: Könntest Du dein Lieblingskonzert benennen? Hattest du schonmal einen Moment von dem Du sagen würdest, das ist der geilste Moment, den ich jemals auf einer Bühne hatte?

Breuer: Ich habe das Gefühl: Heute wird so ein Moment! (lacht) Ansonsten fällt mir noch ein Moment beim „Emergenza“-Akustikwettbewerb ein, der sehr bei mir hängengeblieben ist. Wir haben da im „Underground“ in Köln gespielt und ich war damals mit 15 zum ersten Mal auf einem Konzert einer meiner Lieblingsbands dort gewesen. Das war dann was ganz Besonderes, da mal selbst auf der Bühne zu stehen, und noch dazu sind viele Leute gekommen. Wir sind sogar Dritter geworden. Das war auf jeden Fall ein Highlight.

bonnFM: Wie ist es denn, als Band hier in der Region an Konzerte zu kommen? Ist das schwierig?

Breuer: Also man muss sich am Anfang auf jeden Fall ziemlich abrackern und halt alles nehmen, was man irgendwie bekommen kann. Dann lernt man irgendwann die richtigen Leute kennen. A kennt dann B und B kennt C und so weiter und irgendwann läuft sich das dann so ein. Man kann dann Anfragen stellen oder bekommt sogar Anfragen von Leuten.

bonnFM: Man braucht quasi viel Vitamin B und irgendwann kannst Du dir dann die Konzerte aussuchen?

Breuer: Ja, Kontakte sind das A und O, aber auf jeden Fall erst mal spielen, spielen, spielen.

bonnFM: Hast Du Tipps? Sagen wir mal: Ich mache mit zwei Freunden eine Band auf, habe vielleicht noch eine Sängerin dabei, was müsste ich tun, um an Konzerte zu kommen? Gibt’s da einen schnellen Weg?

Breuer: Also, ich hab viele Kontakte geknüpft in der Bar „Tankstelle“ in Köln, da ist jeden Donnerstagabend eine Open-Mic Night, wo Musiker zusammen jammen und einfach Spaß haben. Da hab ich viele Menschen kennengelernt, ansonsten immer auf allen möglichen Bandabenden, Bandwettbewerben, Akustik-Sessions, wo auch andere Leute hinkommen, auftreten und Leute kennenlernen. Einfach mal nachfragen, von wegen „Hey, ich mach auch Musik. Kann ich hier auch mal auftreten?“ So hab ich das gemacht.

bonnFM: Du bist ja auch viel unterwegs, letztens zum Beipsiel warst Du auch in Berlin. Wie würdest Du das einschätzen: Ist es einfacher, hier ein Konzert zu geben oder in Berlin? Hat die Region Bonn genug Anlaufstellen für lokale Bands?

Breuer: Bonn/Köln ist auf jeden Fall eine sehr attraktive Gegend, würde ich sagen. Berlin hab ich als sehr überlaufen empfunden, da ist man quasi einer unter tausend und Cafés oder Bars ist es ziemlich egal, ob Du spielst oder nicht, weil am nächsten Abend eh wieder zwei andere Bands da sind. Hier freuen sich Bars manchmal noch, wenn jemand kommt, der selbstgemachte Musik mitbringt. Es gibt zwar auch viele, aber es ist trotzdem noch eine überschaubare Szene, die auch voll lieb ist. Die Leute sind ziemlich cool drauf und man kann sich viel miteinander und untereinander weiterhelfen. Das erlebe ich hier sehr positiv, und das ist, glaube ich, in Berlin viel schwieriger.

bonnFM: Hast Du schon konkrete Pläne, wo es hingehen soll? Hast Du vor ein Album aufzunehmen?

Breuer: Ich habe mich vor zwei Wochen mit meinem Bandkollegen Sven zusammengesetzt und wir haben uns quasi drei Nachmittage eingeschlossen und eine EP aufgenommen. Die wollte ich unbedingt fertig haben, bevor ich nach Berlin gefahren bin, um auch etwas in der Hand zu haben. Die ist superschön geworden, akustisch, ganz einfach, zwei Spuren dran, und wir haben das auch alles selber bedruckt, selber gefaltet, selber beklebt und auch noch einen Siegelstempel draufgemacht. Wir haben da viel Liebe reingesteckt und die kann man jetzt auch mal bei Konzerten bekommen oder auf Facebook bestellen.

Ziele? Erstmal so weitermachen wie bisher und dann gucken was kommt. Ich hab jetzt nicht festgesetzt: Ich möchte in drei Jahren drei Alben aufgenommen haben oder in fünf Jahren auf irgendwelchen großen Festivals spielen. Denn so wie ich momentan Musik mache, funktioniert es für mich. So kann ich es neben dem Studium machen und so macht es mir auch Spaß. Ich hab auch keinen Druck irgendwas zu produzieren, was ich vielleicht produzieren müsste, um große Massen zu erreichen oder kommerziell erfolgreich zu sein.

bonnFM: Wann gibt es die nächsten Konzerte?

Breuer: Also bisher steht noch nichts fest, aber wir organisieren momentan noch. Vielleicht gibt es im November wieder eins in Bonn oder im Dezember, aber oft entscheidet sich das auch sehr spontan.

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