Summerjam 2014 in Köln

Autor: Philipp Brandstädter

Bilder: Philipp Brandstädter

Ein See, Inseln, zwei Bühnen, 30.000 Menschen und jede Menge Musik – beste Voraussetzungen für ein großartiges Reggaefestival. Die Summerjambesucher sind es dabei gewohnt, dass zusätzlich die Sonne für das richtige Jamaica-Feeling sorgt. Die hat sich in diesem Jahr allerdings weitgehend zurückgehalten – die Stimmung konnte das aber nicht drücken. bonnFM war für euch vor Ort.

Was haben Marteria, Jimmy Cliff und Maxim gemeinsam? Eigentlich nicht viel – umso bemerkenswerter, dass es das Summerjam nun schon zum 29. Mal geschafft hat, so verschiedene musikalische Richtungen auf einem Festival zusammenzuführen. Es ist wohl das einzige Festival auf dem Rastafaris aus aller Welt mit Hippies, Hip-Hoppern und 18jährigen Abiturientinnen drei Tage lang friedlich zusammen feiern. Auf mehreren Inseln auf dem Fühlinger See verteilen sich die Campingbereiche und Köln Chorweiler wird für eine Woche zur deutschen Reggaehochburg.

Wer sich einen der begehrten Plätze in der Nähe des Festivalgeländes sichern möchte, reist schon am Montag an – und spätestens am Mittwoch füllt sich das gesamte Gelände. Für viele der Besucher ist das wie eine Woche Urlaub und wer arbeitet, nimmt sich an diesen Tagen frei. „Wenn man Mittwochs kommt, hat man noch zwei Tage Zeit um zu chillen und in die richtige Summerjam-Stimmung zu kommen“, sagt der Bonner Student Henner. Wie viele, ist er mit einer größeren Gruppe hier. Man hat das Gefühl, dass einige nur zum Zelten da sind und es oft gar nicht bis zu den Konzerten schaffen. An den vielen aufwendig aufgebauten Camps mit Pavillions und Rastafahnen machen es sich die Besucher gemütlich und permanent liegt ein auffälliger Geruch in der Luft.

Freitag, 14 Uhr: Es geht los! Die Festivalgänger strömen zu den ersten Konzerten aufs Gelände. An zwei Bühnen wird parallel gespielt und Randy Valentine eröffnet auf der Hauptbühne jetzt auch musikalisch das Festival. Während dem Deutschlandspiel versammeln sich die Fans zum Public Viewing beim Dancehall-Zelt, um anschließend mit einem Deutschlandsieg in der Tasche wieder in die Reggaewelt abzutauchen. Nach Kid Simius und Left Boy ist es Zeit für den ersten Höhepunkt: Marteria bringt die Masse mit seiner energetischen Bühnenshow ein erstes Mal zum Toben. Der Samstag startet mit Martin Jondo wieder etwas ruhiger und dann geht es Schlag auf Schlag. The Skints, Milky Chance, Lutan Fyah, Chinese Man, Dub Inc und Konshens sind nur einige der vielen Acts, bevor Seeed  und Anthony B den zweiten Tag beschließen. Wessen Energie dann immer noch nicht restlos aufgebraucht ist feiert in der Dancehall-Area bis in die Morgenstunden weiter.

Am Sonntag steht der Bonner Maxim auf der Bühne, nachdem die Dilated Peoples und Die Orsons vorgelegt haben.

Der krönende Abschluss war dann die Show von Jimmy Cliff, die mit „I can see clearly now“ und dem traditionellen Feuerwerk endete. Auch während diesem Abschluss setzte der Regen mal wieder ein, aber zu diesem Zeitpunkt hatten sich die meisten schon mit dem „Rainy Jam“ abgefunden. Insgesamt bleibt das Summerjam sich treu und zeigt sich wieder von all seinen schönen Seiten. Wie immer konnten Reggaefans ohne Ticket am Roots Center mit internationalen Soundsystems und DJs feiern und afrikanische Spezialitäten probieren. Dieses Festival ist nicht nur für Reggaefans ein einmaliges Erlebnis – und im nächsten Jahr dann hoffentlich auch wieder mit dem passenden Wetter.

 

bonnFM-Redaktion

die bonnFM-Redaktion!