Saphirblau: Kostja Ullmann

Noch vor der Premiere am 12. August 2014 in Köln sprach bonnFM mit Kostja Ullmann über seine gespenstische Rolle und seine Karriere.

bonnFm: Was gefällt Dir gut an der Edelsteintrilogie und an Deiner Rolle als James?

Kostja Ullmann: Eine Trilogie über Zeitreisen ist an sich schon toll und Kerstin Gier hat unglaubliche Charaktere geschaffen, für die jeder Schauspieler dankbar ist, wenn er sie spielen darf. Ich bin vielleicht nicht mehr ganz die Zielgruppe, aber auch für mich waren die Bücher spannend. In die Rolle des James, in sein Kostüm und in eine andere Zeit zu schlüpfen, auch wenn er in der Gegenwart da ist, im Kopf aber 1762 gefangen ist, das macht wahnsinnig viel Spaß.

bonnFM: Hast Du dich speziell auf die Rolle des James beworben und dann auch vorbereitet?

Kostja Ullmann: Ich habe netterweise ein Angebot vom Regisseur Felix Fuchssteiner bekommen und nachdem ich das Buch gelesen hatte, war mir klar, dass ich James August Peregrin Pimplebottom sehr gerne spielen wollte. In „Saphirblau“ spiele ich James ja nun schon zum zweiten Mal, also musste ich mich nicht erneut vorbereiten. In „Rubinrot“ habe ich mich einfach versucht ans Buch zu halten, aber auch irgendwie mein eigenes Ding draus zu machen und das hat sehr viel Spaß gemacht.

bonnFM: Im Buch kommt James weitaus mehr vor und er ist auch derjenige, der Gwen Tanzunterricht gibt und sie u. a. in die Sitten der Vergangenheit einweist, bei dem sie sich eben Rat holt. Hattest Du irgendein Mitspracherecht, was Deine Rolle angeht?

Kostja Ullmann: Felix Fuchssteiner wollte mich eigentlich schon im zweiten Teil größer haben, wie es ja auch im Buch ist, aber zu der Zeit habe ich gerade selbst einen Kinofilm gedreht und da passte das zeitlich eben nicht.  In „Smaragdgrün“ geht es ja auch um James’ Geschichte und ich hoffe, dass ich dann genug Zeit habe und wir das dementsprechend länger erzählen können.

bonnFM: In dem am 11.  September startenden Kinofilm „A most wanted Man“, der in Hamburg spielt, hast Du auch wieder eine eher kleinere Rolle. Wollten die Verantwortlichen einfach nur bekannte deutsche Schauspieler wie z. B. Daniel Brühl und Dich dabei haben oder wie war das?

Kostja Ullmann: Das glaube ich nicht, auch bei diesem Film gab es ein Casting. Da durfte ich Anton Corbijn kennenlernen, der von mir verschiedene Facetten sehen wollte. In meiner Rolle beobachte ich ja ganz viel. Und natürlich muss auch jede kleine Rolle gut besetzt werden und selbst ohne viel Text freue ich mich, dass ich dabei sein durfte und Schauspielern wie Philip Seymour Hoffmann bei der Arbeit zusehen konnte.

bonnFM: Wie war die Zusammenarbeit mit dem kürzlich verstorbenen Philip Seymour Hoffmann?

Kostja Ullmann: Sehr angenehm. Man musste aufpassen, dass man in der Rolle drin blieb und ihm nicht einfach nur staunend zusah, weil es war einfach nur beeindruckend war, wie sehr er in seiner Rolle drin war, wie sehr er quasi dafür seinen eigenen Körper verlassen hat. So was habe ich selten erlebt. Natürlich war es auch eine große Ehre mit Hollywoodgrößen wie Willem Dafoe zusammenzuarbeiten und natürlich auch, zum ersten Mal übrigens, mit Daniel Brühl.

bonnFM: Holt man sich auch mal bei den Kollegen  Rat wie man seine Rolle spielen könnte?

Kostja Ullmann: Man hat ja schon am Anfang eine Vorstellung von seiner Rolle und dann ist da noch der Regisseur, der einem Anweisungen gibt. Also, die Kollegen frage ich eher nicht um Rat.

bonnFM: Wie unterscheidet sich eine deutsche von einer amerikanischen Produktion?

Kostja Ullmann: Ich denke, es steckt einfach mehr Zeit und Geld in so einen Projekt, sodass man alles etwas mehr entwickeln kann und es nicht so hektisch ist. Das ist ein großer Luxus, aber letztendlich machen die genauso Filme wie wir.

bonnFM: Würdest Du sagen, dass der Schauspielberuf ein stressiger, ja oft sogar brotloser Beruf ist oder wie hast du das die letzten Jahre erlebt?

Kostja Ullmann: Es ist halt ein Beruf, in dem man keine Sicherheiten hat. Man bekommt nicht monatlich sein Geld, sondern muss immer wieder darum kämpfen, zu Castings gehen, versuchen Rollen zu bekommen und besonders die ersten Jahre sind hart. Irgendwann ist man dann etabliert, kann davon leben, aber selbst dann, wenn man wählerisch ist und nicht alles spielt, dann hat man, wenn es gut läuft seine drei Projekte im Jahr und ansonsten viel Freizeit. Die Vorbereitungen und die Promotion werden ja auch nicht bezahlt. Also ist es ein stressiger, heftiger Beruf, der aber wahnsinnig viel Spaß macht. Ich liebe ihn und bin glücklich, ihn machen zu dürfen.

bonnFM: Wolltest Du denn schon immer Schauspieler werden?

Kostja Ullmann: Ja, da ich schon sehr früh, mit elf Jahren damit angefangen habe. Ab vierzehn habe ich so realisiert, dass es ein Beruf ist von dem man später wohl ganz gut leben kann und ab dem Zeitpunkt war es eigentlich klar. Im Hinterkopf hatte ich noch Erzieher, halt im Kindergarten arbeiten, das finde ich immer noch spannend, aber im Moment, läuft es doch recht anständig.

bonnFM: Hast Du denn eine Traumrolle, die Du immer noch mal gerne spielen würdest?

Kostja Ullmann: Den Mogli aus dem „Dschungelbuch“. Langsam werde ich aber wohl zu alt dafür und es würde albern aussehen, mit einer orangenen Unterhose durch den Urwald zu laufen (lacht), deswegen wird es vielleicht irgendwann mal Balu, der Bär. Nein, es reicht schon, wenn es so weiter geht wie bisher, dass ich einfach viele verschiedene Rollen spielen kann.

bonnFM: In „Coming In“, der am 23. Oktober startet, spielst Du ja im Gegensatz zu James wieder etwas ganz anderes. Was kannst Du uns über den Film und Deine Rolle abschließend schon verraten?

Kostja Ullmann: Es geht um einen sehr erfolgreichen Frisör, der sich in eine Frau verliebt und das Vertrackte dabei ist, dass er eigentlich schwul ist. Es ist eine romantische Komödie, mit Schwerpunkt auf der Romantik, sehr schön inszeniert von Marco Kreuzpaintner, der auch „Sommersturm“ gedreht hat, meinen erster Kinofilm.