The Fray in Köln

Von Laura Zingsheim

Am letzten Samstag-Abend wurden im Kölner E-Werk eher ruhige Töne angeschlagen. Was aber keinesfalls heißt, dass die Stimmung sich den meist eher melancholisch angehauchten Songs angepasst hat. Die vier Jungs von „The Fray“ heizten dem Publikum ordentlich ein und vor allem die überwiegend weiblichen Fans schmolzen dahin!

Pünktlich um 20:00 Uhr wurde es dunkel im ausverkauften E-Werk, nur die Bühne war hell erleuchtet. Hunderte Fans fieberten dem Auftritt ihrer Lieblinge entgegen. Doch sie mussten sich noch gedulden, denn „The Fray“ hatte noch die Vorband „Raglans“ im Gepäck, die sich aber keinesfalls verstecken musste. Die Musik der vier Iren erinnert an den Stil von The Fray, ist allerdings etwas rockiger: mehr Gitarren, mehr Banjo, mehr Bass, weniger Klavier. Zwischendurch gab es noch ein paar Folk- Songs im britischen Stil, man hörte ihnen ihre Herkunft also deutlich an. Als Einstieg durchaus gelungen. Auch wenn man Leadsänger Stephen Kelly die Aufregung sichtlich angemerkte. Es sei das erste Mal, dass sie in Deutschland spielen, offenbarte er nach den ersten paar Songs. Seine Stimme erinnert stark an die von Jake Bugg, auch der britische Akzent ist unüberhörbar. Nach den anfänglich noch verhaltenen Klatschern wurde auch das Publikum langsam warm. Die „Raglans“ fühlten sich wohl auf der Bühne und die Leute feierten sie.

Erwartungen erfüllt!

Um kurz nach 21:00 Uhr war es dann endlich soweit. Die vier Jungs aus Denver, Colorado, betraten die Bühne. Mit frenetischem Applaus und Kreischen wurden sie vom Kölner Publikum empfangen. Auch wenn Frontmann Isaac Slade mit Glatze und abstehenden Ohren vielleicht nicht dem typischen männlichen Schönheitsideal entspricht, konnte er sich vor schmachtenden Fans kaum retten. Neben ihren bekanntesten Songs wie „Heartbeat“, „You found me“, „How to save a Life“ oder „Never say never“ spielten sie einen ausgeglichenen Mix aus neuen Songs ihres aktuellen Albums „Helios“, aber auch die älteren Singles für eingefleischte Fans kamen nicht zu kurz.

Sänger plaudert aus Privatleben!

Ungefähr nach der Hälfte des Konzerts fing Slade an, ein bisschen über Familie und Privatleben zu plaudern. Seine Frau Anna habe vergangenes Jahr das erste „Fray- Baby“ zur Welt gebracht. Ein paar Wochen zuvor wurde das Kind des Drummers Ben Wysocki geboren und kurz darauf das von Gitarrist Dave Welsh. Nun wurde der vierte im Bunde gefragt, wie es denn bei ihm mit einem „Fray-Baby“ aussehe. Der behauptete etwas geknickt, dass er letztes Jahr kein Baby bekommen habe, wodurch er ein mitleidiges „Oooohh“ aus dem Publikum erntete. Daraufhin wurde Slade noch etwas rührselig, als er verkündete, dass seine Frau deutsche Wurzeln habe und er sich deshalb noch verbundener mit den Konzertbesuchern fühle, die alle ein großes „Fray- Baby“ und damit ein Teil von ihm seien. Nach gut eineinhalb Stunden und drei Zugaben verabschiedeten sich die Band schließlich vom Publikum. Auch ihnen scheint der Abend gefallen zu haben, wie sie später auf ihrer Facebook- Seite verlauten ließen. „Gute Nacht Köln. I think I love ya.“ heißt es dort. Wir lieben euch auch, danke für ein gelungenes Konzert, Jungs!

 

Bilder: Laura Zingsheim / bonnFM

Artikel vom 09.10.2014
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