„Sie brauchen einen Alltag und wir versuchen, ihnen einen zu geben“

Mit ihrem Verein Streetways Uganda e.V. unterstützen Studenten aus Deutschland seit 2015 eine Gruppe von Straßenkindern aus Tororo, Uganda. Statt von Tür zu Tür zu gehen, bieten sie Interessierten Veranstaltungen zum Kennenlernen und Erleben. Für die Freiwilligen ist es ein Herzensprojekt, für Wohltätige eine Möglichkeit, im familiären Rahmen zu verfolgen, wohin ihre Spenden und Mühen fließen. Ein Profil einer jungen und engagierten Organisation. 

Vom weltwärts-Freiwilligenjahr zum eingetragenen Verein

Der Verein ist entstanden aus einem Projekt, das die Freiwilligen in einem weltwärts-Jahr begonnen haben. Von den Gründungsmitgliedern waren alle für ein Jahr in Uganda, haben andere Freiwillige kennengelernt und ein Straßenkinder-Projekt auf die Beine gestellt, als sie sahen, dass diese Kinder keine Organisation haben, die sich um sie kümmert. Sie waren Menschen am Rande der Gesellschaft, von der sie sich immer weiter entfernt hatten. Hintergrund dafür waren familiäre Probleme: Viele von ihnen wurden geschlagen oder konnten nicht zur Schule gehen, weil die Eltern so wenig Geld hatten, dass es zuhause nicht einmal Essen für die Kinder gab. Auf der Straße sollen vor allem die Jungs sich dann ihren Lebensunterhalt verdienen. Diese Kinder haben die Freiwilligen kennengelernt, mit ihnen gearbeitet, und für sie beschlossen, das Projekt auch nach der Rückkehr nach Deutschland fortzusetzen.

"Jedes Kind sollte das Recht haben, Kind zu sein." Bild: Lukas Piel

“Jedes Kind sollte das Recht haben, Kind zu sein.” Bild: Lukas Piel

„Es wäre falsch gewesen zu gehen und zu sagen ‚Ja… dann macht’s gut‘“

Mittlerweile ist das Studentenprojekt ein gemeinnütziger eingetragener Verein und wird als Kooperation der deutschen Vereinsmitglieder mit ugandischen Freiwilligen geführt. Der Verein besteht aus Studenten aus ganz Deutschland mit zwei festen Vereinsstandorten: Bonn und Münster. Der Vorstand setzt sich aus 3 Studenten zusammen, die in Berlin, Emden und Bonn studieren.

Pläne zum Ausbau der Unterstützung

Momentan unterstützt Streetways Uganda e.V. 5 Kinder im Rahmen des Projektes, die sie von einem Schrottplatz aufgegabelt haben. Ursprünglich gab es noch mehr Teilnehmer, aber einige waren nicht mehr in der Lage, sich in die neuen Strukturen einzugliedern. Ziel ist es, die Kinder so gut wie möglich vorzubereiten, damit sie tatsächlich ihren eigenen Lebensunterhalt verdienen können. Die Unterstützung umfasst den Schulbesuch, die Unterbringung und Verpflegung. Die Kinder werden wegen ihrer schwierigen Vergangenheiten durch Lehrpersonal und die ugandischen Freiwilligen betreut, damit sie sich an die Schulorganisation gewöhnen. Im Rahmen des Projekts werden den Kindern aber auch praktische Fähigkeiten und Grundlagen vermittelt. Im Fokus steht aber vor allem ein geregelter Alltag.

Ab Anfang 2018 wird es einen zweiten Projektstandort mit weiteren 10 Kindern in einer anderen Stadt in Uganda geben. Diesen Herbst schon startet für sie ein Rehabilitationsprogramm zur Vermittlung erster praktischer Fähigkeiten und zur psychosozialen Unterstützung. Die Kinder sollen frühzeitig lernen, wie es ist, nach 5 Jahren auf der Straße wieder Regeln zu haben.

Spendensammeln durch Benefizkonzerte und Co.

Streetways Uganda e.V. finanziert sich, wie alle ehrenamtlichen wohltätigen Organisationen, in erster Linie durch Spenden. Statt diese aber an Haustüren oder Straßenecken einzutreiben, setzen die Studenten auf verschiedene Veranstaltungen, die die Leute zu ihnen bringen. In ungezwungener Atmosphäre kann man als Neugieriger so den Verein und das Projekt kennenlernen und bekommt für seine Spende auch etwas geboten: Nach einem Stand auf einem Afrika-Markt in Münster und einem Flohmarktstand mit gespendeten Dingen in der Rheinaue war die neuste Idee der Mitglieder ein Benefizkonzert.

Musik für den guten Zweck Bild: Lukas Piel

Musik für den guten Zweck. Bild: Lukas Piel

Erstmalig fand am 1.Juli 2017 das Streetways Uganda Benefizkonzert im Bonner Kult41 statt, in dessen Rahmen nicht nur die Organisation präsentiert wurde. Die Mitglieder verkauften selbst zubereitete ugandische Speisen (vegan, Samosas und Chapatis), versorgten Besucher mit aktuellen Informationen und lieferten musikalische Untermalung durch die lokalen Bands New Inheritors und Heldenviertel. Gäste kamen nicht nur wegen des sozialen Engagements, sondern auch wegen des Unterhaltungswertes, den die Veranstalter ihnen bieten konnten. Die durchweg positive Resonanz und die zufriedenstellenden Einnahmen des Abends lassen auf eine fortgeführte Konzertreihe im Halbjahrestakt hoffen. Wer sich also nun für Streetways Uganda e.V. interessiert, oder einfach nur gute lokale Musik genießen will, sollte ein Auge auf den Verein werfen.

Ihr wollt mitmachen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Streetways Uganda e.V. zu unterstützen: wer gerne Zeit und Arbeitsaufwand investieren möchte, anstatt zu spenden, ist jederzeit willkommen. Egal ob in Münster, Bonn oder auch in anderen Städten. Der Verein kann immer Leute gebrauchen, die ihnen bei verschiedenen Aktionen helfen. Ob Ihr dabei Mitglied werden wollt oder nicht, ist Euch überlassen. Und spenden dürft Ihr natürlich dennoch.

Besucht Streetways Uganda e.V. auch im Netz auf Facebook oder Instagram.

Spendenkonto: IBAN DE96 430 60967 4104 9353 00

BIC: GENODEM1GLS

 

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