Saphirblau: Florian Bartholomäi

bonnFM: Was gefällt Dir so gut an der Edelsteintrilogie und an Deiner Rolle als Paul?

Florian Bartholomäi: Ich finde sie sehr gelungen für Jugendliche, davon gibt es aus Deutschland und Europa relativ wenig. Zu meiner Rolle als Paul, dem schwarzen Turmalin, der eine Gegenbewegung mit verkörpert… das finde ich ganz spannend, weil auch so lange ein großes Geheimnis daraus gemacht wird.

bonnFM: Hast Du die Bücher denn auch gelesen oder nur die Drehbücher?

Florian Bartholomäi: Beides, aber mir fehlt noch das letzte Buch „Smaragdgrün“.

bonnFM: Sind die Bücher nicht eher für Mädchen?

Florian Bartholomäi: Das Thema Liebe betrifft uns alle, egal ob Junge oder Mädchen. Und es ist auch für deren Eltern etwas. Ich denke, die finden alle ein Thema, das deren Leben auch betrifft.

bonnFM: Wie kam es zur Mitarbeit am Film?

Florian Bartholomäi: Der Regisseur Felix Fuchssteiner hat mich gefragt und nachdem ich dann das erste Buch gelesen hatte, war klar, dass ich die Rolle wollte. Als ich dann noch erfahren habe, dass ich eine ganz wunderbare Frau habe, da ließ sich das gar nicht mehr verhindern (lacht).

bonnFM: Wodurch zeichnet sich Paul für Dich aus?

Florian Bartholomäi: Ich glaube, er hat Rückgrat. Man braucht schon einen harten Kern, wenn man sich entschließt, etwas zu stehlen und auf der Seite zu bleiben, der man sich verschworen hat. Dann hat er auch noch seine Frau dabei und das Ganze hat ja noch weitreichende Konsequenzen. Das ist einfach spannend an Paul.

bonnFM: Gab es eine besondere Herausforderung beim Dreh für Dich?

Florian Bartholomäi: Die eine Fechtszene, für die wir sehr lange geprobt haben, war schön. Dann natürlich, sich historisch einzufügen. Das war eine Herausforderung. Da nimmt einem das Kostüm und die Maske schon viel ab, aber man muss sich ja auch in der Haltung und allem in die verschiedenen Zeiten einfügen.

bonnFM: Wie war das genau bei Dir mit dem Fechten? Jannis Niewöhner durfte zum Fechten lernen für „Rubinrot“ ja extra nach Ungarn?

Florian Bartholomäi: Jannis hat ja auch viel mehr Fechtszenen als ich, auch in „Saphirblau“. Ich hatte schon private Vorkenntnisse und ansonsten haben wir auch nur zwei Tage in Berlin für meine Fechtszene geprobt.

bonnFM: Bei Felix Fuchssteiner durftet Ihr die Szenen jetzt nicht direkt nach dem Drehen noch mal anschauen. Findest Du das gut für Dich selbst?

Florian Bartholomäi: Ich finde es sehr gut, denn sobald man zum Beispiel ein Foto von sich sieht, dann geht in einem so eine kleine Eitelkeit los, man guckt halt, wie man da ausschaut. Das finde ich für einen Schauspieler dann eher schädlich, weil er anfängt, wie ein drittes Auge, das alles mit inszenieren will, von außen auf sich zu gucken. Man geht dann von dem Gefühl, das man transportieren will, weg. Bei technischen Sachen auf den Monitor zu schauen, finde ich hilfreich, etwa wenn man wissen will: Da soll ich lang rennen und dort hinschauen. Sonst stört mich das eher nicht, wenn ich die Szene nicht noch einmal sehe.

bonnFM: Wie hast du die Zeitsprünge erlebt?

Florian Bartholomäi: Das war eine große Sache. Erst fährt der Kran da auf und Du wirst an den Seilen befestigt und fragst Dich: Wie fühlt sich dieser Bungee-Jump rückwärts wohl an? Aber es war ganz lustig.

bonnFM: Wolltest Du schon immer Schauspieler werden oder wie kam es dazu?

Florian Bartholomäi: Ich wollte erst Schauspieler werden, als ich mich entschieden habe, jetzt zu versuchen, Schauspieler zu sein (lacht). Ich hatte vorher nie diesen Kindheitstraum, sondern kam durch Zufall mit siebzehn Jahren zu einem Casting und habe die Rolle gekriegt und mir hat die Schauspielerei viel Spaß gemacht und ich bin dabei geblieben.

bonnFM: Gibt es jemanden, bei dem Du dir Tipps holen kannst oder fragt man die anderen älteren Darsteller am Set um Rat?

