Wenn aus Triple X eine Konfektionsgröße wird

 Autorin: Hella Schmitz

Bild: RainerSturm  / pixelio.de

Das amerikanische Modelabel „Abercrombie&Fitch“ verkauft nun die bislang kleinste Konfektionsgröße, die es je gegeben hat. XXXXS und somit ein Hüftumfang von 58 Zentimetern werden jetzt heftig diskutiert. Sendet das Label damit ein falsches Signal an seine Käufer?

Abercrombie&Fitch wurden bereits kritisiert

Mit der getätigten Aussage, dass die Kette mit ihren kleinen Größen nur „coole Kids“ in ihre Läden locken möchte, machte Abercrombie schon 2006 Furore. Auslöser für diese Aussage war die Beschränkung der Damenkonfektionsgrößen auf höchstens L. Nach wie vor produziert die Marke ihre Kleidung nur in eher kleinen Größen und setzt nicht nur bei der Wahl der Aushilfen auf schlanke, junge Menschen. Nur schlanke und somit, laut Abercrombie, schöne Menschen sollen in den Geschäften einkaufen, denn andere hätte darin nichts verloren.

Wenn es eine Maximalgröße gibt, sollte es dann nicht auch eine Minimalgröße geben?
Nicht für Abercrombie&Fitch. Umso dünner, desto besser scheint die Devise und so werden ab letzter Woche Hosen mit einem Bundmaß, also dem Hüftumfang, von 58 Zentimetern verkauft. Das entspricht dem Hüftumfang einer Grundschülerin. Verkauft werden die Jeans jedoch in der Damenabteilung. Diskutiert wird jetzt, ob sich junge Käuferinnen von dieser Minigröße dazu verleiten lassen, sich in die Größe reinzuhungern.

Thight Gap und Co.

Doch nicht nur die neue Hosengröße propagiert ein neues Schönheitsideal. Im Internet kursieren immer wieder Begriffe wie „Thight Gap“, „After Baby Body“ oder „Bikini Bridge“ in Verbindung mit dem weiblichen Schönheitsideal. Was vor fünf Jahren noch O-Beine oder ein breites Becken genannt wurde, ist heute die unabdingbare Lücke zwischen den Oberschenkeln einer Frau und heißt Thight Gap. Unter einer Bikini Bridge versteht man den gespannten Stoff der Unterwäsche durch die herausstehenden Hüftknochen. Dass es diese Begriffe bislang nicht gab, heißt auch, dass sich die Schönheitsideale der Gesellschaft geändert haben. Doch ob diese Ideale auch wirklich ideal sind, bleibt fraglich.

bonnFM-Redaktion

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