Saphirblau: Maria Ehrich

Noch vor der Premiere am 12. August 2014 in Köln sprach bonnFM mit Maria Ehrich über die Vorbereitungen für ihre Rolle und ihre Zukunfspläne.

bonnFM: Hattest Du Schwierigkeiten, nach der langen Drehpause wieder in Deine Rolle als Gwendolyn hineinzukommen?

Maria Ehrich: Schwierigkeiten nicht, aber ich hatte im Vorfeld meine Zweifel, ob ich noch mädchenhaft genug bin. Mit den Kostümen, Motiven und den anderen Schauspieler hat sich der ganze Dreh aber schnell wieder „eingegroovt“.

bonnFM: Die größten Herausforderungen für Dich?

Maria Ehrich: Neben in die Rolle wieder hineinzukommen, mit einer Figur zu spielen, die gar nicht da ist, aber meine Rolle eben sehen kann. Daneben Reiten, Menuett tanzen und Singen, das war schon ein großer Aufregungsfaktor, aber es ist schön, wenn man immer wieder etwas Neues lernen kann.

bonnFM: Wie habt Ihr das mit Xemerius gedreht, der ja eben nicht real da war?

Maria Ehrich: Xemerius war quasi alles – vom Klebestreifen bis zum Pinguin, über einen Tennisball, einfach alles. Man hat mir immer etwas Kleines gegebn, als Fixpunkt und wenn Xemerius dann flog, musste ich mir die Bahn eben denken. Ansonsten war ich komplett verkabelt, mit Knopf im Ohr. Man hätte das natürlich auch mit Lautsprechern drehen können, aber dann hätten halt alle anderen Schauspieler darauf geantwortet (lacht).

bonnFM: Das heißt, sein Sprecher Rufus Beck war direkt am Set und hat über Funk mit Dir gesprochen?

Maria Ehrich: Nein, das wurde vorher aufgenommen und eingespielt.

bonnFM: Du hast den Film ja schon gesehen. Hast Du dir Xemerius denn so vorgestellt?

Maria Ehrich: Ehrlich gesagt hab ich ihn mir immer wie die Wasserspeier aus dem Disney-Film „Der Glöckner von Notre Dame“ vorgestellt. Er ist jetzt zwar ganz anders geworden, aber sehr süß.

bonnFM: Und wie war das Reiten im Damensattel?

Maria Ehrich: Es war viel leichter als im normalen Sattel. Ich saß zuletzt mit sechs Jahren auf einem Pferd und hatte Panik, dass ich das nicht hinbekomme. Im normalen Sattel hat es sehr geschaukelt, wenn ich vom Trab in den Galopp gekommen bin, aber im Damensattel war das überhaupt kein Problem, da konnte ich mich gut festhalten.

bonnFM: Konntest Du schon vorher tanzen oder musstest Du das auch noch mal lernen?

Maria Ehrich: Mit einer Choreografin habe ich den „Time Warp“ erarbeitet, das war easy, ich hab auch schon ein paar Jahre davor getanzt. Für den Menuett-Tanz musste ich die Grundschritte neu lernen, das war schon aufregend und auch schön.

bonnFM: Was hat Dir an Gwen in diesem Teil gut gefallen?

Maria Ehrich: Ich finde immer noch, dass Gwen ein sehr starkes Mädchen ist. Ich weiß nicht, wie ich reagieren würde, wenn in so kurzer Zeit so viel auf mich einprasseln würde und ich mich dann auch noch auf eine Sache fokussieren muss, weil mein Leben in Gefahr ist. Sie ist wahnsinnig mutig, vielleicht ein bisschen leichtsinnig, aber das geht vielleicht auch mit Mut einher.

bonnFM: Wie stehst Du dazu, dass eine Sexszene in den Film eingebaut wurde, die nicht im Buch vorkommt?

Maria Ehrich: Am Anfang dachte ich: Na, ob das nicht etwas zu viel ist für die Zielgruppe, aber ich glaube, das ist jetzt ganz gut gelöst, weil es eben so viel um Vertrauen geht. Um so etwas zu zeigen, muss man erst mal Vertrauen aufbauen und das geht in der Kürze der Zeit eben am besten so, mit viel Nähe. Und um das dann auch wieder zu brechen, ist das auch ganz gut gewesen.

bonnFM: Hat sich Dein Leben durch eine Hauptrolle in einer Trilogie verändert?

Maria Ehrich: Seit ich „Rubinrot“ und „Das Adlon“ gedreht habe, hat sich viel verändert. Ich habe natürlich immer noch meinen Rückhalt, meine Familie, meine Freunde, aber man geht zu ganz anderen Veranstaltungen, ich werde öfters erkannt. Darüber freue ich mich natürlich, aber es ist immer noch komisch.

bonnFM: Stellst Du dir Schauspielerei auch für Deine weitere Zukunft vor oder würdest Du auch gerne mal etwas ganz anderes ausprobieren?

Maria Ehrich: Wenn mir jemand die Chance dazu gibt, warum nicht? Es ist nichts Schlechte,s etwas Neues auszuprobieren, aber ich weiß genau, dass ich bald Heimweh nach dem Spielen kriegen würde. Das war immer so, nach längeren Drehpausen. Vielleicht bleibe ich nicht immer vor der Kamera, vielleicht dahinter in einer anderen Position, aber ich denke, in irgendeiner Art und Weise werde ich immer dabei bleiben.

bonnFM: Aber ist das Filmbusiness nicht ein sehr hartes oder hattest Du noch keine schwierigen Zeiten?

Maria Ehrich: Doch, das erlebt jeder immer wieder, auch die sehr bekannten Schauspieler haben Trockenphasen. Ich gerade Anfang dieses Jahres, wo ich nach vielen Castings Absagen bekommen habe. Ich bin gerade nach Berlin gezogen und dann saß ich da und fragte mich, was soll ich denn jetzt machen, wenn die mich über haben? In diesen Momenten muss man einfach daran glauben, dass diese Phasen für irgendetwas gut sind. Und letztendlich glaube ich immer daran, dass es weiter geht.

bonnFM: Gibt es etwas, an das Du dich von der Kinotour letztes Jahr zu “Rubinrot” ganz besonders gerne zurück erinnerst?

Maria Ehrich: Die Reaktionen der Fans zu sehen und wie ein Rockstar gefeiert zu werden, das war schon cool. Ein Fan hat mir z. B. ein selbst gemachtes Häkelschwein geschenkt, die ja auch in den Büchern vorkommen, das war schon süß. Auch die Fanpost, die ich bekomme, berührt mich immer sehr.

bonnFM: Kannst Du uns abschließend schon etwas zu zukünftigen Projekten verraten?

Maria Ehrich: Ich spiele die Hauptrolle in einem internationalen Politdrama und dafür bin ich ab Mitte September in Wien, Thailand und Burma unterwegs.

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