Zehn Kamele Schweigegeld

Von Carina Spiess

Bild: Claudia Auer / pixelio.de

“Na, wie viele Kamele ist deine Freundin wert?” Es gibt einen neuen Trend im Freundeskreis. Er nennt sich: Kamelrechner – eines der Wunder, welche das Internet zu bieten hat. Die Internetseite kamelrechner.de richtet sich an Männer, die herausfinden wollen, wie viele Kamele sie im Austausch für ihre Freundin bekämen. Dieser Hochpunkt der internationalen Kultur wurde schon 2013 von “Mr.Nerd” veröffentlicht, auf der zugehörigen Facebook Seite wird zusätzlich der passende Wechselkurs angeben: ein Kamel sei circa 2000 Euro wert. Für die Berechnung werden nur wenige, sehr essenzielle Angaben benötigt, wie zum Beispiel Haarfarbe und Brustgröße. Mittlerweile bin auch ich Teil eines Deals, nach dem ich zehn Kamele für mein Schweigen bekomme, sollte eine Bekannte bald aus mysteriösem Grund in einem Flugzeug Richtung Arabien gesichtet werden und nicht zurückkehren. Mit den zehn Kamelen werde ich stolz in einer Karawane durch Bonn ziehen!

Hiermit wird es Zeit, sich auf die Suche nach anderen skurrilen Webseiten zu begeben.

Von hüpfenden Einhörnern bis zu Pinguinen.

Es geht direkt weiter mit diesen Vierbeinern: Beim “kotzenden Einhorn” kann man den eigenen Einhorn-Namen herausfinden. Das funktioniert ganz einfach mit den Anfangsbuchstaben des Vor- und Nachnamens, Ergebnisse wie Regenbogenwölkchen oder Glitzerhimmel entlocken einem den ein oder anderen Seufzer.

Auch in dieser Liste darf eins nicht fehlen: süße Katzen. Auf dieser Seite findet man genug davon, und diese Katzen sehen nur nicht süß aus sondern können sogar hüpfen. Man beachte vor allem den Button in der rechten oberen Ecke. “It’s raining cats, hallelujah!”

Auf meiner Suche nach sinnlosem Zeitvertreib habe ich auch ein Spiel entdeckt, mit dem ich als Kind Stunde um Stunde verbracht habe, um meinen eigenen Rekord zu brechen. “Yeti Sports” bietet die einmalige Gelegenheit, als Yeti einen Pinguin durch die Luft zu wirbeln. Ein Spiel mit Suchtpotenzial!

“Das hinterlässt mich perplex.”

“Burble” ist eine etwas andere Art von Übersetzer: einfach den Link einer beliebigen Webseite eingeben und heraus kommt diese in Dialekte übersetzt, ob Schwäbisch, Berlinerisch oder Fränkisch. Der Frühstart von bonnFM zum Beispiel “bringd alle Frühaufschdeher und Morgernmuffel auf Toure und lieferd de berfekde Sounddragg zum Wachwerde…”.

Wer bei so viel Unsinn langsam am Rad dreht, muss nicht verzweifeln, denn auch in dieser Lage bietet das Internet die Lösung. Hier gibt es nichts außer der Möglichkeit, an einem schnieken Rad zu drehen und Luft zu holen, bevor man Zeit auf wortfeld.de verbringt. Da kann man dem eigenen Ärger in einem offenen Brief Luft machen, Vorschläge zum Inhalt sind zahlreiche vorhanden: “Mit Migräne habe ich diese ganzen offenen Briefe überflogen und sehe mich daher genötigt, Ihnen sofort zu schreiben. Ihre Haltung ganz allgemein ist ebenso unerquicklich wie charakterlos und hinterlässt mich daher perplex.”

Und zu guter Letzt: Wer nach all diesen sinnfreien Entdeckungen droht zu verzweifeln, dem verschreibe ich den “Mach alles gut”-Knopf.

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