Plastik statt Plankton

Die starke Verschmutzung unserer Weltmeere ist nicht erst seit gestern ein gravierendes Problem. Die Dokumentation „A Plastic Ocean“, die vergangenen Donnerstag im Hauptgebäude der Universität Bonn in Zusammenarbeit mit dem Cinema for Peace und Greenpeace Bonn gezeigt wurde, setzt sich mit diesem Thema auseinander.

Von Müllbergen übersäte Strände, durch Plastikteile im Magen verendete Vögel und Einwegrasierer, die im Meer schwimmen – die Vermüllung der Ozeane ist ein akutes Problem unserer Zeit. Aktuelle Schätzungen gehen von etwa 4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen Müll aus, die pro Jahr im Meer landen. Dem WWF zufolge werden sich im Jahr 2050 vom Gleichgewicht her betrachtet, etwa genauso viel Plastikmüll, wie Fische im Meer finden lassen.

„No Water, No Life. No Blue, No Green.“

Mit ebendieser Thematik setzt sich auch der Film „A plastic ocean“ von Regisseur Craig Leeson auseinander. Über einen Zeitraum von 5 Jahren hinweg wurde an dem Film gearbeitet und rund um den Globus gedreht. Das Ergebnis: eine Mischung wunderschöner, aber auch zutiefst erschreckender Aufnahmen, die versuchen das Ausmaß der Verschmutzung festzuhalten. Die Thematik, mit der sich die Dokumentation beschäftigt, fassen die Filmemacher mit folgenden Worten zusammen: „A Plastic Ocean dokumentiert die neuesten Forschungserkenntnisse, die beweisen, wie Plastik, wenn es in die Ozeane gelangt, in kleine Partikel zerfällt, die dann in die Nahrungskette gelangen, wo sie Giftstoffe anziehen wie Magnete. Diese Giftstoffe werden im Fettgewebe von Meerestieren eingelagert und letztendlich von uns gegessen.“

Ein Problem – viele Ursachen

Da stellt sich die Frage: wie kommt die große Verschmutzung durch Plastik in den Ozeanen zustande? Ursachen gibt es viele, denn Plastik ist ein großer Bestandteil unseres Alltags und wird massenhaft verbreitet. Die Ozeane unseres Planeten beherbergen PET-Flaschen, Plastiktüten, Einwegrasierer, Zahnbürsten und Zigarettenkippen. Und damit sind nur ein paar Beispiele genannt. Das Hauptproblem für die Ansammlung der großen Müllmassen ist jedoch die mangelnde Infrastruktur um den Abfall zu sammeln und weiterzuverarbeiten. Dabei werden in Schwellen- und Entwicklungsländer nur unter 50% des Mülls gesammelt.

Jutebeutel statt Plastiktüte

Diese erschreckenden Zahlen und Fakten lassen einen erstmal mit einem unguten Gefühl zurück. Aber auch man selbst, zuhause, kann etwas bewirken, um den Abfall zu reduzieren. Dazu zählt vor allem weitgehend auf Produkte aus Plastik im Alltag zu verzichten: anstelle der Plastiktüte im Supermarkt lieber zum Jutebeutel greifen und Gemüse und Obst am besten unverpackt kaufen. Ein weiterer Schritt, der auf den ersten Blick etwas weniger offensichtlich scheint: den Bestand aus Kleidungsstücken oder beispielsweise Bettwäsche auf reine Baumwolle umzustellen, denn auch in diesen Produkten kann das umweltschädliche Mikroplastik enthalten sein. Auch bestimmte Kosmetik- und Pflegeprodukte bestehen oftmals aus Mikroplastik. Was vermutlich jedoch am wichtigsten ist: sein Wissen zu verbreiten und nach außen zu tragen, um Menschen vor Unwissenheit zu schützen und einen weiteren Schritt in die Richtung eines sauberen Planeten zu gehen. So schreibt auch Regisseur Craig Leeson: „Change is possible. It starts with us.“