Zweifel am Studium

Von Hella Schmitz und Jonas Wintergalen

Über ein Drittel der Bachelorstudenten an deutschen Unis brechen ihr Studium ab.  Dorothea Uerdingen von der Agentur für Arbeit ist Studien- und Berufsberaterin und nennt die Dinge beim Namen. Früher war AIDS ein Tabuthema, heute ist es der Studienabbruch. Die Veranstaltung „Zweifel am Studium?“ am 2. Dezember 2014 beschäftigte sich schon zum zweiten Mal mit den vielfältigen Gründen, Hilfestellungen und Tipps für potenzielle Studienabbrecher.

Bild: www.JenaFoto24.de / pixelio.de

Die offiziellen Zahlen lassen auf ein grundlegendes Problem schließen: Bundesweit brechen 33% der Bachelorstudenten an Universitäten ihr Studium frühzeitig ab, an den Fachhochschulen sind es 28%. Die Gründe dafür reichen von der Unzufriedenheit mit der eigenen Leistung über finanzielle Probleme und fehlende Motivation bis hin zu erschwerten Studienbedingungen und Prüfungsversagen. Seltener geben Studienabbrecher familiäre oder medizinische Gründe an.

Studiere ich das richtige Fach?

Laut Dorothea Uerdingen liegt die größte Schwierigkeit darin, sich bewusst zu werden, was genau falsch läuft. Um herauszufinden, worin das Problem besteht, um dann im nächsten Schritt zu Lösungsansätzen zu gelangen, muss man sich als Studierender die richtigen Fragen stellen:

  • Studiere ich überhaupt das Richtige?
  • Macht mir mein Studiengang Spaß?

  • Bin ich zufrieden mit meinen Leistungen?

  • Studiere ich aus eigener Motivation, oder wurde ich dazu gedrängt?

  • Passt mein Studiengang zu meinen persönlichen Interessen?

Bei der Suche nach den Ursachen für die eigene Unzufriedenheit hilft auch eine Situationsanalyse: „Symptome“ können zum Beispiel körperlicher Natur sein oder das Fehlen von Motivation und Antrieb. Schlechte Prüfungsleistungen sind ein weiteres Indiz, dass etwas nicht passt.

Was kann ich ändern?

Dabei lohnt es sich, seine Unzufriedenheit nicht in sich anzustauen. Je länger das Studium andauert, desto größer ist die Hemmschwelle für einen Neustart. Das erklärt auch den hohen Bedarf an Beratung von Studierenden in fortgeschrittenen Fachsemestern. Ist die Ursache für die eigene Unzufriedenheit identifiziert, gilt es, sich der eigenen Fähigkeiten, Ziele und Perspektiven bewusst zu werden und den Neustart dementsprechend zu gestalten.

Die Möglichkeiten sind breit gefächert: Hilft ein Wechsel des Studienganges oder gar der Hochschule? Oder liegt die Zukunft in einer Ausbildung, einem Auslandsaufenthalt oder dem direkten Berufseinstieg? Antworten gibt es in dringenden Fällen bei einem persönlichen Gespräch mit der Agentur für Arbeit, die bundesweit unter der Hotline 0800 4 5555 00 erreichbar ist. Hilfestellung für diese Fragen leistet jedoch nicht nur die Bundesagentur für Arbeit, sondern auch die IHK mit speziellen Angeboten für Studienabbrecher sowie die zentrale Studienberatung der Universität Bonn. Ein umfangreiches Beratungsangebot findet sich ebenfalls unter den folgenden Links:

www.bundesagentur.de

www.studifinder.de

www.wiwi-online.de

www.hochschulkompass.de

www.studienabbrecher.com

www.finanzieren-studium.de

www.daad.de

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