Ausnahmerapper zu Gast in der Live Music Hall

Bild: Lucas Bayer

Mit gerade einmal 23 Jahren ist er einer der gefragtesten Rap-Künstler in den Vereinigten Staaten: Mac Miller. Nach nur einer Deutschlandshow im vergangenen Jahr, besuchte der  Rapper aus Pittsburgh, der mit bürgerlichem Namen Malcolm McCormick heißt, in der vergangenen Woche die Live Music Hall in Köln. In einer ausverkauften Show präsentierte der Rapper neben seinem neuen Album „GO:OD AM“ auch eine ganze Menge alter Hits.

Eingeheizt wurden die Besucher nicht von einem, sondern von gleich zwei Support-Acts. Den Anfang machte der Rapper 3plusss aus Essen. Mit sehr einprägenden Beats und einer energiegeladenen Stimme überzeugte der 25-jährige das Publikum sehr schnell von sich. Anfang des Jahres brachte 3plusss seine EP „Auf der Stelle“ heraus, die in der deutschen Hip-Hop Landschaft für viel Aufsehen sorgte.

Beats die in die Tiefe gehen

Den zweiten Teil des Warmmachens übernahm dann DJ Clockwork aus den Vereinigten Staaten. Er ist auch der Tour-DJ von Mac Miller und war daher im Laufe des Abends häufiger zu sehen. Für ihn war es besonders wichtig herauszufinden, ob die Zuschauer es bei dem Konzert eher auf den harten oder den weichen Weg anlegten. Die Antwort war natürlich klar: „The tight way“! DJ Clockwork wusste während seiner Show dann auch eher mit seinen Remixen als mit seinen eigenen Songs zu überzeugen.

Um 21:30 Uhr kam es dann zu dem Auftritt, auf den alle Besucher so sehnlichst gewartet hatten. Mac Miller betrat die Bühne. Neben vielen Händen gingen auch viele Smartphones in die Höhe, um diesen Moment für die Ewigkeit festzuhalten. Es bleibt fraglich, ob sich die fotografierenden Besucher die verwackelten Aufnahmen nach dem Abend nochmals ansehen. Das ist aber eine andere Geschichte

Performance der ganz besonderen Art

Während der Show gab Mac Miller dann sein neues Studioalbum zum Besten. Natürlich fehlten auch Songs wie „Best Day Ever“ oder „Loud“ nicht, bei denen die gesamte Live Music Hall – zumindest den Refrain – mitsingt. „GO:OD AM“ ist das drittes Studioalbum des 23-jährigen und zeichnet sich durch erstklassige Beats und Lyrics aus. Schon im zarten Alter von 15 Jahren brachte Mac Miller sein erstes Mixtape „But My Mackin‘ Ain’t Easy“ heraus. Heute wird er schon mit zum Rap-Olymp der Vereinigten Staaten gezählt.

Bei seinem Auftritt überzeugen vor allem seine Freestyle-Parts, bei denen gefühlt acht Wörter in der Sekunde aus seinem Mund fließen. Als Mac Miller seinen Hit „Donald Trump“ performt, ist die Stimmung am Höhepunkt angelangt. Der wahrscheinliche Präsidentschaftskandidat der Republikaner in den Vereinigten Staaten ging aufgrund dieses Songs sogar so weit, Mac Miller als den „neuen Eminem“ zu bezeichnen. Das in dem Lied allerdings kein positives Wort an Trump gelassen wird, fiel diesem erst später auf und seitdem steht er in ständigem Clinch mit dem Rapper.

Nach einer Homage von Mac Miller an die verstorbene Pop-Ikone Prince endet das Konzert nach einer Stunde. Die Zuschauer zeigten sich nach der erstklassigen Show mehr als zufrieden. Vielleicht hat Donald Trump mal nicht ganz unrecht, dass Mac Miller so etwas wie der „neue Eminem“ ist.

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