Wie man kostenfrei einen guten Haarschnitt bekommt

Jeden Monat fallen Kosten an, die man nicht umgehen kann. Miete und Essen, aber auch kleinere Ausgaben wie für einen Haarschnitt. Aber muss man für einen Haarschnitt immer Geld zahlen? Einer unserer Reporter macht es seit Beginn seines Studiums anders.

Im ersten Semester muss man sich um drei Dinge kümmern: Das Studium mit all seinen Eigenheiten begreifen, Kommilitonen kennenlernen UND einen vertrauenswürdigen Friseursalon finden. Als ich Ende 2015 die ersten beiden Punkte auf der Liste abgehakt hatte, blieb nur noch eine essentielle Frage offen. Wem vertraut man seine Haare an? Sollte man es etwa am Namen des Salons à la „spektaCOOLhair“,“HairforceOne“, „HairbertGrönemeyer“(fiktiv) festmachen? Mir bot sich eine andere Möglichkeit. Im Nett-Werk Bonn fragte eine junge angehende Friseurin eines renommierten Salons aus Bad Godesberg nach, ob sie jemandem als Übung für die Abschlussprüfung die Haare schneiden dürfe.
Warum nicht? Retrospektiv eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Seit fast 3 Jahren bezahle ich nämlich nichts für einen guten Haarschnitt.

Wie sp(ha)are ich mir die Kosten für den Friseur?

In der Friseurausbildung muss extra viel geübt werden und besonders die Modehaarschnitte sind aufwändig zu erlernen. Da die Übungsköpfe aus Plastik nicht ideal zum Üben sind, brauchen die angehenden Friseure und Friseurinnen ständig Modelle, die ihre Haare zur Verfügung stellen. Oft stehen die Verwandten und Bekannten der Auszubildenden bereit, aber das reicht oft nicht aus. Das ist unsere Chance!

Gibt es Ha(ar)ken?

Was man in Kauf nimmt? Die Trainings sind immer nach Ladenschluss, dauern länger als ein üblicher Schnitt und das Mitbestimmungsrecht ist nicht ganz demokratisch. Aber, dass ein Modell einen Schnitt aufgedrückt bekommt, den es nicht will, ist unüblich. Und natürlich: Oft schneiden Auszubildende unter Anleitung die Haare. Wer also einen Haarschnitt im Schnellverfahren will, geht lieber auf eine Nummer sicher und zahlt.

Die Vorteile

Meiner Meinung nach gibt es aber ebenfalls viele Vorteile. Offensichtlich spart man sich Geld. Dass der Friseurtermin abends stattfinden kann, passt uns Studierenden manchmal sogar besser. Außerdem ist nicht zu vernachlässigen: Üblicherweise ist ein kostenloses Nutzen einer Dienstleistung mit einem gewissen Ausnutzen verbunden. Hier ist es wie mit der Anemone und dem Clownfisch – Beide profitieren symbiotisch davon; und das ohne das Zusammenbrechen von Freundschaften, weil die hobbyfrisierende Freundin doch nicht so gut schneidet, wie sie denkt. Außerdem bekommt man einen Blick hinter die Kulissen. Warum man mit welcher Schere schneidet, wie man mit Wirbeln umgeht und wie man Haare am besten stylt. Für mich Grund genug, um weiterhin als Haarmodell zur Verfügung zu stehen.

Viele verschiedene Friseure suchen regelmäßig Modelle, um eine gute Ausbildung gewährleisten zu können, also geht doch einfach mal in einen Laden und fragt nach. Studentisch, authentisch.