Unschöne Bescherung auf dem Hardtberg

Von Katharina Weber

Die Telekom Baskets Bonn haben am zwölften Spieltag der Basketballbundesliga deutlich mit 80:92 (21:24, 18:12, 16:25, 25:31) gegen Phoenix Hagen verloren. Hagen machte das Spiel schnell und drückte ihm früh seinen Stempel auf, wodurch die Baskets nie ihren Rhythmus fanden und viele Chancen ungenutzt ließen. Insgesamt 20 Ballverluste ermöglichte den Hagenern zahlreiche Fast Breaks, die die Bonner Verteidigung ein ums andere Mal alt aussehen ließen.

 

Foto: Sebastian Derix

Auf dem Papier wirkte Hagen nicht wie ein sonderlich beeindruckender Gegner. In der Tabelle auf Platz 15, bei nur drei Siegen und acht Niederlagen. Auf dem Hardtberg haben die Feuervögel seit ihrem Aufstieg 2009 noch kein einziges Mal gewinnen können. Vieles sprach also für einen ungefährdeten Bonner Sieg.

Hagen diktiert den Spielverlauf

Aber wie so oft täuschte die Tabellenplatzierung über die eigentlichen Qualitäten des Teams hinweg. Hagen machte von Anfang an klar, dass es seinen etwa 150 mitgereisten Fans ein schönes Nikolausgeschenk bereiten wollte. Sie hielten das Tempo von Anfang an hoch und sollten es über den gesamten Spielverlauf nicht herunterfahren. Die Baskets legten ebenfalls motiviert los, doch schon früh zeigte sich, dass sie in der Defense nicht mit der letzten Konsequenz zupackten. Nach einem Dreipunktspiel von Hagens Urule Igbavboa stand es 6:7 (4. Spielminute). Aber auch Hagen führte seine Verteidigung nicht immer bis zum Schluss durch, sodass am Ende des ersten Viertels ein knappes 21:24 stand.

Ein einhändiger Dunk von Tadas Klimavicius und ein Steal von Benas Veikalas mit anschließendem Dreier von Ryan Brooks hielten die Baskets zu Beginn des zweiten Viertels auf Augenhöhe. Hagen zeigte sich davon unbeeindruckt und konterte mit Fast Breaks und Offensiv Rebounds. Die Dreier wollten auf beiden Seiten nicht fallen und so spielte sich die Begegnung größtenteils direkt unterm Korb ab. Hagen verteidigte mittlerweile hart und ließ den Baskets keine Chance auf leichte Korbleger. Doch Einzelaktionen wie Dirk Mädrichs Dunk zum 34:32 verhindern, dass Hagen sich absetzen konnte (16. Spielminute). Zur Halbzeit führte Bonn mit 39:36.

Baskets können Ballverluste nicht abstellen

Hagen kam nach der Pause besser ins Spiel und setzte sich zunehmend ab. Die Baskets produzierten Anfang des dritten Viertels ein Reihe schmerzhafter Ballverluste, die Hagen gnadenlos in Fast Breaks und dementsprechende Punkte verwandelte. Ob Mickey McConnell, Eugene Lawrence, Andreij Mangold oder Veikalas – alle verschenkten sie in dieser Phase den Ball. Dazu streute Hagens Todd Brown einen der seltenen Dreier des Spiels ein (28. Spielminute). Kein Wunder also, dass Hagen kurz vor Ende des Viertels auf 52:61 davon gezogen war. Nur Freiwürfen von McConnell und Klimavicius war es zu verdanken, dass die Baskets mit nur sechs Punkten Rückstand ins letzte Viertel gingen (55:61). 

Hagen ließ sich nicht beirren, hielt das Tempo weiterhin hoch und setzte auf seine Macht in der Zone. Immer wieder wurden die Bonner Verteidiger beinah mühelos ausgestochen. Coach Matthias Fischer tobte an der Seitenlinie – die Baskets schienen unterm Korb einfach kein Mittel gegen die Hagener zu finden. Vier Minuten vor Schluss führte Hagen mit 19 Punkten (60:79). Auch ein letztes Aufbäumen der Baskets konnte den Endstand von 80:92 nicht verhindern.

Nach dem Spiel: Ein heiserer Coach  

Ob er bloß erkältet war oder sich heiser geschrien hatte, nach dem Spiel gratulierte Coach Fischer Hagens Trainer Ingo Freyer jedenfalls mit zittriger Stimme zu dem seiner Meinung nach völlig verdienten Sieg. „Wir haben nie den Rhythmus gefunden, haben 20 Turn Overs produziert, haben teilweise sehr einfache Sachen unter dem Korb liegen gelassen. Und das hat uns sehr, sehr wehgetan, weil diese einfachen Turn Overs zu einfachen Punkten geführt haben. Überzahlsituationen, freie Dreier, Penetrations… Das war für uns eine sehr, sehr böse Niederlage. Es ist uns nie gelungen Phoenix Hagen zu kontrollieren“, sagte Fischer. 

Weiter geht es für die Baskets in Frankreich, wo sich im Spiel gegen Paris Levallois am Dienstag, den 9.12., um 20:00 Uhr entscheidet, ob die Baskets in die Runde der besten 32 Teams des Eurocups einziehen oder nicht. Am Samstag darauf, um 20:30 Uhr, erwartet das Team ein Auswärtsspiel gegen den Mitteldeutschen BC.

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