Eine kleine Versöhnung zum Saisonabschluss

Foto: Sebastian Derix

Der 33. Spieltag brachte diese Saison für die Telekom Baskets Bonn gleichzeitig auch die letzte Partie vor heimischem Publikum mit sich. Gegen die MHP Riesen Ludwigsburg gelang dem Team ein 90:85 Sieg (25:14, 22:28, 25:20, 18:23), der die Fans versöhnlich in die Off Season verabschiedet. Drei Viertel lang gestalteten die Baskets die Partie überraschend deutlich, indem sie fast durchgehend das Spieltempo kontrollierten. Erst im letzten Viertel schaffte Ludwigsburg es, die sicher geglaubte Führung an sich zu reißen – doch die Baskets ließen sich nicht aus der Ruhe bringen und trafen in den wichtigen Momenten die richtigen Entscheidungen.

Zwar müssen die Baskets für das endgültig letzte Spiel der Saison am Sonntag, den 1. Mai noch bei den Basketball Löwen Braunschweig ran, aber die letzte Partie, die für die Fans wirklich zählt, findet zu Hause statt. Am Freitagabend legte das Team von Coach Silvano Poropat dementsprechend motiviert los. Es schien, als wolle man für die doch arg verkorkste Saison ein bisschen Versöhnungsarbeit leisten.

Foto: Sebastian Derix

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Bonn zeigt sich kompromisslos

Die ersten Punkte gehen auf das Konto der Bonner. Schon nach drei Minuten nimmt Ludwigsburg die erste Auszeit, doch auch danach wollen die Männer von Trainer John Patrick nicht so richtig ins Spiel finden. Die Baskets zeigen hingegen, was viele bei ihnen in dieser Saison so schmerzlich vermisst haben: die richtige Einstellung. In der Defense wird hart zugepackt, in der Offense werden die Systeme konsequent durchgezogen. Coach Patrick beschwert sich bei den Schiedsrichtern und wird mit einem technischen Foul bestraft. Den anschließenden Bonusfreiwurf macht Geno Lawrence sicher, den Ballbesitz verwandelt Kollege Aaron White gleich in einen Dreier – die perfekte Punkteausbeute (20:9, 8. Spielminute).

Zwischendurch meldet sich Ludwigsburg zurück: Jon Brockman stopft direkt zu Beginn des zweiten Viertels eindrucksvoll einen Alley Oop durch den Ring (25:16, 11. Minute). Aber die Baskets zeigen sich unbeeindruckt. Acht Punkte in Folge von Rotnei Clarke, davon zwei Dreier, halten Ludwigsburg komfortabel auf zehn Punkten Abstand (35:25, 16. Minute). Doch die trügerische Sicherheit lässt die Baskets unaufmerksam werden. Mehrfach steht „Lubus“ Shawn Huff an der Dreierlinie frei und verwandelt seine Würfe sicher – schon bringt ein 0:10 Run die Ludwigsburger bis auf einen Punkt ran (43:42, 19. Minute). Aber Dreier können die Baskets an diesem Abend auch. Andrej Mangold zieht ab: Kurz vor dem Halbzeitpfiff steht es 46:42.

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Kleinigkeiten machen den Unterschied

Die Riesen kommen zunächst wacher aus der Kabine, aber Bonn weiß seine Chancen zu nutzen. Ein unsportliches Foul an Clarke münzen die Baskets dank zwei Freiwürfen und einem Drei-Punkt-Spiel gleich in fünf Punkte um (59:50, 24. Minute). Dass Bonn unterm Korb punktet, aber auch von der Dreierlinie gefährlich bleibt, stellt Ludwigsburg vor eine große Herausforderung. Doch Brockman und Huff arbeiten unermüdlich daran, den Rückstand nicht zu groß werden zu lassen.

Ihre Zehn-Punkte-Führung verlieren die Baskets zu Beginn des letzten Viertels erschreckend schnell. Einen 0:12 Run später hat Ludwigsburg erstmalig im Spiel die Führung ergattert (72:74, 34. Minute). So wie die Baskets in dieser Phase in der Verteidigung nachlassen, legen die Riesen dort zu. Erst nach dreieinhalb Minuten sorgt Sean Marshall für die ersten Bonner Punkte (74:74). Doch statt wie so oft nun die Nerven zu verlieren, besinnen sich die Baskets auf ihre Tugenden, verteilen Assists, sichern sich den Rebound, verteidigen aggressiv und treffen ihre Freiwürfe. Obwohl Ludwigsburg bis zuletzt stark dagegen hält, macht diese Einstellung den Unterschied. 1.1 Sekunden vor Schluss verwandelt Lawrence zwei Freiwürfe zum 90:85 und macht damit den Sack endgültig zu.

Und wir singen: Time tooo… say goooodbyeee

Damit schließen die Baskets die Saison irgendwo im tabellarischen Niemandsland zwischen Playoff und Abstiegsplätzen ab. Zwar wäre die Stimmung beim Erreichen der Playoffs an dieser Stelle um einiges ausgelassener gewesen, aber die Fans verabschiedeten ihr Team trotzdem mit einem Lächeln auf den Lippen. Für die tolle Unterstützung auch in harten Zeiten bedankte sich das Team mit einer kleinen Botschaft: „Danke! Thank you! Ačiū! We’ve never walked alone!“, hieß es auf dem Banner, das das Team nach dem Spiel hochhielt.

Eine Gelegenheit sich persönlich von den Spielern zu verabschieden, bietet sich beim Saisonausklang im Telekom Dome am kommenden Dienstag, 3. Mai. Alle Infos gibt es dazu hier.

Katharina Weber
Ehemalige Chefredakteurin Nachrichten und Wort, Moderatorin, Campusradio-Methusalem und Baskets-Enthusiastin.

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