Der bonnFM-Festivalsommer: Sturm, Regen und eine düstere Party

Trotz Sturm und Regen fanden sich am 25. und 26. Juli über 16.000 Gothic- und Elektrofans in und um die LanxessArena ein. Das 1. Amphi-Festival war in jeder Hinsicht etwas Besonderes.

Zunächst brachte der Locationwechsel vom Tanzbrunnen in die Arena einige Änderungen mit sich. Neben der Mainstage in der Arena lockten zwei Open-Air-Bühnen zahlreiche Fans der schwarzen Szene in diese neue Umgebung. Natürlich wurde diese große Veränderung nicht nur positiv aufgenommen. Immerhin hat die Lanxess Arena nicht das Flair des gemütlichen Tanzbrunnens und auch die Akustik in dieser „großen Turnhalle“ wurde kritisiert. Schlussendlich trat dann jedoch ein ganz anderes Problem in den Vordergrund: Das Wetter!

Erst Sturmwarnung, dann Regen

Am Samstag sorgte eine Unwetterwarnung für gravierende Änderungen. Der Außenbereich inklusive der beiden Bühnen durfte nicht betreten werden. Manche Acts wurden auf den Sonntag verschoben, andere Bands konnten gar nicht auftreten. Erst gegen Abend wurden immerhin einige der Händlerstände geöffnet, sodass sich die Besucher nicht mehr nur noch in der Arena aufhalten mussten. Trotz dieser großen Enttäuschung – immerhin waren einige Fans extra wegen Bands angereist, die dann gar nicht auftreten konnten – blieb die Stimmung friedlich. Die Hoffnung, dass das Wetter am Sonntag besser mitspielen würde, erfüllte sich insofern, dass der Außenbereich planmäßig genutzt werden konnte. Allerdings sorgte Petrus nach einem sonnigen Vormittag für ein sehr nasses Musikerlebnis am Nachmittag und Abend.

Fette Party der besonderen Art

Bild: Julia Kahlert / bonnFM

Bild: Julia Kahlert / bonnFM

Die große Party der „schwarzen Szene“ war auch in diesem Jahr stark von elektronischem Einfluss geprägt. Neben Bands wie Agonoize, Front 242, DAF, VNV Nation und And One kamen jedoch auch Fans der gitarrenlastigeren Musik auf ihre Kosten. The Birthday Massacre sorgten ebenso für Begeisterung wie The Mission, wobei letztere vor allem vom älteren Publikum gefeiert wurden. Auf der „Green Stage“ im Außenbereich sorgten trotz Regen am Sonntagabend ganz unterschiedliche Bands für eine super Stimmung. Nachdem Welle:Erdball mit zahlreichen Effekten, Luftballons und Papierfliegern für reichlich Entertainment auf elektronisch-poppige Art sorgten, folgten Samsas Traum mit ihrem Stilmix aus Gothic-, Rock- und Elektroelementen. Das Finale im Outdoorbereich bestritten Diary Of Dreams, die mit ihrer Mischung aus Elektro, Synth Pop und Rock die Menge restlos begeisterten.

Schwarzer Tod trifft grelle Cyberpunks

Optisch war das Event wie immer ein Highlight. Die verschiedenen Stilrichtungen der „schwarzen Szene“ spiegelten sich in den Outfits der Besucher wider. Egal ob Cybergoth oder Steampunk – die Fans nutzten die Gelegenheit endlich mal wieder nicht alltagstaugliche Kleidung zu tragen. Ein Paradies für jeden Fotografen! Wann bekommt man schon so viele ausgefallene Outfits zu sehen? Besonders beliebt waren in diesem Jahr Hörner in jeglicher Form und Farbe, die oft zusammen mit Blumen die Häupter der schwarzen Gestalten schmückten.

Hoher Komfort erwünscht

Bild: Julia Kahlert / bonnFM

Bild: Julia Kahlert / bonnFM

Das Festival-Team war wieder sehr bemüht, um den Besuchern ein besonderes Event zu ermöglichen. Die Nachfrage der letzten Jahre nach mehr Festivalkomfort, längeren Spielzeiten, mehr Sitzgelegenheiten, günstigeren Gastronomiepreisen und einem umfangreichen Open-Air-Programm wurden gut umgesetzt. Obwohl die Lanxess Arena vielleicht nicht die optimale Lösung für das Amphi-Festival war, so ermöglichte sie dennoch einige Verbesserungen. Mit dem Sturm haben wohl auch die Veranstalter nicht gerechnet. Kritisiert wurde der schlechte Informationsfluss bezüglich der Änderungen. Dies werden die Veranstalter sicher auch bei der Auswertung ihres Fragebogens zu spüren bekommen, in dem die Besucher das Event bewerten sollen.

Immerhin darf aber nicht vergessen werden, dass viele andere Veranstaltungen, wie zum Beispiel das Juicy Beats Festival komplett abgesagt werden mussten. Vielleicht spricht der Tod persönlich ein Wörtchen mit Petrus und kann ihn für das nächste Jahr besänftigen…

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