Wissenschaft mal anders – Science Slam in der Bundeskunsthalle

Am Mittwoch war bonnFM für euch beim Science Slam in der Bundeskunsthalle zu Gast. Passend zur derzeitigen Ausstellung „Wetterbericht“ (noch bis zum 4.3.) hielten fünf Redner aus allen Bereichen der Wissenschaft kurze allgemein verständliche Vorträge rund ums Thema Wetter.

Was ist ein Science Slam ?

Der Science Slam ist, ähnlich dem Poetry-Slam, ein Kurvortragstunier, bei dem es darum geht in kurzer Zeit Herz und Hirn des Publikums von sich zu überzeugen.
Anstelle von schönen Gedichten tragen die Redner beim Science Slam ihr persönliches wissenschaftliches Thema in maximal zehn Minuten so anschaulich und interessant wie möglich vor. Diese Art der Slams gibt jungen und alten Wissenschafltlern eine Bühne, um die Menschen von dem zu faszinieren, mit dem sie selbst fast jeden Tag zu tun haben.

So gab es an diesem Tag Einblicke in die Arbeit einer Meteorologin der Uni Bonn, eines Konstrukteurs für Weltraumsatteliten, aber auch Geschichten aus dem Alltag einer Japanologin.

Am Ende entscheidet wie gewohnt das Publikum, und zwar anhand des Applauses, wer als Sieger heraus geht und die symbolischen Boxhandschuhe mit nach Hause nimmt. Aufgrund des miesen Wetters , was zwar irgendwie zum Thema passte, aber trotzdem keiner wollte, gab es noch einen roten Regenschirm oben drauf.

Der Fuiji Gaze, Äpfel und was das Wetter sonst so zu bieten hat

Den Beginn machte Jutta Teunsen mit einem Exkurs durch die Kunstgeschichte Japans und wie der Fuiji aufgrund des schönen Wetters zum Nationalsymbol des Landes wurde.
Fachsimpelleien und öde Statistiken sind tabu, hieß es in den Spielregeln, die Redner sollten sich auf das wesentliche beschränken und es für jederman zugänglich machen.
Ganz zur Freude des Publikums, hielt sich da auch jeder dran. Bis auf den zweiten Redner Michael Blanke von der Uni Bonn, der mit ein paar zu vielen Statistiken über das Wachstum von Apfelbaumblüten und diversen Temperaturdiagrammen verwirrte. Dabei ist die Thematik wie der „große böse“ Klimawandel sich hier vor Ort bei uns in NRW auswirkt durchaus interessant.

Ganz andere Fragen besprach Guido Sonnabend mit dem Publikum

Der Mitarbeiter der Radiometer Physics GmbH klärt wie Projekte zur Errichtung eines Weltraumsatelliten überhaupt zustande kommen und das groß angelegte wissenschaftliche Projekte, wie die Entwicklung einer neuen Raumsonde auch mal scheitern können, weil den Wissenschaftlern aus dem Nachbarlabor die Schrauben ausgegangen sind und sie sich mal eben ein paar borgen mussten.
Blöd, wenn das keiner weiß und die Sonde dann einfach – aufgrund der fehlenden Sicherung durch die entwendeten Schrauben – umkippt. Was einen Schaden von über hundert Millionen Euro anrichtete.

Am Ende konnte sich der Moderater nicht entscheiden, bei wem das Publikum ekstatischer zugange war und so gab es zwei Gewinner. Peter Schneider, der das Publikum mit seiner persönlichen „Traumabewältigung“ des lezten Sommers begeisterte (und nebenbei noch eine Erklärung für den Erfolg der AfD in der letzten Bundestagswahl lieferte…“nach diesem regnerischen Scheißsommer wollten die Deustchen am Ende doch noch ein bisschen braun werden“ ) und Guido Sonnabend, der aus dem chaotischen Alltag seiner Branche erzählte.