Florian Bartholomäi: Ich bin immer dankbar für Feedback, egal, ob von älteren oder jüngeren Kollegen, weil es ist wie bei einem Sänger, der hört seine eigene Stimme ja auch nicht. Man ist auf Feedback angewiesen, egal ob von einem Fan oder dem Regisseur. Und Anreize kriege ich auch aus anderen Filmen, wenn da eine Szene ist, von der ich sage, das will ich auch machen.

bonnFM: Stimmt es, dass das Filmbusiness ein hartes Business ist – oder wie hast Du das erlebt?

Florian Bartholomäi: Von mir selbst kann ich zum Glück sagen, dass ich noch keine schweren Zeiten hatte, da trifft es andere sicherlich härter. Ich will jetzt nicht sagen, dass es ein Konkurrenzverhalten unter Schauspielern gibt, aber letztendlich ist es ja immer so, dass man Einzelkämpfer ist. Aber alle sitzen im selben Boot und das verbindet auch wieder. Bei anderen Jobs schreibt man Bewerbungen und kriegt Absagen und zu Castings geht man halt noch öfters und kriegt noch mehr Absagen. Man muss halt immer wieder aufstehen und weiter machen.

bonnFM: Hast Du denn eine Traumrolle, die Du gerne mal spielen würdest?

Florian Bartholomäi: Den Klavierspieler Glenn Gould. Ich finde, er ist ein sehr interessanter Charakter. Ich spiele zwar kein Klavier, aber wenn mal ein Casting kommt, hoffe ich, dass ich eingeladen werde. Sonst wäre das so eine Rolle, wo ich sagen, würde: Verdammt!

bonnFM: Du hast ja zum Beispiel in „Der Vorleser“ mitgespielt. Wie war das und hast Du Kate Winslet auch getroffen?

Florian Bartholomäi: Ja, zwei, dreimal, im Maskenmobil und abends nach Drehschluss, wo alle mal zusammen kamen. Eine ganz ganz liebe Frau, sehr entspannt. Es war eine große Freude, sie kennen zu lernen. Das war schon ganz lustig am amerikanischen Set, weil es einfach jegliche Dimension sprengt. Da kommen einfach mal 50 Lkws und dann wird stundenlang alles aufgebaut und man guckt sich das mit großen Augen an und freut sich da mal ein bisschen mitspielen zu dürfen. Aber mein Ziel ist Hollywood jetzt nicht. Es war einfach lustig, diesen Gigantismus, den sie da auffahren, mal zu sehen.

bonnFM: Also gibt es einen Unterschied zwischen deutscher und amerikanischer Produktion?

Florian Bartholomäi: Ja, das ist alles zehnmal größer! Sie drehen halt auch viel weniger am Tag, dadurch haben sie viel mehr Zeit für die Technik, ein schönes Licht zu setzen. Deswegen sehen die amerikanischen Filme oft viel schöner aus. Ich habe da auch Lichtinstallationen gesehen, die ich vorher noch nie gesehen habe, und fand das alles ganz spannend.

bonnFM. Gibt es etwas Besonderes in Deiner Schauspiellaufbahn, das hängen geblieben ist? Vielleicht eine verrückte Fanreaktion?

Florian Bartholomäi: Ich finde, diese Erlebnisse sind eher beim Spielen. Szenen, Konflikte, Rollen, die hängen bleiben, und man kommt abends nach Hause und kann einfach nicht abschalten. Es arbeitet in einem weiter und entwickelt so eine gewisse Eigendynamik. Das ist dann wie eine Form von Meditation: Man bekommt einen Tunnelblick und vergisst alles andere. Das sind diese Momente völliger Hingabe, auch von allen Beteiligten im Raum, nach denen man immer wieder strebt. Und wenn ein Fan einem sagt, was er an Deiner Arbeit schätzt, das freut einen natürlich immer sehr.

bonnFM: Kannst Du mir schon etwas zu zukünftigen Projekten verraten?

Florian Bartholomäi: Im November bin ich im Berliner „Tatort“ und am zweiten Weihnachtsfeiertag im „Weihnachtstatort“.