Heimat: Musik

Von Adrian Ladenberger

Bild: Adrian Ladenberger / bonnFM

Wo sonst wummernde Discobeats oder DJ-Sets die Besucher zum Tanzen bringen, heizten am vergangenen Freitag zwei Bands aus der Region den Zuschauern ordentlich ein und sorgten für ausgelassene Stimmung. Die Konzertreihe „Total Lokal“ will lokalen Newcomer-Bands ein Sprungbrett liefern und machte in Bonn den Auftakt mit der Alternative-Rock Band „Spiegelblick“.

Von leisen Tönen…

Es wurde laut am Freitagabend in der Bar Ludwig. Ziemlich laut. Bevor es aber so richtig losging, sorgte erstmal jemand anderes für Jubel auf der Bühne. Mit frisch selbst aufgenommener und produzierter EP im Rücken traten Samuel Breuer & Band ins Rampenlicht und bekamen mehr Aufmerksamkeit als der junge Lehramtsstudent aus Bonn und sein Kollege vielleicht erwartete hätten. Mit stimmungsvoll reduzierter Besetzung aus Cajón, Akustik-Gitarre und Gesang hatten sie alsbald das ganze Publikum in ihren Bann gezogen. Du wolltest schon immer mal deinen Teil zu einem Song beitragen? Kein Problem! Auf unterhaltsame Weise baute Gitarrist und Sänger Samuel Breuer zufällig aus dem Publikum genannte Begriffe gekonnt in einen Song ein. Die sonst eher zum Nachdenken einladenden Texte wurde durch teilweise abstruse Vorschläge wie „Quastenflosser“ zwar eher absurd-komisch, verloren aber dennoch nichts von ihrem Charme. Trotz Zugabe-Rufen musste das Duo aber schließlich dem Main-Act des Abends Platz machen.

Bild: Samuel Breuer

 …und harten Gitarren

Was zunächst schien wie ein Kontrastprogramm zu den ruhigen Akustiksongs der Vorband, fand doch relativ schnell ins Ohr. Mit voller Energie und viel Enthusiasmus spielten „Spiegelblick“ gitarrenlastigen Deutschrock und sorgten schnell für ausgelassene Stimmung im Publikum. Die Musiker aus Düren, die seit 2009 zusammen musizieren, träumen vom großen Durchbruch und arbeiten momentan an ihrem ersten Album. Erste Musikvideos und eine EP namens „Frei gelassen“ gibt es schon, auch an professionellem Management mangelt es den Jungs nicht. Das Konzert von Freitag trägt sicherlich noch mal zum Bekanntheitsgrad der Band bei.

Bild: David Zuschlag

Nach Hause holen

Junge, talentierte Newcomer zur Bekanntheit bringen. Genau das ist das erklärte Ziel der Konzertreihe „Total Lokal“. Seit 2011 gibt es die Reihe bereits, bisher machte sie aber nur in Berlin, Hamburg und Köln halt. Jetzt soll die Veranstaltung auch in kleineren Städten wie Bonn oder Aachen ihr Zuhause finden und lokalen Bands eine Plattform bieten, denn gerade für den Nachwuchs kann es oft schwierig und nervenzerreibend sein, Auftrittsmöglichkeiten zu finden. Schließlich möchte man die mühsam kreierten Songs nicht nur im heimischen Keller vorführen, sondern möglichst vor einem großen Konzertpublikum.

Als besonderen Clou kann man sich sogar die Künstler zu sich nach Hause einladen. Wer hat schließlich noch nicht davon geträumt, mal bei sich im Garten ein kleines Konzert zu veranstalten? Die Konzerte sind akustisch, damit man sich nicht sofort Lärmbeschwerden gegenüber sieht und finden gegen eine kleine Pauschale statt. Wie ihr euren „Total Lokal“-Lieblingskünstler zu Euch nach Hause holt, erfahrt Ihr auf http://totalokal.de/zu-hause/.

Mit viel Gitarrenpower und rauer Stimme ging das erste Konzert der „Total Lokal“-Reihe in Bonn zu Ende. Dass es dabei aber nicht blieben soll, das haben die Veranstalter bereits angekündigt. Bis April soll man nämlich die Gelegenheit haben, jeden Monat eine neue Band zu entdecken.

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