Ohne Geld um die Welt

Wer hat nicht schon mal davon geträumt einmal die gesamte Welt zu bereisen? Neue Länder, neue Kulturen, neue Menschen kennen lernen. Leider scheitert es für viele an der Finanzierung einer solchen Reise, allein die Flüge kosten ja schon ein kleines Vermögen. Aber man muss nicht reich sein, um die Welt zu entdecken, meint Shantanu Starick – und macht sich auf den Weg.

Zugegeben, eine solche Reise ist ziemlich abenteuerlich und auch nicht gerade ungefährlich: ohne einen einzigen Cent in der Tasche in den Flieger steigen und sehen, wohin es einen verschlägt. Bei dem australischen Fotografen Shantanu Starick hat das funktioniert. Dafür bietet er Menschen an, sie zu fotografieren. Der Anlass ist dabei nicht so wichtig, er wurde unter anderem schon von Architekten, Designern und Restaurantbesitzern gebucht. Aber auch für Hochzeitsbilder ist er sehr gefragt. Wichtig ist ihm nur, dass er sich dabei kreativ entfalten kann. Dafür verlangt er keine Bezahlung im klassischen Sinne, sondern die Finanzierung seines täglichen Lebens. Wer ihn bucht, kauft ihm also Verpflegung, Hygieneartikel, Klamotten, zahlt den Flug und stellt eine Unterkunft für die Zeit seines Aufenthaltes. Klingt verrückt, funktioniert aber!

Große Internetpräsenz

Sein Projekt nennt Shantanu Starick „The Pixel Trade“ und ist damit auf allen Online-Plattformen vertreten. Sowohl bei Instagram als auch bei Facebook, Tumblr und Twitter kann man seine Arbeit verfolgen. Auf der Homepage thepixeltrade.com hat er einige seiner bisher besten Fotografien aus jedem Land veröffentlicht. Außerdem findet man dort ein Kontaktformular, über das man ihn „anfragen“ kann, wenn das Interesse an ihm und seinen Bildern geweckt wurde. Verträge und Verpflichtungen gibt es keine, aber das bedeutet gleichzeitig, dass er seinen – in der Regel wildfremden – Auftraggebern blind vertrauen muss. Das funktioniert meistens, aber nicht immer. Wenn einer der Kunden doch kurzfristig abspringt, muss er schnell handeln, um nicht auf der Straße zu landen. Da er mittlerweile schon ziemlich bekannt ist und allgemein auf großen Zuspruch trifft, dauert es meist nicht lange, bis er einen neuen Unterschlupf gefunden hat.

Die Reise geht weiter

Inzwischen hat der Australier schon 194 Tauschgeschäfte gemacht, fünf von sieben Kontinenten besucht und immer noch kein eigenes Geld ausgegeben. Zweieinhalb Jahre ist er nun schon unterwegs, aber das Projekt gilt offiziell erst als erfolgreich beendet, wenn er auf auf allen Kontinenten mindestens ein Mal engagiert wurde. Aktuell befindet er sich in Sydney, aber auch in Deutschland hat er schon Aufträge entgegen genommen. Der Erfolg seines Projektes zeigt sich auch in seinen zukünftigen Reiseplänen, die man auf seiner Homepage mitverfolgen kann: Er ist jetzt bereits bis Ende September 2015 ausgebucht.

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Sendet jeden Montag von 16 bis 18 Uhr.

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