Gute Musik ist AUCH für Gehörlose! – mit Annenmaykantereit&Neufundland

Erst wenige Tage zuvor angekündigt überzeugt die zweite Inclusion Infusion mit den Jungs von Neufundland und AnnenMayKantereit – übersetzt von der Berliner Gebärdensprachdolmetscherin Laura M. Schwengber. bonnFM-Reporter Patrick Wira war unter den 350 Glücklichen im Stadtgarten Köln.

Fast einen Tag vorher gab es noch Karten für das Konzert im Rahmen des c/o pop Festivals der beiden Bands, normalerweise füllen AnnenMayKantereit weit größere Venues und auch Neufundland ist mittlerweile über die Grenzen NRWs hinaus bekannt. Aber für das Konzert gibt es kaum Werbung, nur über Freunde und Freundesfreunde erfahren die glücklichen Ticketbesitzer, wie an Karten zu kommen ist. Auch deswegen bleibt die Stimmung so entspannt, dass die Künstler anschließend einfach draußen mit ihren Freunden auf dem Asphalt sitzen können – wer braucht schon Backstage?

Neufundland: Eine elektronische Insel

Doch bleiben wir chronologisch: Ein energiegeladenes Neufundland beginnt und sorgt mit elektronisch aufgeladenem Set für gute Laune. Wichtig: Spot auf die Gebärdendolmetscherin, Lichttechnik ist gut, Soundtechnik ist gut, die Veranstaltung im Stadtgarten ist gut – besucht. Die Kölner liefern ab und überzeugen auch die Leute, die zum ersten Mal von ihnen hören.
Durch die Performance wird es warm in dem Raum, da tut die Umbaupause zwischen den Bands eher gut als dass sie stört, denn frische Abendluft strömt herein.
Ich nutze die Pause für ein Interview mit den sympathischen Jungs von Neufundland. Sie erzählen von der Idee für dieses Konzert und wie sie auf die Idee mit dem Musikvideo mit Laura kamen. Sehenswert!

“Für AMK gekommen, für Laura geblieben”

Anschließend beginnt Annenmaykantereit. Henning Mays Stimme zum ersten Mal live singen zu hören ist natürlich ein Erlebnis für sich. Aber auch Schlagzeuger Severin Kantereit, Gitarrist Christoph Annen und der Bassist Malte Huck sind kein bloßes Beiwerk der einzigartigen Stimme, sondern sorgen für gute Stimmung und gute Musik. AMK liefert ein Set aus eigenen Songs und ausgewählten Covern ab, drei Zugaben bei einer im Verlauf des Abends immer tropischer werdenden Luftfeuchtigkeit. „Wahrscheinlich die letzte Chance, diese Jungs auf so einer kleinen Bühne zu sehen“, raunt mir die Frau nebenmir zu.

Bild: Patrick Wira/bonnFM

Bild: Patrick Wira/bonnFM

Da hat sie Recht, doch nicht nur das ist das Besondere an diesem Abend: Das Spezielle, das Unvergessliche an dem Konzert ist die sympathische Laura M. Schwengber. Die Kraft, mit der sie die Songtexte und Instrumente für Gehörlose realisiert, ist mitreißend und schweißtreibend zugleich. Zwei Stunden zu übersetzen kostet viel Kraft. Ein Glück, dass sie sich danach noch Zeit für ein Interview nimmt. Um dem nicht viel vorwegzunehmen: Hört euch den Podcast an – und bis bald!