Und was will ich damit jetzt machen?

Während man dieser Frage im Laufe des Studiums meist noch aus dem Weg gehen kann, kommen spätestens mit dem Beginn der Abschlussarbeit bei Vielen auch die Zweifel. Um den Studierenden hier schon vorab etwas Druck zu nehmen, bietet das Career Center der Uni Bonn Beratung rund um das Thema Berufsorientierung und den Einstieg in den ersten Job an. Wir waren für euch zu Besuch im Career Center und haben mit Leiterin Anke Bohne über das Beratungsangebot gesprochen.

Das Studium neigt sich dem Ende zu. Und plötzlich muss ich mir selber die Frage stellen, mit der mich in den letzten Jahren immer andere genervt haben: Ja was will ich damit jetzt tatsächlich machen?! Wer seinen Platz noch nicht gefunden hat, weiß oft nicht weiter und landet in einer Krise. Denn was ist, wenn ich nicht DIE eine Sache habe für die ich brenne? Mit Fragen wie dieser kommen Studierende häufig zu Anke Bohne in das Career Center der Uni Bonn. Sie beschäftigt sich dort mit dem Thema Berufsorientierung und hat daher auch eine Erklärung für die häufigen Zweifel der Studierenden.

Anke Bohne: „Ich glaube einmal ist es das Vergleichen. Durch die sozialen Medien ist man viel stärker im Vergleich als man das vielleicht noch vor zehn oder zwanzig Jahren war. Dann glaube ich hat man unheimlich viele Möglichkeiten sich heute zu entscheiden. Wenn ich lese, wie viele Studiengänge es gibt, dann ist mit dieser Vielfalt an Möglichkeiten auch ein Entscheidungsdruck verbunden.“

Wir sind heute also frei wie noch nie, uns stehen alle Türen offen. Doch dadurch ist der Anspruch auf Selbstverwirklichung auch extrem hoch. Während es früher vor allem darum ging den Lebensunterhalt zu verdienen, suchen wir heute auch noch Sinn und Erfüllung in unserer Arbeit. Aber erwarten wir damit nicht vielleicht zu viel auf einmal von unserem ersten Job? Anke Bohne findet schon. 

Anke Bohne: „Den Druck können wir uns alle sehr stark herausnehmen, indem wir uns immer wieder sagen: Die Entscheidung, die ich heute treffe zum Thema ‚Was mache ich denn mit meinem Studium? Wo fange ich an zu arbeiten?’ ist ja nicht unbedingt eine lebenslange Entscheidung. Heute hat sich die Arbeitswelt so verändert, dass sehr viel mehr Berufswechsel und Arbeitgeberwechsel normal sind, als das noch ein oder zwei Generationen vorher der Fall war. Und ich glaube wenn man das im Kopf hat, dass man auch etwas ausprobieren kann, ohne dass man direkt seinen roten Faden im Lebenslauf verliert, ist man einfach schon ein bisschen gelassener bei seinen Entscheidungen.“ 

Wer bei der Entscheidungsfindung aber trotzdem noch nicht weiter kommt, sollte das Beratungsangebot des Career Centers nutzen. Hier könnt ihr zum Beispiel zu Anke Bohne in die Offene Sprechstunde gehen. Die findet immer Dienstags von 14:30 bis 16:30 Uhr in der Alten Sternwarte statt. Dort habt ihr jeweils 25 Minuten Zeit über 2 Fragen zum Thema Berufsorientierung und auch zum Einstieg in den ersten Job zu sprechen. Mitbringen müsst ihr dafür nur einen ausgedruckten Lebenslauf und natürlich etwas Zeit. 

Anke Bohne: „Was mir wichtig ist in der Offenen Sprechstunde ist, dass es ein sehr niederschwelliges Angebot ist und sie nach dieser Offenen Sprechstunde einfach loslaufen können. Dass sie sagen können „Aha, ein paar Sachen in meinem Kopf haben sich geordnet. Ich weiß jetzt einfach wo ich in diesem Dschungel der ganzen Fragen ‚Wie finde ich den für mich passenden Job?’ ansetzen können.“ 

Es geht also vor allem darum festzustellen, was man selbst tun kann, um sich seiner Wünsche und Vorstellungen bewusst zu werden. Es gibt außerdem auch eine ganze Reihe von Veranstaltungen, die den Studierenden mehr Hilfestellungen geben sollen. Ich habe für euch nachgefragt, welche dieser Veranstaltungen ihr mal besuchen solltet.

Anke Bohne: „Also ich glaube als guter Einstieg in diese ganzen Fragen ist immer unser Karrieretag am Dies Academicus im Wintersemester gedacht. Da gibt es Vorträge und Beratungen. Da kann man vielleicht irgendwie feststellen: Was brauche ich noch?  Und ansonsten haben wir Seminare zur Berufsorientierung/Karriereplanung also zum Beispiel ‚Studium und dann?’, ‚Welcher Job passt zu mir?’, oder eben auch Seminare zu ‚Erfolgreich bewerben’, ‚Fit ins Vorstellungsgespräch’. Also das einfach nutzen.“ 

Anke Bohne selbst hat unter anderem klassische Archäologie studiert und war deshalb auch immer mit der Frage was sie mal damit machen möchte konfrontiert. Gerade deswegen hat sie mir vor allem folgenden Tipp für alle Studierenden mit auf den Weg gegeben: Wir sollten uns immer frei machen von dem, was unser Umfeld von uns erwartet. Denn entscheidend ist nur, was wir wollen und dass wir dabei immer bei uns selbst bleiben.